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Informationssicherheit und Datenschutz im E-Commerce Online-Händlern fehlt das Grundlagenwissen

| Redakteur: Stephan Augsten

Sicherheitsvorfälle wie der beim Internet-Auktionshaus eBay sind keine Seltenheit, wie die Studie „Informationssicherheit im E-Commerce 2014“ von ibi research zeigt. In den allermeisten Fällen schlagen die Datenverluste allerdings nicht so hohe Wellen. Oft würden die Online-Händler nicht einmal etwas davon mitbekommen.

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Viele Online-Händler sind nicht vernünftig gegen Datendiebstahl und andere Sicherheitsrisiken abgesichert.
Viele Online-Händler sind nicht vernünftig gegen Datendiebstahl und andere Sicherheitsrisiken abgesichert.
(Bild: Robert Mizerek - Fotolia.com)

Der boomende Online-Handel hat ohne seine Schattenseiten: Rund 46 Prozent der Online-Händler speichern ihre Zahlungsdaten selbst. Gelingt es einem Angreifer, in die Kundendatenbanken einzudringen, dann kann er dank gestohlener Zugangs- und Zahlungsdaten erheblichen Schaden anrichten.

Fast ein Drittel der Online-Händler war bereits mit Erpressung, Datendiebstahl oder einem Hacking-Vorfall konfrontiert, heißt es in der Studie „Informationssicherheit im E-Commerce 2014“. Im Einzelnen wurden 19,7 Prozent der Shops gehackt, 19 Prozent der Händler hatten einen Abfluss von sensiblen Informationen zu beklagen, 18,8 Prozent wurden erpresst.

Eine erheblich höhere Dunkelziffer ist laut ibi research wahrscheinlich. Insbesondere beim Datendiebstahl könne man davon ausgehen, dass viele Händler gar nicht bemerken, dass ihnen wichtige Daten entwendet wurden. Werden die Daten nicht direkt im gleichen Shop missbraucht, sondern anderweitig eingesetzt, dann werden die Fälle demnach nicht publik.

E-Commerce-Gütesiegel, wie sie auf den Webseiten etlicher Händler prangen, sind laut ibi research kein zuverlässiges Indiz für Informationssicherheit und Datenschutz. In nur 55,3 Prozent der Unternehmen, die ein Gütesiegel besitzen, existieren entsprechende Sicherheitsrichtlinien für die Mitarbeiter. Insgesamt verwenden 41,3 Prozent der Händler ein Gütesiegel. 35,2 Prozent derer, die noch für kein Gütesiegel zertifiziert sind, planen eine Zertifizierung.

Aus Sicht von Tobias Lehner, Projektleiter bei ibi research, haben diese Ergebnisse mehrere Ursachen: „Unter den Online-Händlern besteht hinsichtlich der Themen Informationssicherheit und Datenschutz eine große Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Handeln.“ Viele Händler seien sich zwar durchaus bewusst, dass sie sich mehr mit diesen Themen beschäftigen müssten. „Oft fehlt jedoch das nötige Grundlagenwissen, um effektiv und effizient zu handeln.“

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