Datenschutz-Verletzungen in Deutschland

Projekt Datenschutz beklagt steigende Anzahl an Pannen

| Redakteur: Stephan Augsten

Das Projekt Datenschutz will auf alle wichtigen Datenpannen in Deutschland aufmerksam machen.
Das Projekt Datenschutz will auf alle wichtigen Datenpannen in Deutschland aufmerksam machen. (Bild: Marco2811 - Fotolia.com)

Im ersten Halbjahr 2014 ist es in Deutschland zu 26 öffentlich gemeldeten Datenpannen gekommen, wie das Projekt Datenschutz meldet. Dabei sind jene Sicherheitsvorfälle, die an Datenschutzbehörden gemeldet wurden, noch nicht einmal eingerechnet. Alles in allem habe sich die Sicherheitslage somit verschärft, warnt das Projekt Datenschutz.

Seit Anfang 2008 protokolliert das von PR-COM in München initiierte Projekt Datenschutz öffentlich gemeldete Datenpannen, Lecks, Missbrauchsfälle oder Eingriffe in die informationelle Selbstbestimmung. Die Halbjahresbilanz 2014: Für den Zeitraum Januar bis Juni führt die Übersicht von Projekt Datenschutz 26 Vorfälle auf.

Im Jahr 2012 hatte das Projekt nur 20 Vorfälle und somit den geringsten Wert seit Beginn verzeichnet, im darauffolgenden Jahr verdoppelte sich die Zahl der von Medien und Einzelpersonen gemeldeten Fälle. Dieser Trend setzt sich in dieses Jahr hinein fort, der Wert für das Gesamtjahr 2013 werde aller Voraussicht nach deutlich übertroffen. Da eine Auskunft der Datenschutz-Behörden für das Jahr 2014 noch nicht vorliegt, wurden diese Vorfälle zur besseren Vergleichbarkeit herausgerechnet.

Zu den betroffenen Organisationen zählen Unternehmen, Behörden, öffentliche Einrichtungen und politische Akteure gleichermaßen. Zu den prominenteren Sündern zählt wie jüngst gemeldet der Berliner Flughafen BER: Diverse Akten, die detaillierte Angaben zu Fahrstühlen und Starkstromanlagen sowie Grundrisse des Fluggastterminals, Verteilerpläne und Förderanlagen enthielten, wurden in öffentlich zugänglichen Müllcontainern entsorgt.

„Das erste Halbjahr 2014 lässt nichts Gutes erwarten“, konstatiert Alain Blaes, Geschäftsführer von PR-COM und Initiator von Projekt Datenschutz. „Es geht momentan durch die NSA-Affäre vielleicht etwas unter – aber es ist auch der alltägliche Umgang mit vertraulichen Informationen in Deutschland, der unsere Daten bedroht. Die Kombination aus halbherzigen Gesetzen, mangelnden Kontrollen und sorgloser Schlamperei hat eine verheerende Wirkung."

Eine detaillierte Übersicht aller im ersten Halbjahr 2014 öffentlich gewordenen Fälle ist auf der Webseite von Projekt Datenschutz verfügbar. Die Gesamtzahlen für 2014 inklusive der Behördenangaben wird das Projekt Datenschutz zeitversetzt nachliefern.

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