Nach Cyberangriff auf DRK-Krankenhäuser

Krankenhäuser nach Ransomware-Befall wieder am Netz

| Autor / Redakteur: dpa / Peter Schmitz

Nach einer Cyberattacke sind die Server von neun der elf betroffenen Krankenhäuser des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rheinland-Pfalz und im Saarland wieder am Netz.
Nach einer Cyberattacke sind die Server von neun der elf betroffenen Krankenhäuser des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rheinland-Pfalz und im Saarland wieder am Netz. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Nach einer Ransomware-Infektion sind die Server von neun der elf betroffenen Krankenhäuser des DRK in Rheinland-Pfalz und im Saarland wieder am Netz, der Rest folgt in dieser Woche. Auch die vier Altenheime im Saarland seien wieder angeschlossen, sagte Bernd Decker, Geschäftsführer der DRK Trägergesellschaft Süd-West am Freitag.

Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Rheinland-Pfalz und im Saarland waren von einem Cyberangriff betroffen. Das komplette Netzwerk ihres Krankenhausverbundes sei von einer Schadsoftware befallen gewesen, teilte die DRK Trägergesellschaft Süd-West mit. Die Verfügbarkeit von Daten sei eingeschränkt, die Versorgung der Patienten aber gewährleistet. Zuvor hatte die „Wormser Zeitung“ berichtet.

Der Angriff wurde am Morgen des 14. Juli entdeckt. Das komplette Netzwerk des Verbundes war von einer Ransomware befallen, die Server und Datenbanken verschlüsselt. Diese Verschlüsselung wurde am Sonntagnachmittag gestoppt, wie die Trägergesellschaft mitteilte. Unter ihrem Dach sind elf Krankenhäuser und vier Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland organisiert.

Die Server seien aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen worden und würden auf einen Befall überprüft. Die Aufnahme der Patienten oder Befunde von Laboruntersuchungen würden in der Zeit mit Bleistift, Kugelschreiber und Papier vorgenommen, sagte der Geschäftsführer der Trägergesellschaft, Bernd Decker. „So wie das früher mal war.“ Medizinische Geräte seien aber nicht betroffen. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass unbefugt Einsicht in vertrauliche Daten genommen wurde.

Das Landeskriminalamt sei eingeschaltet, teilte die DRK Trägergesellschaft mit. Eine Sprecherin des LKA bestätigte eine Anzeige. Es ermittelt die Landeszentralstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz, wie ein Sprecher der Behörde mitteilte.

Krankenhäuser teilweise wieder am Netz

Neun der elf betroffenen Krankenhäuser und die vier Altenheime im Saarland sind seit Ende vergangener Woche wieder angeschlossen. Die noch fehlenden Krankenhäuser in Asbach und Bad Neuenahr-Ahrweiler sollen in dieser Woche folgen.

Bei der Inbetriebnahme habe es keine weiteren Probleme gegeben, sagte Decker. Um möglichen Problemen zuvorzukommen, sei man schrittweise vorgegangen. „Wir haben erst das Krankenhausinformationsdienst in Betrieb genommen und dann die Subsysteme“.

Als Reaktion auf den Hackerangriff hatte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) einen Runden Tisch angekündigt. Es solle geklärt werden, wie in Krankenhäusern weiterhin die IT-Sicherheit gewährleistet werden könne. Auch der Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Rheinland-Pfalz, Dieter Kugelmann, äußerte sich am Freitag zu den Vorfällen. „Der aktuelle Vorfall belegt, wie verwundbar Krankenhäuser mit der Digitalisierung ihrer Abläufe werden und wie wichtig es deshalb ist, geeignete und wirksame Vorkehrungen zum Schutz der Patientendaten bereits präventiv zu ergreifen“.

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