Datenspeicher Smartphone

Mobile Daten speichern – aber sicher!

| Autor / Redakteur: Udo Ritter / Dr. Jürgen Ehneß

Daten auf dem Smartphone und aus dem Smartphone – aber wohin damit?
Daten auf dem Smartphone und aus dem Smartphone – aber wohin damit? (Bild: ©ipopba - stock.adobe.com)

Das Smartphone ist längst zum ständigen Begleiter geworden, privat wie beruflich. Gleichzeitig wird es mehr und mehr zum wichtigsten Gerät, wenn es um Daten für die beiden Lebensbereiche geht. Das heißt im Umkehrschluss, dass diese Daten umso besser geschützt sein sollten, um weder zu viel von der Privatsphäre noch empfindliche Firmenangelegenheiten preiszugeben.

IT-Sicherheit ist für Unternehmen aus verschiedenen Gründen ein wichtiges Thema: Die Auslagerung von Firmenprozessen in die Cloud machen besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, dasselbe gilt für die zunehmende Vernetzung – nicht nur innerhalb des Betriebs, sondern auch diejenige mit Geschäftspartnern, Kunden et cetera. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung von Daten, die mit der wachsenden Menge an Daten einhergeht.

Zu viele Daten, zu viele Schlupflöcher

Dieselben Problemfelder lassen sich bei Smartphones finden, nur eben in einem kleineren Maßstab, der jedoch keineswegs das Sicherheitsbedürfnis reduziert. Im Gegenteil: Die tägliche Nutzung, die sich – mit Pausen selbstverständlich – über den ganzen Tag und alle in dessen Verlauf aufgesuchten Orte erstreckt, macht die Sicherheit eines Smartphones zu einem noch sensibleren Thema.

Surfen in öffentlichen Netzen, unverschlüsselte Daten, neugierige Apps – die Daten auf einem Smartphone können auf vielfältige Weise in fremde Hände geraten. Dabei liefern die mobilen Geräte eine Fülle unterschiedlicher Daten, von Kontaktdaten des Freundeskreises bis hin zu Zugangsdaten. Unterm Strich ergibt das viele Gründe, sich intensiver um die Datensicherheit des Smartphones zu kümmern.

Gerade der „World Backup Day“ hat jüngst wieder aufgezeigt, dass unter Privatanwendern eine deutliche Nachlässigkeit zu beobachten ist, wenn es um die Datensicherung geht. Bei Smartphone-Nutzern verzichtet jeder Dritte im Jahresverlauf auf eine Sicherung der Daten auf seinem Gerät.

Das Android-Problem

Gerade Nutzer von Android-Smartphones sollten in diesen Belangen sorgsamer vorgehen. Das betrifft nicht allein das Einrichten regelmäßiger Backups für Android-Geräte, sondern generell den Umgang mit Sicherheitsfragen, die das Betriebssystem aufwirft. Selbst unter neueren Versionen sind immer wieder Sicherheitslücken zu finden, die auf vergleichsweise einfache Art und Weise den Zugriff auf Daten erlauben würden. Nicht immer ist die daraus resultierende Gefahr so groß, dass Google entsprechende Patches für notwendig hält.

Selbst unter diesen Voraussetzungen besteht aber das Problem weiter, das vom Betriebssystem ausgeht oder genauer: von dessen enger Verbindung zu Google. Viele der Apps, Dienste und Prozesse, die auf Android-Smartphones bereits vorinstalliert sind, sorgen nicht nur für eine komfortable Handhabung des Geräts und seiner Funktionen – sie liefern gleichzeitig auch Daten, die etwa zu Werbezwecken genutzt werden können.

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Diese Form der unfreiwilligen Weitergabe persönlicher Daten kann allerdings mit Hilfe der richtigen Einstellungen eingeschränkt werden:

Einstellungen nutzen, um Datenspeicherung einzuschränken

  • Unter „Google-Konto/Daten & Personalisierung“ lassen sich beispielsweise die Datenspeicherungen im Zusammenhang mit verschiedenen Aktivitäten „pausieren“. Damit können etwa Standortverläufe oder Internetsuchen von der Datenspeicherung ausgenommen werden.
  • Für alle Daten, die bis zur Änderung der Aktivitätseinstellungen bereits gespeichert wurden, muss allerdings eine separate Löschung vorgenommen werden. Das kann unter „Aktivitätseinstellungen verwalten“ erledigt werden.
  • Eine zusätzliche Möglichkeit, Google von privaten Daten abzuschneiden, findet sich im Menüpunkt „Kontakte & Teilen“, unter dem der Umgang mit Kontakten und Werbung geregelt wird.
  • Synchronisierung mit Google deaktivieren
  • Android-Geräte sind auf verschiedenen Ebenen mit Google synchronisiert; das heißt unter anderem, dass ohne geänderte Einstellungen Kontakte, die auf dem Smartphone angelegt werden, automatisch an Google weitergeleitet werden. Die Synchronisation lässt sich unter „Einstellungen/Konten/Google“ nach eigenen Vorstellungen anpassen.
  • Ein Backup des Smartphones auf einem Google-Server zu sichern, ist zwar eine praktische Lösung, aber womöglich nicht immer die gewünschte. Über den Menüpunkt „Sicherheit & Zurücksetzen“ kann diese Funktion deaktiviert werden.

Achtung: Unter diesen Umständen wird es allerdings umso dringlicher, sich um eine Alternative für die Datensicherung zu bemühen. Denkbar ist eine Übertragung der Daten auf den Rechner, ansonsten gibt es zu diesem Zweck auch Software-Lösungen, welche die jeweiligen Smartphone-Hersteller für Offline-Backups bereitstellen.

Google-Apps ersetzen

  • Der erste Schritt sollte darin bestehen, sich um eine alternative Bezugsquelle für die Apps zu kümmern, die ersetzt werden sollen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, darunter den App-Katalog F-Droid, in dem ausschließlich Free-and-Open-Software für Android-Nutzer angeboten wird; ähnlich verhält es sich mit dem Amazon Appstore und der englischsprachigen Seite APKMirror.com.
  • Der Nachteil: Anders als in den bekannten App-Stores gibt es bei APKMirror und den Seiten der App-Entwickler nur die zur Installation notwendigen Dateien, die aber keine automatischen Updates beinhalten. Wer nicht auf den Google Play Store verzichten möchte, kann dort zumindest über die Filtereinstellungen dafür sorgen, dass Apps mit zu weitreichenden Berechtigungen durch das Raster fallen.
  • Beim Ersatz für die Google-Apps ist möglicherweise ein wenig Ausprobieren angesagt, grundsätzlich aber gilt: Für nahezu jeden Dienst lässt sich eine Alternative finden, auch wenn diese wahrscheinlich eine gewisse Zeit der Umgewöhnung benötigt. Der „sanfte Weg“ kann wiederum darin bestehen, bei den Berechtigungen der bereits installierten Apps genau hinzusehen und diese auf mögliche Einschränkungen zu überprüfen. Das Ersetzen erübrigt sich damit gegebenenfalls bereits.
  • Alternative Suchmaschinen und Browser
  • Wie bei den Apps gilt auch für den standardmäßig vorinstallierten Suchdienst sowie für Chrome, dass es durchaus andere Optionen als die Google-Varianten gibt. Möglich ist etwa die Installation eines anderen Browsers, um Chrome zu umgehen; genauso können anonymisierte Suchmaschinen wie Metager oder Startpage mit einem Android-Gerät genutzt werden.

Unter Datenschutzgesichtspunkten kann also bereits über die richtige Konfiguration der Smartphone-Einstellungen einiges getan werden. Übrigens nicht nur bei Android-Geräten, sondern in ähnlicher Weise bei Apple-Produkten. Beim iPhone lassen sich etwa Ortungsdienste und nicht genutzte Bluetooth-Verbindungen deaktivieren, wodurch schon deutlich weniger Daten weiter übermittelt werden.

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Noch mehr Umsicht ist bei der beruflichen Nutzung von Smartphones notwendig, was nicht zuletzt mit der gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung der Unternehmen zu Datenschutz und IT-Sicherheit zusammenhängt. Schon aus diesen Gründen muss gewährleistet sein, dass verwendete Apps nicht auf personenbezogene Daten – vor allem nicht auf diejenigen anderer Personen – zugreifen können. Grundsätzlich sollten Unternehmen, in denen etwa auf Basis des „Bring-your-own-device“-Prinzips gearbeitet wird, deshalb auf die Einhaltung von Datenschutz und die technische Umsetzung achten. Im Zweifelsfall ist hier Verzicht auf eine Anwendung die sicherste Lösung, um schwerwiegende Konsequenzen zu vermeiden.

Einfache Maßnahmen, große Wirkung

Unabhängig davon, ob ein Smartphone privat oder beruflich genutzt wird, sollten mindestens die wichtigsten Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit der gespeicherten Daten zu verbessern. Einige dieser Maßnahmen wurden bereits im Zusammenhang mit Android-Geräten angesprochen, sind aber prinzipiell immer sinnvoll. Dazu gehören etwa regelmäßige Backups, um im Notfall möglichst wenige Daten zu verlieren – auch hier sollten Unternehmen besondere Vorkehrungen treffen, um die Datensicherung zu gewährleisten.

Ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sollten regelmäßige Updates sein, sowohl für das verwendete Betriebssystem des Smartphones wie auch für die installierten Apps. Neben zusätzlichen Funktionen gehören zu den Aktualisierungen vielfach auch Verbesserungen der Sicherheit, so dass unerwünschte Zugriffe zumindest erschwert werden können.

Schon erwähnt wurde außerdem die Bedeutung der jeweiligen Berechtigungen, die Apps im Bezug auf den Zugriff von Daten haben. Diese lassen sich in den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung überprüfen – für bereits installierte Anwendungen, für die eine solche Überprüfung versäumt wurde, sollte sie schnellstmöglich nachgeholt werden.

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Definition

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Die restlichen Maßnahmen sind im Grunde genommen ebenfalls selbstverständlich, werden aber gerade deswegen häufig vernachlässigt: So versteht sich ein ausreichender Passwortschutz tatsächlich von selbst, allerdings nicht nur für das Gerät selbst, sondern genauso für passwortgeschützte Anwendungen. Im Idealfall sind die Passwörter nicht auf dem Smartphone gespeichert. Die Verbindungseinstellungen von Smartphones sind mitunter ein kritischer Faktor; besonders bei der Nutzung öffentlicher Hotspots ist deswegen Vorsicht angeraten.

Für den Umgang mit der Sicherheit der Daten auf dem Smartphone gibt es darüber hinaus zwei weitere Möglichkeiten. Eine davon ist die Verschlüsselung der gespeicherten Daten, so dass sie für Dritte unzugänglich werden. Die zweite besteht darin, die Datenmengen auf dem Gerät so klein und übersichtlich wie möglich zu halten. Der große Vorteil dieses Vorgehens: Die regelmäßigen Aufräumarbeiten verbessern nebenbei auch die Geschwindigkeit des Smartphones und sorgen für mehr Speicherplatz.

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