Welche Vorteile der E-Perso bietet Neuer Personalausweis für sicheren und bequemen Nachweis der Identität

Autor / Redakteur: Caroline Neufert, (ISC)²-zertifizierter CISSP / Stephan Augsten

Die Skepsis gegenüber dem neuen elektronischen Personalausweis ist groß. Dabei bietet der Identitätsnachweis die Möglichkeit, die Sicherheit, Effizienz und Service-Vielfalt in E-Business und E-Government erheblich zu verbessern. Wir erläutern, inwiefern Bürger, öffentliche Verwaltung und Internet-Dienstleistungsbranche vom elektronischen Personalausweis profitieren.

Firmen zum Thema

Attraktive Anwendungen und Dienste sind Voraussetzung für die Akzeptanz des E-Personalausweises.
Attraktive Anwendungen und Dienste sind Voraussetzung für die Akzeptanz des E-Personalausweises.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der bisherige Personalausweis wird ab November 2010 durch den elektronischen Personalausweis (ePA) in Scheckkartengröße abgelöst. Der neue PA ist mit einem integrierten Chip ausgestattet, der dem Nutzer einen elektronischen Identitätsnachweis (eID) ermöglicht. Dank dieser eID-Funktion kann man sich sowohl elektronisch im Internet als auch lokal ausweisen, beispielsweise an SB-Terminals. Durch die neue Funktion können Sicherheit und Komfort von E-Business und E-Government deutlich erhöht werden.

Eines der dahinterliegenden Sicherheitsprinzipien heißt Gegenseitigkeit: Einerseits können sich deutsche Bürger elektronisch mit ihrem hoheitlichen Dokument ausweisen, andererseits müssen Anbieter elektronischer Dienste sich zuerst selbst authentisieren, bevor sie die Identität ihrer Geschäftspartner, Kunden oder Mitarbeiter überprüfen können. Der neue Personalausweis leistet damit einen überaus wichtigen Beitrag zu einem „Mehr“ an Sicherheit und Komfort in der elektronischen Welt.

Entscheidend für den Erfolg des neuen Personalausweises ist die Akzeptanz: möglichst viele Service-Anbieter aus allen Wirtschaftsbranchen und Verwaltungsbereichen müssten den Identitätsnachweis und die qualifizierte Signaturfunktion – die nicht zwingend ist, sondern optional beantragt werden kann – in ihre Kunden- und Bürgerdienste einbinden. Mit der Einführung des neuen PA sind attraktive Anwendungen im E-Government- und E-Business-Umfeld also zwingend erforderlich.

Nutzer des ePA müssen die Option haben, bereits mit der Einführung im November 2010 auf solche Dienste zugreifen zu können. Daran sollte es aber nicht scheitern, denn um einen optimalen Start zu gewährleisten, wurde schon im Oktober 2009 mit umfangreichen Test- und Implementierungsmaßnahmen begonnen. Weitere Informationen zum Test der eID-Funktion gibt es unter www.cio.bund.de oder www.ccepa.de.

Mehrwert für Unternehmen und Behörden

Durch die Einführung werden in Verwaltung sowie Wirtschaft auch interne und externe Nutzeneffekte erschlossen. Extern steht eine verbesserte Kunden- bzw. Bürgerorientierung im Vordergrund. Intern kalkulieren nicht nur die Unternehmen sondern auch der staatliche Verwaltungsapparat mit reduziertem Personalaufwand bei gleichzeitig höherer Qualität personenbezogener Stammdaten und einem angemessenen Sicherheitsstandard.

Darüber hinaus manifestiert sich der Nutzen des neuen Personalausweises in einer Senkung der Kosten für Diensteanbieter. Durch das automatische Einlesen der Daten steigt die Qualität der Kundenstammdaten, während der Aufwand in der Datengewinnung reduziert wird. Damit geht auch ein deutlich reduzierter Aufwand in der Datenpflege einher. Zusätzlich werden etliche Prozesse mittels sicherer Identifikation und elektronischer Signatur optimiert, was dazu führt, dass Kundenanliegen effektiver und effizienter bearbeitet werden.

Seite 2: Sicherheitsaspekte des ePA

Sicherheitsaspekte des ePA

Aus dem Einsatz des neuen Personalausweises resultiert ein höheres Sicherheitsniveau bei Transaktionen über das Internet und gleichzeitig ein reduzierter Aufwand zur Authentifizierung. Durch die vorgenommenen Sicherheitsvorkehrungen werden einige Sicherheitslücken geschlossen:

  • Es ist keine Manipulation von gespeicherten Daten auf dem Ausweischip möglich, da diese von dem Ausweishersteller signiert werden.
  • Ein unberechtigtes Auslesen (Skimming) von Daten aus dem Ausweischip ist nicht möglich, da der Zugriff nur mit entsprechendem Berechtigungszertifikat und PIN erfolgen kann.
  • Die Kommunikation zwischen Ausweischip und Lesegerät bzw. Terminal und eID-Server des Diensteanbieters ist verschlüsselt, so dass unautorisiertes Lesen personenbezogener Daten aufgrund verschiedener Authentisierungsmechanismen verhindert wird.
  • Dabei ist wichtig festzuhalten, dass der Zugriff auf die biometrischen Daten nur zur Identitätsfeststellung berechtigter Behörden erfolgt und nur zur hoheitlichen Nutzung dient.

Die zweifelsfreie, schnelle Überprüfung der Identität einer Person ist sowohl im E-Business als auch im E-Government von großer Bedeutung. Dabei werden die Authentisierungsmechanismen durch den neuen PA für einen höheren Sicherheitsstandard sorgen und verschiedene Anwendungen in unterschiedlichen Bereichen unterstützen (z.B. Realisierung von zentralen Identity Management Lösungen). Das führt dazu, dass Transaktionen, die eine Unterschrift erfordern zukünftig vollelektronisch abgewickelt werden können.

Weiterhin positiv hervorzuheben ist, dass der Integrationsaufwand in diesem Zusammenhang überschaubar ist, da angebotene Dienste und Webanwendungen eine standardisierte Schnittstelle nutzen können, um den elektronischen Identitätsnachweis zu unterstützen. Der Schritt in die Zukunft sollte gewagt werden, denn die Umstellung auf den neuen PA birgt große Potenziale.

Der neue PA bringt meiner Meinung nach erhebliche Vorteile für Bürger, Verwaltung und Unternehmen. Es lohnt sich daher für alle diesen Schritt in die digitale Zukunft zu gehen.

Caroline Neufert

Caroline Neufert ist (ISC)²-zertifizierter CISSP und CISM sowie Senior Manager bei BearingPoint

(ID:2045213)