Sicher und agil

Security und Privacy by Design

| Autor / Redakteur: Martin Kuppinger / Stephan Augsten

Wer erfolgreich und kostengünstig Dienste anbieten will, muss in der Lage sein, sie flexibel zu rekonfigurieren.
Wer erfolgreich und kostengünstig Dienste anbieten will, muss in der Lage sein, sie flexibel zu rekonfigurieren. (Bild: Archiv)

IT-Sicherheit ist teuer und bringt keine Vorteile fürs Geschäft? Dieses alte Vorurteil gegenüber der Informationssicherheit gehört ein für alle Mal aus der Welt geschafft. Das genaue Gegenteil ist der Fall, insbesondere bei der Digitalen Transformation.

Klar, IT-Sicherheit gibt es nicht umsonst. Aber sie allein auf den Faktor Kosten zu beschränken, ist extrem kurzsichtig. Leider führt das immer wieder dazu, dass Informationssicherheit insgesamt als lästiges Anhängsel bzw. Nachlese gesehen wird.

Tolle neue Business-Lösungen sollen her, Sicherheit hindert da doch nur, so der Gedanke vieler Führungskräfte in allen Unternehmensbereichen. Da können wir später immer noch dran denken. Vorsicht: Gerade in der Welt des Internet of Everyone, Everything and Everywhere ist diese Ansicht brandgefährlich.

Deutlich macht dies unter anderem auch das aktuelle Urteil zu Facebook und Safe Harbor. Wie es aussieht, wird die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), dass Daten bei ihrem Transfer von Europa in die USA als nicht sicher einzustufen sind, viele Unternehmen betreffen.

Mit Ausnahme des Sozialen Netzwerks Facebook, das die eigentliche Ursache des Rechtsstreits war. Dank vieler erstklassiger Juristen und Lobbyisten wird sich das Unternehmen wohl aus der Affäre ziehen und weitermachen können wie bisher.

Mehr Sicherheit, mehr Beteiligung

Die Aktivität der Nutzer geht in Deutschland aber offenbar zurück. Trotz der heute noch schieren Allgegenwart von Facebook: Ein Soziales Netzwerk ohne immer wieder neue Einträge aller Mitglieder droht über kurz oder lang einzugehen. Das haben andere Beispiele bewiesen.

Laut einer online-repräsentativen Umfrage will ein Viertel der 3.450 Befragten überhaupt keine Sozialen Medien mehr nutzen, 44 Prozent von ihnen geben als Grund für ihre Verweigerungshaltung die Sorge an, private Daten zu verlieren. Hätte Facebook mehr Geld in Security und Privacy by Design investiert als in Top-Anwälte, würden bestimmt mehr Menschen das Angebot wieder begeistert mit Inhalten befüllen. Sie bräuchten lediglich mehr Möglichkeiten, das eigene Sicherheitsniveau selbst bestimmen zu können.

Eine Lösung hierzu wäre das Konzept von Life-Management-Plattformen, über die ein Anwender seine persönlichen Daten im Web zuverlässig vor unerwünschten Zugriffen schützen kann. Es ist eben wie bei allem in der Online-Welt immer auch eine Frage des Vertrauens, der Sicherheit und der Nutzerfreundlichkeit.

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