Drohender Datenverlust unter iOS oder Android

Schwierige Datenrettung beim Smartphone

| Autor / Redakteur: Michael Nuncic* / Stephan Augsten

Wie kann sich der Nutzer selbst helfen?

In einigen Fällen können sich Smartphone-Besitzer, die einen Datenverlust erlitten haben, selber helfen. Um den internen Speicher eines Android-basierten Smartphones auszulesen, gibt es einige Software-Lösungen auf dem Markt, mit denen man das gespeicherte Material meistens über USB-Kabel auf seinen Computer zieht. Wurden infolge eines Absturz oder eines Installationsabbruchs Daten auf dem internen Speicher gelöscht, kommt es darauf an, ob dieser als Wechsel-Festplatte am PC oder Mac erkannt wird.

Bei älteren Android-Betriebssystemen bis Version 3.x (Gingerbread) ist es möglich, den internen Speicher als Massenspeicher am PC einzubinden (Mass Storage Mode). Die gelöschten Daten lassen sich wiederherstellen, solange man nicht zu lange gewartet hatte und sie nicht in der Zwischenzeit überschrieben wurden.

Für Android-Smartphones ab Version 4.x ist die Lösung etwas umständlicher, aber ebenfalls möglich: Hier muss das Smartphone erst gerootet werden, um dann ein Image der gesamten Datenpartition zu erstellen und auf den PC zu überspielen. Hier kann man dann über das so erstellte Image Daten mit passender Recovery-Software wiederherstellen. Manch eine Custom ROM bietet im Übrigen auch einen Mass Storage Mode.

Schwieriger Zugriff auf iPhone-Speicher

Für Apple-Besitzer scheidet das Auslesen von SIM-Karten und MicroSD komplett aus, da iPhones diese Speicherorte nicht unterstützt und nur der interne Speicher genutzt wird. Auf den internen Speicher eines iPhone zuzugreifen, ist für die meisten Anwender schwierig.

Älteren iPhones bis zur Version 4 lassen sich in den Wartungsmodus schalten, über den man auf den internen Speicher zugreifen, ihn über spezielle Software auslesen und gelöschte Daten wiederherstellen kann. Für alle neueren Geräte ab dem iPhone 4s ist dieser Weg nicht mehr möglich. Datenrettungen können nur noch professionelle Dienstleister durchführen, die über spezielle, nicht im Handel erhältliche Werkzeuge verfügen.

Ergänzendes zum Thema
 
Wie sollte man sich bei einem physischen Geräteschaden verhalten?

Nur Spezialisten können bei Elektronik-Ausfällen helfen

Bei Elektronik-Problemen der im Smartphone eingebauten Flash-Speicher oder Controllern kann der Besitzer meist nichts tun. In diesem Fall sollte unbedingt auf die Dienste eines professionellen Datenrettungsunternehmens zurückgegriffen werden. Denn die Datenrettung von Flash-basierten Speichern ist sehr komplex.

Da die eingesetzte Technologie nicht die Reife der üblichen Festplatten erlangt hat, bringen die in Smartphones verwendeten Flash-Speicher eine gewisse Anfälligkeit für Fehler mit. Kroll Ontrack z.B. bekommt jährlich eine große Zahl von Flash-basierten SSD-Laufwerken von seinen Kunden, bei denen elektronische Probleme vorliegen. Das Wissen aus der SSD-Datenrettung lässt sich zum Teil auch auf Smartphones übertragen. Gleichzeitig wurden speziell für die Smartphone-Datenrettung neue Werkzeuge und Prozesse entwickelt.

Fazit

Wer bisher noch keinen Datenverlust auf seinem Smartphone erlebt hat, kann sich glücklich schätzen. Man sollte aber daran denken, sich bereits im Vorfeld zu schützen. Im Idealfall legt man ein Backup an. Im privaten Umfeld kann man dabei selbst entscheiden, ob man auf dabei auf einen Cloud-Dienst und/oder auf eine Offline-Sicherung vertrauen möchte. Im Unternehmen sollte man das genaue Vorgehen mit dem Geräteadministrator absprechen.

* Michael Nuncic ist Marketing Communications Manager bei der Kroll Ontrack GmbH.

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