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Mikko Hyppönen über die Auswirkungen der Snowden-Enthüllungen

Privatsphäre im Jahr 1 nach Snowden

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Security-Insider: Wie hat sich die US-Regierung Ihrer Meinung nach benommen? Sind Verbesserungen in Sicht?

Hyppönen: Sie haben bereits Veränderungen vorgenommenen. Aber praktisch alle Maßnahmen, die wir gesehen haben, zielten darauf ab, die Privatsphäre der US-Bürger zu verbessern, nicht von Ausländern. Politiker müssen ihre Wähler zufriedenstellen und wir im Ausland sind nicht in der Lage, bei Wahlen gegen diese Leute zu stimmen.

Security-Insider: Was gibt Ihnen Hoffnung auf Besserung?

Hyppönen: Edward Snowden gibt mir Hoffnung. Hier ist ein Mann, der alles geopfert hat, um uns zu retten; und wir, die Bürger der Welt, sollten dafür dankbar sein. Nicht alles, was er tat, war vom Vorgehen richtig. Er brach das Vertrauen seines Arbeitgebers und missachtete sein NDA, aber dennoch hat er das Richtige getan. Jetzt wissen wir viel über die Überwachung, die von den „Five Eyes“-Ländern ausgeht. Andere Länder spionieren auch, wir haben aber einfach keine konkreten Anhaltspunkte darüber, weil es dort noch keine Snowdens gibt. Ich hoffe jedoch, dass es auch bei anderen Großmächten mehr Snowdens geben wird.

Security-Insider: Was erwarten Sie, werden die führenden Köpfe der Welt tun?

Hyppönen: Wir sollten eher die Frage beantworten: „Was sollte normale Menschen tun?“ Normale Menschen sollten nicht besorgt sein, sie sollten empört sein. Die Art und Weise, wie sich Dinge ändern lassen, beruht auf dem politischen Prozess. Gehen sie wählen, sprechen Sie mit Ihren Volksvertretern, verleihen Sie Ihrer Meinung eine Stimme und schließen Sie sich unserer Bewegung an.

Security-Insider: Was hat es mit der Bewegung für digitale Freiheit auf sich?

Hyppönen: Sie haben genug von Spionage? Ihre privaten Daten wurden ohne Ihre Zustimmung gesammelt? Verschaffen Sie Ihrer Stimme Gehör, indem sie mithelfen, das #digitalfreedom-Manifest zu verfassen. Ziel dieses Crowdsourcing-Dokuments ist es, die digitale Freiheit in der Welt voranzubringen. Wenn Sie besorgt sind über die digitale Freiheit und Privatsphäre, können Sie Ihre Ideen und Meinungen beitragen, auch wenn es nur ein Satz ist. Das Manifest wird unter Creative Commons lizenziert und ist noch bis zum 30. Juni 2014 für Beiträge geöffnet.

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