Ethische Standards auch außerhalb der Lieferkette

Respektiert das Fairphone die Interessen der Nutzer?

| Autor / Redakteur: Joachim Jakobs / Stephan Augsten

Sicherheitsfunktionen des angepassten Android OS

Dormeyer hatte – angesichts einer mutmaßlich größeren Nutzerbasis – die Idee, CyanogenMod zu installieren. Leider stießen wir gleich zu Beginn auf ein echtes Luxusproblem: Das Fairphone lässt sich mit zwei SIM-Karten betreiben. CyanogenMod unterstützt in der Ursprungsvariante – also ohne weitere Anpassungen durch andere freie Entwickler, die das OS als Entwicklugnsbasis nutzen – aber keine Dual-SIM-Systeme.

Aber auch die Fairphone-Software hält einige – positive – Überaschungen bereit: Das System kommt nahezu „nackt“ beim Kunden an. Anwendungen lassen sich mit Hilfe des F-Droid-Katalogs installieren. Die Anwendungen dort sind ebenfalls unter einer freien Lizenz veröffentlicht und werden von den F-Droid Betreibern geprüft – in Bezug auf Sicherheit und die Rechte, die sie den Nutzern einräumen.

Zu riskant scheint eine Anwendung namens TextSecure gewesen zu sein – F-Droid befürchtete, dass verschickte SMS von Dritten abgefangen werden könnten. Daher ist das Programm 2012 aus dem Katalog geflogen. Auf Google Play ist TextSecure weiterhin zu finden, auch unter CyanogenMod gehört TextSecure zur (optional aktivierbaren) Ausstattung, hört dort allerdings auf den Namen „WhisperPush“.

„Permissions“ protokolliert die Missstände von „AntiFeatures“

Die App „Permissions“ informiert Smartphone-Nutzer über riskante Berechtigungen.
Die App „Permissions“ informiert Smartphone-Nutzer über riskante Berechtigungen. (Bild: F-Droid.org)

Andere Programme bedrohen weder die Sicherheit noch die Rechte der Nutzer, fallen aber anderweitig auf; etwa – so die Erkenntnis von thepowerbase.com – durch Werbung, Verfolgung der Person/des Geräts oder Empfehlung unfreier Software. Wer den Überblick über das Sündenregister dieser „AntiFeatures“ behalten will, kann sich die App „Permissions“ installieren. Dort sind die kritisierten Helferlein farbig markiert.

Trotz derart rigoroser Methoden verfügt F-Droid über „gefühlt“ einige hundert Anwendungen. Fürs Arbeiten genügt das allemal – Telefonieren, Mails verschicken und im Internet surfen können auch Anfänger nach ein wenig Ausprobieren. Und nachdem Volker Dormeyer mir geholfen hat, das Fairphone ins heimische W-LAN einzubinden oder unterwegs als Modem zu verwenden, bin ich beim Arbeiten wesentlich flexibler als bisher.

Ich empfinde es als sehr angenehm, Dateien aufs Fairphone zu laden oder das Gerät unterwegs zur Datenübertragung nutzen zu können. Heute muss ich nicht mehr auf die Sicherheit kostenloser Hotspots hoffen, sondern kann auf die eigene Hardware vertrauen.

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