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Interview zum Marktstart von Kensington Proximo Schutz vor Diebstahl und Verlust von Wertsachen

Redakteur: Stephan Augsten

Kensington hat mit Proximo eine neue Lösung entwickelt, die vor Diebstahl und Verlust von Wertgegenständen schützen soll. Über eine kostenlose App lassen sich dabei bis zu fünf Transponder verwalten. Security-Insider.de hat sich mit Tobias Kostros und Jens Zimmermann von Kensington unterhalten.

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Kensington Proximo kombiniert bis zu fünf Transponder mit einer App.
Kensington Proximo kombiniert bis zu fünf Transponder mit einer App.
(Bild: Kensington)

Security-Insider: Kensington hat doch sicher reichlich Statistiken oder Erkenntnisse zu verloren gegangenen und gestohlenen Endgeräten. Befinden wir uns in einem Zeitalter des Verlierens und Vergessens?

Jens Zimmermann: Mit dieser Frage sind sie schon einmal auf dem richtigen Weg: Man denke nur daran, wie viele Menschen ihre Geheimnummer für das Bankkonto oder ihre Kreditkarte vergessen. Unsere lieb gewonnenen und hochwertigen Geräte haben wir auch nicht immer im Hinterkopf bzw. im Auge.

Tobias Kostros: Die Welt wird mobiler, wir tragen immer mehr elektronische Geräte mit uns herum. Früher waren es das Handy und vielleicht noch der Laptop – heute haben wir mit dem Smartphone, einem Tablet, dem Laptop und dem geschäftlich genutzten BlackBerry durchaus drei bis vier mobile Geräte dabei.

Die Hektik spielt natürlich eine große Rolle. Im Zug passiert es schnell, dass ich das eine Gerät für ein anderes zur Seite lege und es dann beim Umsteigen liegen lasse. Man hat nun einmal nicht immer alles parat bzw. in Griffweite. Beim Vergessen ist aber noch nicht Schluss, immerhin wird beispielsweise jeder zehnte Laptop entwendet. Proximo dient also als Erinnerungsstütze und Diebstahlschutz.

Security-Insider: Mit Lösungen wie dem BungeeAir hat Kensington ja eigentlich bereits eine Lösung im Portfolio, mit der sich Mobilgeräte auffinden lassen. Wo liegt genau der Mehrwert beim Proximo?

Kostros: Bei der Markteinführung des BungeeAir wussten wir letztlich bereits, dass die Proximo-Lösung für unser Protfolio geplant ist und kommt. Bluetooth 4.0 war jedoch zu dieser Zeit noch nicht verfügbar. Und wir wollten für die Übergangszeit möglichst früh ein funktionierendes System am Markt etablieren, wussten aber schon, dass BungeeAir nur eine Basis ist.

Security-Insider: Hat das BungeeAir also ausgedient?

Zimmermann: Grundsätzlich könnte man sagen: vergessen Sie Bungee, denken Sie Proximo. BungeeAir ist längst nicht so komfortabel wie Proximo. Außerdem können wir Proximo dank weniger Hardware auch kostengünstiger anbieten. Alte Bluetooth-Generationen können wir mit Proximo allerdings nicht versorgen, dementsprechend hat BungeeAir durchaus noch seine Daseinsberechtigung gehabt.

Security-Insider: Haben Sie schon Erfahrungswerte zur Akkulaufzeit der Proximo-Transponder?

Kostros: Die Knopfzellen im Tag und dem Fob haben eine Batterie-Laufzeit von sechs Monaten. Die Proximo-App hält den Anwender natürlich über den Zustand der Batterie auf dem Laufenden. Neigt sich die Lebensdauer dem Ende zu, macht die App den Nutzer frühzeitig darauf aufmerksam.

(Am anderen Ende der Leitung ist ein Pfeifton zu vernehmen)

Security-Insider: Hat da jetzt etwa der Fob auf sich aufmerksam gemacht?

Kostros (lacht): Nein, das war das iPhone selbst. Was mich allerdings zu einem weiteren Punkt bringt: Auch wenn das iPhone auf lautlos geschaltet wird, funktionieren sowohl der App-Alarm als auch der Transponder-Signalton weiterhin.

Security-Insider: Wie genau funktioniert das Taggen und Wiederauffinden mit Proximo?

Kostros: Der Fob funktioniert bidirektional. Man kann also mit dem Anhänger auf Knopfdruck das iPhone finden und umgekehrt. Darüber hinaus kann man die beiden Komponenten so konfigurieren, dass ein Alarm ertönt, wenn man sich aus einem festlegbaren Bereich herausbewegt.

Beim Tag ist dieser Signalton nicht aktiv. Schließlich wollen wir einen potenziellen Dieb nicht auf einen Wertgegenstand wie das Portemonnaie hinweisen. Hier wird das Wiederauffinden über eine App-interne Karte ermöglicht. Darauf ist markiert, wo die Verbindung zum Tag das letzte Mal abgebrochen ist, so dass man dorthin zurückgehen kann.

Am iPhone selbst muss man zum Markieren der Tag-Position natürlich die Ortungsfunktion aktivieren. Selbstredend sollte auch Bluetooth aktiviert sein – die App warnt den Nutzer aber, wenn dies nicht der Fall sein sollte.

Hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten ist Proximo sehr variabel. Beispielsweise könnte man seinem Kleinkind ein Tag in die Tasche stecken, so dass es sich im Kaufhaus wieder auffinden lässt. Herr Zimmermann hat Proximo schon in der Praxis getestet.

Zimmermann: Ja, ich habe meinen Hund auf den Alarmton konditioniert. Sobald sich der Hund also außer Reichweite meines Telefons befand, hat das Signal ihn dazu veranlasst, zu mir zurückzukommen. Erstaunlicherweise konnte ich in der freien Natur mit Bluetooth 4.0 hohe Reichweiten von 50 bis 60 Metern erzielen. Und in den zwei Stunden, die ich mit meinem Hund unterwegs war, hat das iPhone stündlich nur zwei Prozent der Akkulaufzeit eingebüßt.

Security-Insider: Bezüglich der App wäre es gut zu wissen, ob entsprechende Versionen auch für Android, Windows Phone 8 oder dem neuen Blackberry 10 geplant sind.

Zimmermann: Für Android kann ich eine Lösung ähnlich der iOS-Version bestätigen, die Ende Februar erscheinen wird. Grundsätzlich ist zur iOS-App noch zu sagen, dass sie seit dem vergangenen Wochenende in entsprechenden Landessprachen bereitsteht.Bei Windows müssen wir noch sehen, wie sich der Markt entwickelt – auch hinsichtlich der Akzeptanz im Unternehmen, wenn denn Office-Anbindung und weitere Funktionen bereitstehen. Hinsichtlich Blackberry vermute ich, dass das wohl kein Thema sein wird. Wenn der Markt diesem Trend folgt, werden wir das aber auch in die Entwicklung mitberücksichtigen.

Welche Pläne haben Sie mit Proximo und wie viel wird die Lösung kosten?

Kostros: Proximo ist also mehr als ein schnöder Schlüsselfinder – die Reichweite von Bluetooth ist größer geworden und die Akkulaufzeit der mobilen Geräte ist auch besser als früher. Wir evaluieren natürlich derzeit Möglichkeiten, ob man die Technik beispielsweise fest in Rucksäcke oder ähnliches integrieren kann.

Das Starter-Paket mit einem Fob und einem Tag wird für 49,99 Euro in den Handel kommen. Ein einzelner Fob wird 34,99 Euro kosten, die separat erhältlichen Tags sind für 19,99 Euro erhältlich. Die App selbst ist kostenlos und fungiert als Steuerungszentrale.

Beim Einsatz von Proximo ist der Ideenreichtum des Users gefragt. Von den Einstellungsmöglichkeiten her ist die Lösung denkbar variabel: Man kann verschiedene Klingeltöne nutzen, Bilder dem jeweiligen Tag oder Fob zuordnen und den Alarm bei Bedarf ausschalten.

Weitere Informationen zu Proximo finden sich auf der Kensington-Webseite.

Über die Gesprächspartner

Tobias Kostros, Sales Manager Retail DACH

Tobias Kostros ist seit 2008 bei Kensington im deutschsprachigen Raum tätig. Zunächst war er als Key Account Manager Retail für Kunden im deutschen Sprachraum beschäftigt. Mit dem zunehmenden Interesse an Consumer-Technologien und der Erweiterung von Kensingtons Produkt-Portfolio auf den B2C-Bereich übernahm Herr Kostros vor zwei Jahren die Position als Sales Manager Retail DACH.

Jens Zimmermann, Regional Sales Manager Northern Europe

Jens Zimmermann ist seit 2000 bei Kensington tätig. In den ersten Jahren seiner Karriere war er für den Business-Bereich als Key Account Manager B2B zuständig. Mit der Erweiterung von Kensingtons Produkt-Portfolio auf den B2C-Bereich wurde auch der Aufgabenbereich von Herrn Zimmermann ergänzt, indem er ab April 2007 als Sales Manager B2B&B2C DACH tätig wurde. 2012 übernahm er die Position als Regional Sales Manager Northern Europe.

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