Kommentar zum Hackerangriff auf Snapchat

Privatsphäre selbst besser schützen

| Autor / Redakteur: Tony Anscombe, AVG Technologies / Peter Schmitz

Beim Snapchat-Hack hat vor allem der Hersteller versagt, aber oft geben Anwender freiwillig jede Menge private Daten preis, um eine kostenlose App nutzen zu können.
Beim Snapchat-Hack hat vor allem der Hersteller versagt, aber oft geben Anwender freiwillig jede Menge private Daten preis, um eine kostenlose App nutzen zu können. (Bild: aetb - Fotolia.com, VBM)

Angreifer haben die Foto-App Snapchat gehackt. Wieder einmal sind Millionen von Telefonnummern und Daten gestohlen und im Internet veröffentlicht worden und dieses Mal sogar quasi „mit Ansage“.

Zum Jahresende hat eine Hackergruppe die beliebte Foto-App Snapchat gehackt und persönliche Informationen wie Nutzername und Telefonnummer von insgesamt 4,6 Millionen Accounts veröffentlicht.

Das genaue Programm spielt jedoch kaum eine Rolle, denn bedauerlicher Fakt ist: Sobald Webseiten und Apps einen gewissen Grad an Beliebtheit und Nutzung erreicht haben, werden sie automatisch zum Angriffsziel für Hacker.

Bei Snapchat kommt noch hinzu, dass die von den Hackern genutzte Sicherheitslücke bekannt war. Die Sicherheitsexperten von Gibson Security hatten das Unternehmen bereits im August 2013 erstmals auf die Schwachstelle aufmerksam gemacht und dann im Dezember 2013, nachdem eine Reaktion seitens Snapchat über vier Monate ausgeblieben war, eine komplette Dokumentation der Snapchat API veröffentlicht. Kurz darauf nutzte eine Hackergruppe diese Dokumentation für einen erfolgreichen Angriff und stellen 4,6 Millionen Benutzerdaten ins Internet. Die Snapchat-Nutzer haben nun das Nachsehen. Fast sieht es so aus, als würden immer noch zu viele Unternehmen vom Prinzip Hoffnung leben und billigend in Kauf nehmen, die Nutzerdaten an Hacker zu verlieren.

In der Gesellschaft sind heute Vertrauen und Privatsphäre stark miteinander verbunden. Die IT-Branche muss darauf achten, so transparent wie möglich zu sein, da sie sonst das Vertrauen ihrer wichtigsten Zielgruppe unwiederbringlich erschüttert. Wir Nutzer sind aber auch selbst für den Schutz unserer Privatsphäre verantwortlich. Das heißt, dass wir unbedingt ausreichende Sicherheitsvorkehrungen treffen müssen – und zwar immer, wenn wir im Netz unterwegs sind oder Apps nutzen.

Auch kostenlose Dienste haben ihren Preis!

Oftmals müssen wir persönliche Informationen im Gegenzug für die Nutzung kostenfreier Dienste wie Snapchat Preis geben – also beispielsweise den Zugriff auf Adressbücher erlauben. Die meisten Benutzer sind schnell begeistert, wenn sie für ihren neuen Tablet-PC oder ihr Smartphone einen neuen Online-Dienst entdeckt haben. Anwender müssen sich aber bei jedem einzelnen Dienst darüber Klarheit verschaffen, welche Berechtigungen sie dem Anbieter erteilen und auf welche Sicherheiten sie dafür verzichten.

Es gibt einige einfache Sicherheitsmaßnahmen, die jeder schnell umsetzen kann. So sollte man unbedingt für jedes Netzwerk einen eigenen Benutzernamen erstellen und im Idealfall auch eine eigene E-Mail-Adresse. Wichtig ist auch, ein starkes Passwort zu wählen, das mindestens acht Zeichen lang ist, aus Groß- und Kleinbuchstaben besteht sowie Sonderzeichen und Zahlen enthält.

Tony Anscombe
Tony Anscombe (Bild: AVG Technologies)

Es lohnt sich auch immer, die Voreinstellungen jedes Dienstes zu prüfen und möglichst die höchste Sicherheitseinstellung zu wählen. Das muss ergänzt werden durch aktuelle Sicherheitssoftware und Updates. Denn der Fall Snapchat hat gezeigt: Auf die Anbieter von Apps kann man sich in Sachen Sicherheit nicht zwangsläufig verlassen.

Über den Autor

Tony Anscombe ist Senior Security Evangelist bei AVG Technologies. Tonys Aufgabe bei AVG ist es, den Nutzern der kostenlosen Produkte neue Online-Tools und -Dienstleistungen zum Daten- und Malware-Schutz zu präsentieren.

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