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Datenspionage in der Produktion leicht gemacht Mangelnder Zugriffschutz bei Fertigungssystemen

Redakteur: Stephan Augsten

Obwohl Unternehmen potenzielle Wirtschaftsspionage fürchten, setzen sie Sicherheitsmaßnahmen für Produktionsnetze und Fertigungsanlagen nur zurückhaltend um. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Macmon Secure GmbH.

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Offen für alles: Viele Produktionsnetze erlauben den Zugriff durch Fremdgeräte.
Offen für alles: Viele Produktionsnetze erlauben den Zugriff durch Fremdgeräte.

Etliche Industrie-Unternehmen schützen ihre Fertigungssysteme nicht ausreichend vor unberechtigten Zugriffen. Zu diesem Ergebnis kommt der Security-Spezialist Macmon Secure im Rahmen einer Studie, an der sich über 200 Produktionsunternehmen beteiligt haben.

„Prinzipiell ist es in den meisten Produktionsunternehmen möglich, dass interne Mitarbeiter ebenso wie Gäste unbemerkt Fremdgeräte in Produktionsnetze bzw. an digitalen Fertigungssystemen anschließen können“, kommentiert Christian Bücker, Geschäftsführer von Macmon Secure. Auf diesem Weg könnten sie sich Zugang zu mitunter geheimen Produktdaten verschaffen.

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In 37 Prozent der Unternehmen sei eine solche Gefahr technisch ausgeschlossen. In anderen sind ist entsprechendes Bedrohungspotenzial teilweise (23 Prozent) oder in großem Umfang (12 Prozent) vorhanden. Ein Viertel der Produktionsverantwortlichen kann nicht genau einschätzen, wie der diesbezügliche Sicherheitsstatus ist.

Gleichzeitig geben zwei Drittel der Firmen an, dass sie innerhalb ihrer Produktionsstätten einen sehr hohen Bedarf an Schutzmaßnahmen vor Datenspionage sehen. Hingegen hat dieses Thema für nicht einmal jedes zehnte Unternehmen keine große Bedeutung, alle anderen weisen ihm eine mittlere Bedeutung zu.

Security Management oft vernachlässigt

Die Studie beleuchtet darüber hinaus das Engagement hinsichtlich des Sicherheitsmanagements in den vergangenen drei Jahren. So habe nicht einmal jedes dritte Unternehmen umfangreiche Maßnahmen für den Schutz vor Datenmissbrauch ergriffen (29 Prozent). In 22 Prozent der Fälle beschränkten sich die Aktivitäten auf einzelne Maßnahmen. Knapp die Hälfte der Unternehmen hat nur geringfügiges oder gar kein Engagement gezeigt.

„Die Problematik wird offenbar vielfach noch völlig verkannt und unterschätzt“, urteilt Bücker. Er verweist darauf, dass die Produktionsnetze IP-orientiert seien und dort das gleiche Gefahrenpotenzial herrsche wie in den Netzwerken zur Unterstützung der Geschäftsprozesse.

„In beiden Bereichen ist prinzipiell ein digitaler Datenfluss vom Internet bis zum Endgerät möglich – wenn auch über Umwege, der im einen Fall beispielsweise der PC und im anderen Fall der Roboter einer Produktionsstraße ist“, erläutert Bücker. Demzufolge müssten auch die Produktionsnetze ähnlich abgesichert werden und das gleiche Schutzniveau erlangen.

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