RFID-Etiketten für Pharmaverpackungen

Mit intelligenten Verpackungen gegen Produktpiraterie

| Autor / Redakteur: Lisa Ramer / Matthias Back

Intelligente RFID-Technik, die speziell die Sicherheit der Waren gewährleistet, wird am Institut für Druckmaschinen und Druckverfahren (IDD) der TU Darmstadt entwickelt. Dort haben Forscher RFID-Etiketten mit einem Sensor ausgestattet, der beispielsweise Unterbrechungen in der Kühlkette während der Lieferung erkennt. Mit einem Lesegerät erkennt der Kunde, ob es bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Milch und Fleisch zu einer Unterbrechung der Kühlung gekommen ist.

Laut IDD ist zudem ein Verfahren entwickelt worden, mit dem diese intelligenten RFID-Etiketten auf Verpackungen aufgedruckt werden können. Dafür werden erstmals als leitende Materialien preiswerte Kunststoff-Polymere anstatt des teuren Siliziums verwendet. Durch das Drucken der Etiketten auf spezielle Folien sind sie auf den Verpackungen leichter recyclebar.

Gedruckte Elektronik bietet neue Möglichkeiten

Mit diesem Thema beschäftigen sich auch Wissenschaftler der Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper-Technologien (EMFT): Sie forschen an komplexen Lösungen, um elektronische Systeme in Folie und Papier zu integrieren. Ein Beispiel ist die biegsame Temperaturanzeige, bei der die Messsensorik in Folie eingearbeitet ist und die sich auf jede Verpackungsoberfläche aufbringen lässt. Neben dem optischen Reiz dienen diese intelligenten Verpackungen besonders dem Verbraucherschutz.

Der Kunde weiß damit immer über die Eigenschaften oder den Zustand des Produkts Bescheid. Mittels der Rolle-zu-Rolle-Technik des EMFT soll auch eine kostengünstige, serielle Fertigung der intelligenten Verpackungen aus verschiedenen Materialien wie Folie, Papier oder Textilien möglich sein.

Serielles Bedrucken der Verpackungen in Sekundenschnelle

Ein weiteres Potenzial solche Sensoren zur Überwachung von Produkten herzustellen, hat das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen vorgestellt. Mit unterschiedlichen Druckverfahren haben Forscher elektronische Bauteile und Sensoren produziert. Virtuell werden die herzustellenden Komponenten zunächst entworfen und können anschließend direkt auf zwei- und dreidimensionale Oberflächen, aufgebracht werden.

Die Besonderheit liegt im Druckmaterial. Denn am IFAM verwendet man keine Druckfarben, sondern funktionelle Tinten, also elektronische Materialien in flüssiger und pastöser Form. Mit der dafür entwickelten, robotergestützten Fertigungsstraße können intelligente Verpackungen mit eingebauten Sensoren seriell hergestellt werden. Häufig müssen verpackte Produkte mit Sensoren zeitaufwendig nachgerüstet werden. Das IFAM braucht zum Bedrucken der Oberflächen meist nur noch wenige Sekunden bis Minuten. Von den kurzen Entwicklungszeiten profitieren dadurch viele Branchen.

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