Interoperabilität und Datensicherheit

Rückenwind für das smarte Zuhause

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Datenschutz und Manipulationssicherheit als zentrales Kriterium

Es gilt, die Bedürfnisse der späteren Anwender im Blick zu behalten. Gerade in sensiblen Bereichen wie dem privaten Wohnraum ist es wichtig, dass sich die technische Unterstützung unaufdringlich in den Alltag einfügt. Bei der Steuerung der Hausautomation muss der Nutzer in jedem Fall die oberste Kontrollinstanz bleiben. Nicht zuletzt verdient nach wie vor das Thema Datenschutz und Datensicherheit Beachtung. Sensible Bereiche sind etwa mit dem Anbieter vernetzte Zähler für Strom, Gas oder Wasser.

Die Daten dürfen weder abgehört noch manipuliert werden können und das Smart Meter soll immer zuverlässig seinen Dienst erledigen. Hohe Sicherheitsanforderungen spielen auch bei Alarmanlagen oder Assistenzsystemen für ältere Menschen eine wichtige Rolle. Zwar gibt es auch Anwendungen, wo die Daten an sich nicht besonders schützenswert sind, aber das Abhören der Daten Rückschlüsse auf das Wohnverhalten erlauben würde – auch hier sind Sicherheitsvorkehrungen nötig. Viele Verbraucher haben hinsichtlich der Datensicherheit noch Bedenken, wie unter anderem eine GfK-Studie vom November 2015 zeigt: Rund 35 Prozent fürchten, dass ihr Zuhause von fremden Personen „gehackt“ werden könnte.

Ganz unberechtigt sind die Sorgen nicht, denn ohne Frage sind gerade komplexere Smart-Home-Netzwerke ein leicht verwundbares Ziel: Die heute verwendeten Absicherungen sind oft nur unzureichend. Dazu kommt, dass die Systeme zu einem großen Teil eigenständig arbeiten – es ist ja gerade der Grundgedanke des Internet of Things, dass „Dinge“ mit „Dingen“ kommunizieren. Der Nachteil: Der Nutzer bekommt in der Regel gar nicht mit, wenn in das System eingebrochen wird und beispielsweise Daten abgehört werden. Es ist also wichtig, geeignete Sicherheitstechniken von Anfang an in die Smart-Home-Architektur zu integrieren. Das betrifft sowohl Hardware- wie auch Softwaremaßnahmen.

Smart-Home-Kongress am 5. und 6. Oktober

Der Smart Home-Markt steht in den Startlöchern. Wie die noch bestehenden Hürden am besten zu nehmen sind und mit welchen innovativen Lösungen aktuelle Herausforderungen angegangen werden könnten, ist auch Thema des Smart-Home-Kongresses am 5. und 6. Oktober in Würzburg. Auf dem zweitägigen Event, dass die Fraunhofer EMFT gemeinsam mit ELEKTRONIKPRAXIS und Bayern Innovativ veranstaltet, diskutieren Branchenexperten aus Wirtschaft und Forschung über neueste Erkenntnisse und Entwicklungen als Impulsgeber für innovative Technologien zur Automatisierung und Vernetzung von Gebäuden.

* Prof. Dr. Christoph Kutter leitet das Fraunhofer-Institut für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT in München.

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