Checkpoint, F-Secure, Ikarus, Kaspersky Lab, McAfee, Panda Security, Symantec, Trend Micro und AV-Test bitten um Klärung

Security-Anbieter laufen Sturm gegen die Stiftung Warentest

| Autor / Redakteur: Verfasser des offenen Briefes / Katrin Hofmann

In Ausgabe 4/12 wurde der umstrittene Test veröffentlicht. (Stiftung Warentest)
In Ausgabe 4/12 wurde der umstrittene Test veröffentlicht. (Stiftung Warentest)

Ein Test der Stiftung Warentest zu Antiviren-Paketen sorgt für Empörung bei den Herstellern. Die Methoden der Überprüfung stehen in der Kritik. Nun haben namhafte Anbieter einen offenen Brief an die Warentester veröffentlicht.

Nur vier von 18 Antiviren- und Internetsicherheits-Programmen erreichen in einer Kontrolle der Stiftung Warentest, die das Institut in der Ausgabe 4/12 veröffentlicht hat, die Testnote „gut“. Keines der getesteten Produkte spürte bei der Untersuchung sämtliche der 1.800 Schädlinge, die eingeschleust wurden, auf. Doch sind die Ergebnisse und Rankings tatsächlich so verlässlich, wie mancher Verbraucher auch bezüglich der Unabhängigkeit vermutlich annimmt? Etliche Hersteller wollen sich mit den Ergebnissen, die teilweise auch zu ihren Ungunsten ausgefallen sind, nicht zufriedengeben: von möglicherweise veralteten Testmethoden, beispielsweise teils ohne Internetanbindung, ist die Rede.

Offener Brief an die Stiftung Warentest:

„Als Verbraucher schätzen wir die Arbeit der Stiftung Warentest als Testgremium auch wegen ihrer Unabhängigkeit überaus. Um so mehr wundern wir uns, dass die Testmethoden leider nur unzureichend beschrieben sind. So ergibt sich der Eindruck, dass der Schwerpunkt auf veraltete Testmethoden gelegt wurde, die vor einigen Jahren absolut valide waren – es heute aber leider nicht mehr sind. Jedoch scheint diese Methode weder die Funktionsweise moderner Sicherheits-Software innerhalb der getesteten Programme zu prüfen noch das Verhalten der Benutzer oder tatsächlicher Infektionen abzubilden. Herstellerübergreifend und zusammen mit unabhängigen Software-Testern bieten wir Ihnen deshalb eine offene Diskussion über Ihre Testmethoden an und hoffen, Ihnen dabei einige Anregungen geben zu können, um zukünftig realitätsnähere Testergebnisse erzielen zu können.

Vor diesem Hintergrund fragen wir uns, warum die Stiftung Warentest nicht von Beginn an mit etablierten Testinstituten in diesem Bereich zusammengearbeitet hat, die auf eine moderne Testmethodik setzen, um die tatsächliche Gefährdungslage für Nutzer und die Leistung der Schutz-Software in einem realistischen Szenario abzuprüfen und diese auch vergleichbar zu machen. Auch die ‚Anti Malware Testing Standards Organization‘ hat grundlegende Empfehlungen veröffentlicht, um Testern dabei zu helfen, Aufbau und Durchführung Ihrer Tests zu optimieren. Unser Eindruck ist, dass diese in ihrem Test nicht berücksichtigt wurden.“

Welche Methoden die Verfasser des Briefes im Einzelnen hinterfragen, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Ergänzendes zum Thema
 
Kritik zurückgewiesen

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