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Juniper lässt Internet-Schwarzmarkt wirtschaftlich analysieren Marktentwicklung im Bereich der Cyber-Kriminalität

Redakteur: Stephan Augsten

Welche Umsätze werden mit Malware-Baukästen, Hacking-Tools und gestohlenen Daten generiert? Und auf welche Vertriebskanäle greifen Cyber-Kriminelle zurück? Im Marktbericht „Ein Bazar für Hacker” haben sich die Analysten der RAND Corporation im Auftrag von Juniper Networks solcher Fragen angenommen.

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Machen Kasse: Cyber-Kriminelle haben mit der Schattenwirtschaft einen riesigen Wachstumsmarkt erschaffen.
Machen Kasse: Cyber-Kriminelle haben mit der Schattenwirtschaft einen riesigen Wachstumsmarkt erschaffen.
(Bild: Archiv)

Die RAND Corporation hat den Markt für Online-Kriminelle analysiert, die Ergebnisse finden sich im Bericht „Märkte für Cybercrime-Tools und gestohlene Daten: Ein Bazar für Hacker”. Eine Erkenntnis, die Auftraggeber Juniper Networks daraus zieht: Die Schattenwirtschaft im Internet ähnelt einer pulsierenden Metropole, deren unterschiedliche Interessengruppen und Industrien sich in ständiger Interaktion befinden.

Mithilfe gängiger Wirtschaftsindikatoren fand RAND heraus, dass der Schwarzmarkt für Cyber-Crime eine signifikante Marktreife, Spezialisierung, Zuverlässigkeit, Zugänglichkeit und Widerstandsfähigkeit aufweist. Nicht nur das Marktvolumen, auch die Diversität der Vertriebswege sowie Marktteilnehmer nimmt stetig zu.

Cyber-Schwarzmärkte professionalisieren sich dem Bericht zufolge immer weiter und bilden eine milliardenschwere Wirtschaft mit robusten Infrastrukturen sowie sozialen Organisationen entsprechen. Wie jede andere Wirtschaft reagierten die Online-Schwarzmärkte dementsprechend auch auf Marktmechanismen wie Angebot und Nachfrage.

Juniper hat die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht extrahiert und die wichtigsten Marktstrategien und -ausprägungen zusammengefasst.

Handel und Vertrieb: Wie bei anderen Formen des E-Commerce werden viele Datensätze, Exploit-Kits und Waren über eine Ladentheke vertrieben. Der Verkauf erfolgt direkt per Instant Messaging oder Chat-Kanäle, über Foren und schwarze Bretter oder gar in speziellen Online-Shops. RAND fand heraus, dass bestimmte Organisationen mit ihrer globalen Präsenz 70.000 bis 80.000 Personen erreichen und Hunderte Millionen Dollar einnehmen.

Dienstleistungen: Nicht nur Waren sondern auch kriminelle Dienstleistungen sind laut RAND immer besser verfügbar. Anwendungen werden auf dem Schwarzmarkt als herkömmliche Software verkauft oder wie legale Managed Services vermietet. Auch unqualifizierte Angreifer haben so die Möglichkeit, aufwendige und fortschrittliche Angriffe durchzuführen. RAND hat beispielsweise Botnetze entdeckt, die sich für 24-stündige DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) anmieten lassen, der Preis liegt bei unter 50 Euro.

Währung: Transaktionen im Cyber-Schwarzmarkt werden häufig mithilfe digitaler Währungen getätigt: Bitcoin, Pecunix, AlertPay, PPcoin, Litecoin, Feathercoin und Bitcoin-Erweiterungen wie Zerocoin, um nur einige zu nennen. RAND hat erörtert, dass viele kriminelle Anbieter aufgrund der Anonymität und Sicherheitscharakteristiken nur noch digitale Crypto-Währungen akzeptieren.

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