Kommentar zum Schutz der Privatsphäre Persönliche Verantwortung für persönliche Daten

Autor / Redakteur: Andrew Wild (CSO, Qualys) / Peter Schmitz

Anwender werden zwar zunehmend für das Thema Datenschutz im Internet sensibilisiert, aber noch immer fehlt auch das Bewusstsein, dass man für den Schutz seiner Daten auch selbst Verantwortung tragen muss.

Firmen zum Thema

Die größten Bedrohungen für den Schutz unserer Privatsphäre und persönlichen Daten sind Social Networking und Datenanalyse.
Die größten Bedrohungen für den Schutz unserer Privatsphäre und persönlichen Daten sind Social Networking und Datenanalyse.

Die Technologie und die bedeutenden Veränderungen in der Art und Weise, wie wir im Internet-Zeitalter kommunizieren und Informationen teilen, haben unser Verständnis von Datenschutz grundlegend verändert.

Die beiden größten Bedrohungen für den Schutz unserer Privatsphäre und persönlichen Daten sind heute ausgiebiges Social Networking im Internet und die erheblich verbesserten Möglichkeiten zur Datenanalyse.

Es gibt viele verschiedene Arten von Informationen, die die meisten von uns als persönlich betrachten würden, Informationen, von denen wir wissen wollen und sollten, wie und wann sie an andere weitergegeben werden.

Solche persönlichen Informationen sind zum Beispiel:

  • Adresse
  • Telefonnummer
  • Geburtsdatum, Alter
  • Fotos
  • körperliche Merkmale (Größe, Gewicht, Haarfarbe, Augenfarbe)
  • Informationen zu den persönlichen Finanzen
  • Informationen über das persönliche Ausgabeverhalten
  • Informationen über die Gesundheit
  • Post
  • E-Mails
  • Gespräche (Telefon, Handy, VOIP, direkt)
  • Browserverlauf
  • Kaufhistorie bei Online-Käufen
  • Standort

Datenkrake Social Networking

Social Networking-Dienste im Internet wie Facebook, Google+, LinkedIn, Twitter und zahlreiche andere sind für viele Menschen eine unverzichtbare Möglichkeit, um wichtige persönliche und berufliche Beziehungen zu knüpfen und aufrechtzuerhalten.

Social Networking-Tools ermöglichen einen leichten und effizienten Austausch von Informationen. Mit diesen Vorteilen gehen allerdings auch einige bedeutende Veränderungen im Vergleich zu traditionellen Methoden der zwischenmenschlichen Kommunikation einher. Die Nutzer von Social Networking-Tools im Internet sollten unbedingt wissen, wie die Informationen behandelt werden, die sie übermitteln.

Bei Social Networking-Diensten gibt es konfigurierbare Datenschutzeinstellungen, und die Konfigurationsmöglichkeiten können sich ändern. Daher sollten die Nutzer die vorgenommenen Einstellungen und verfügbaren Optionen regelmäßig prüfen, um sicherzustellen, dass die Konfigurationen ihren Wünschen entsprechen.

Datensammler am Werk

Neben den Informationen, die wir heute bereitwillig über Social Networking Websites mit anderen Menschen teilen, gibt es auch Daten, die wir anderen durch bloßes Surfen im Internet liefern. Internetsysteme, die wir nutzen, sammeln Informationen über uns und unsere Computer.

Einen Teil dieser Informationen übermitteln wir selbst, wenn wir uns auf einer Website registrieren. Es gibt aber auch viele Arten von Informationen, die gesammelt werden können, ohne dass uns dies so richtig bewusst ist. Websites erfassen technische Daten über unsere Computer, wie beispielsweise die IP-Adresse, mit deren Hilfe der Standort des Benutzers ermittelt werden kann.

Websites können auch Daten über unsere Aktivitäten auf der Site und im Internet sammeln. Die meisten dieser Daten werden mittels Browser Cookies, Flash Cookies, Zählpixeln und Google Analytics erhoben. Es ist wichtig zu wissen, wie man solche Methoden der Datenerfassung durch entsprechende Konfiguration des Webbrowsers eventuell einschränken kann.

Gefahr durch Datenanalyse

Und schließlich muss man sich darüber im Klaren sein, welch grundlegende Auswirkungen die Fortschritte in der Datenanalytik auf unsere Privatsphäre haben. Früher haben wir uns vielleicht überhaupt keine Gedanken über die Informationen gemacht, die wir durch unsere ganz normalen Alltagsaktivitäten preisgeben: bei Telefongesprächen, beim Einkaufen (ob in Online-Stores oder im Laden), beim Ansehen von Fernsehsendungen und Filmen, bei Flugreisen, beim Entleihen von Büchern, beim Bezahlen von Mautgebühren, bei Videoüberwachung und vielem mehr. Für sich genommen mag jede dieser Aktivitäten unbedeutend erscheinen, doch in ihrer Gesamtheit können sie ein Bild von uns erstellen, das wir vielleicht nicht unbedingt zeigen möchten.

Es ist sehr gut möglich, dass die Summe all dieser Informationen genutzt werden könnte, um unsere zukünftigen Handlungen vorherzusagen. Das ist die Gefahr für unsere Privatsphäre, die Datenanalysen heraufbeschwören. Gewiss werden die Fortschritte bei der Datenanalytik in den meisten Fällen mit gutem Grund genutzt, etwa zur Aufdeckung von Verbrechen oder um Unternehmen in die Lage zu versetzen, die Wünsche ihrer Kunden besser zu verstehen.

Es ist jedoch wichtig, dass die Regierungen erkennen, welche Bedrohungen für die Privatsphäre von der Datenanalytik ausgehen, und entsprechende Gesetze erlassen, damit Informationen nicht missbräuchlich verwendet werden.

Selbst ist der User!

Abschließend sei gesagt, dass sich jeder von uns ein paar Gedanken über den Datenschutz machen und überlegen sollte, wie wir etwas schützen können, das viele von uns immer noch für selbstverständlich halten – selbst im Angesicht der zunehmenden Bedrohungen.

(ID:31641260)