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Kommentar zu Transaktionen mit der digitalen Geldbörse

Revolutioniert Apple Pay den Zahlungsverkehr?

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Die größten Herausforderungen für Apple

Apples Schritt, die seit Jahrzehnten eingesetzten Bezahldienste abzuschaffen, ist sehr mutig. Geschäfte und Onlinebestellsysteme, die Apple Pay nutzen, können die Geräte-Identifikationsnummer und den dynamischen Transaktionssicherheitscode zur Bestätigung direkt an den Karteninhaber senden. Im Grunde schaffen sie ihr eigenes sicheres Bezahlnetzwerk, um ihre eigene Bezahltechnologie zu ermöglichen.

Die große Herausforderung besteht darin, Kunden von dem System zu überzeugen. Zahlreiche Versuche, das Zahlungsverhalten der Kunden nachhaltig zu verändern, scheiterten in der Vergangenheit. Beispielsweise wurde im Rahmen eines Testlaufs ein reiskorngroßer RFID-Chip in Kreditkarten eingesetzt. Dieser sollte das kontaktlose Bezahlen ermöglichen. Hierbei hält der Käufer die Karte einfach vor das Bezahlgerät, anstatt den Magnetstreifen durchzuziehen.

Das System wurde insbesondere in den USA überhaupt nicht angenommen. In der letzten Zeit nutzten mobile Bezahlsysteme wie Visa payWave oder Google Wallet den NFC-Standard (Near Field Communication) für kontaktloses Bezahlen in Geschäften. Allerdings haben diese Systeme nach der Pilotphase nur wenig Zuspruch gefunden – nicht zuletzt, weil mögliche Partner ausblieben.

Apple Pay ist eine strategische Entwicklung, um weiter in den Markt der mobilen Bezahlsysteme vorzudringen und damit PayPal und anderen Anbietern Konkurrenz zu machen. Die große Frage ist, ob Apple die Kunden und Unternehmen überzeugen kann, ihre (Kredit-)Karten aufzugeben. Starbucks beispielsweise ist mit seiner mobilen Anwendung zur Bezahlung sehr erfolgreich. Das Unternehmen erhöht dadurch das Kauferlebnis und stärkt die Kundenbindung.

Was kann Apple besser machen?

Um Kunden das System schmackhaft zu machen, könnte Apple z.B. Treuepunkte einführen. Diese würden für Käufe mit Apple Pay vergeben. Entsprechende Treuepunkte könnten Nutzer anschließend im Apple Store einlösen. Somit würden Kunden für die Umstellung belohnt, und gleichzeitig fände der Apple Store noch größeren Zulauf. Dies wiederum würde auch die Nachfrage nach Apple Pay bei Händlern antreiben.

Durch die Abschaffung herkömmlicher Zahlungsdienste entstünden Händlern beim Transaktionsprozess große Vorteile, z.B. durch geringere Bearbeitungskosten und größere Kosteneinsparungen, die wiederum für höhere Gewinne sorgen. Im Erfolgsfall könnte Apple Pay Apples Dominanz im Bereich der Anwendererfahrung stärken und die Vorherrschaft auf das Segment der mobilen Zahlung ausweiten.

Das größte Potenzial liegt hier in der schnellen Annahme von mCommerce, dem Onlineshopping mit mobilen Endgeräten. Das Marktforschungsinstitut Forrester Research prophezeit mCommerce-Projekten eine rosige Zukunft: Die Forscher schätzen, dass solche Projekte in den USA bis 2018 über 293 Milliarden Dollar in die Kassen spülen könnten.

* Lucas Zaichkowsky ist Enterprise Defense Architect bei AccessData

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