Die eigene Cloud mit SharePoint und Office Web Apps betreiben (Teil 2) SharePoint und Office Web Apps in der Praxis

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

Sollen Anwender auch mobil auf wichtige Daten im Unternehmen zugreifen, besteht die Möglichkeit Dateien in SharePoint zu speichern. Zusammen mit Office Web Apps können Anwender Dokumente im Browser lesen und sogar bearbeiten. Eine praxisnahe Anleitung.

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Aus der Praxis: Die eigene Cloud mit SharePoint und Office Web Apps betreiben.
Aus der Praxis: Die eigene Cloud mit SharePoint und Office Web Apps betreiben.

Der nachfolgende Beitrag beschreibt das Aufsetzen von Office Web Apps im Zusammenspiel mit SharePoint 2010 und dem Microsoft Forefront Threat Management Gateway (TMG).

Im ersten Teil des Beitrags "Mit Hyper-V und Co. die eigene Cloud betreiben" finden Sie einen allgemeinen Überblick über die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Microsoft Hyper-V, SharePoint und Office Web Apps.

Unternehmen, die SharePoint einsetzen, können für Testzwecke problemlos bei Microsoft Testversionen aller notwendigen Produkte herunterladen. Sowohl Windows Server 2008 R2, als auch SharePoint Server 2010 und das Forefront Threat Management Gateway 2010 stehen als Testversion zur Verfügung. Wer Office Web Apps testen will, kann das auch über Windows Live durchführen. Die Funktionen sind identisch mit den Möglichkeiten in SharePoint 2010.

Wer es sich ganz einfach machen will, kann auch die Produkte innerhalb von Office 365 testen. Auch hier sind SharePoint und Office Web Apps integriert. In diesem Fall sind die Daten zwar nicht auf eigenen Servern gespeichert, aber die eigentliche Funktion lässt sich testen. Microsoft stellt Office 365 als 30-Tage-Testversion vollkommen kostenlos zur Verfügung. Nach den 30 Tagen läuft das Abonnement automatisch aus, Administratoren müssen nichts beachten. Welche Version Sie testen wollen, entscheiden Sie auf der Office 365-Seite.

SharePoint 2010 installieren

SharePoint 2010 lässt sich über Assistenten wesentlich einfacher installieren als noch die Vorgängerversionen. Zur Installation legen Administratoren die SharePoint-Installations-DVD ein und klicken doppelt auf die Datei splash.hta, falls diese nicht automatisch startet. Bevor die eigentliche Installation durchgeführt wird lassen sich alle Systemvoraussetzungen direkt über das Fenster herunterladen und installieren. Der Server benötigt lediglich eine Internetverbindung. Dazu klicken Administratoren auf Softwarevoraussetzungen installieren (siehe Abbildung 1 in der Bildergalerie).

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Nach der Installation lässt sich über die Installationsoberfläche die eigentliche Installation von SharePoint starten. Während der Installation können Administratoren entweder eine eigenständige Installation starten oder den Server an eine SQL-Datenbank anbinden. Bei der eigenständigen Installation verwendet SharePoint Server 2010 als Datenbank eine lokale Installation von SQL Server Express 2008. Nach der Installation startet der Assistent für die Konfiguration. Über Assistenten lässt sich der Server in der Grundkonfiguration einrichten (Abbildung 2).

Office Web Apps installieren

Um Office Web Apps im Unternehmen über SharePoint bereitzustellen, sind die Installationsdateien der Office Web Apps notwendig. Diese stehen bei Microsoft in der TechNet oder über Partner zur Verfügung, wenn ein Unternehmen Office lizenziert hat. Microsoft bietet dazu Informationen in der TechNet. Während der Installation sind keine Konfigurationsmaßnahmen notwendig. Nach der Installation von Office Web Apps startet der Konfigurations-Assistent für SharePoint-Produkte (Abbildung 3).

Anschließend rufen Administratoren in der SharePoint-Zentralverwaltung den Menüpunkt Systemeinstellungen auf und klicken auf Dienste auf diesem Server verwalten. Folgende Dienste müssen gestartet sein:

  • Dienste für Excel-Berechnungen
  • Word-Anzeigedienst
  • PowerPoint-Dienst

Als Nächstes klicken Administratoren in der Zentralverwaltung auf den Menüpunkt "Anwendungsverwaltung\Dienstanwendungen verwalten" (Abbildung 4). Mit "Neu\Word-Anzeigedienstanwendung" wird eine neue Anwendung für die Online-Version von Word erstellt. Bei "Anwendungspool" ist die Option "Vorhandenen Anwendungspool verwenden\SharePoint Web Services Default" ausreichend. Die Option "Fügen Sie den Proxy dieser Dienstanwendung der Standardproxyliste der Farm hinzu" ist auch notwendig. Genauso gehen Admins für die Dienste "PowerPoint-Dienstanwendung und Excel Services-Anwendung" vor (Abbildung 5).

Anschließend muss die SharePoint-Webseite aufgerufen werden. Mit "Websiteaktionen\Websiteeinstellungen\Websitesammlungsfeatures\Office Web Apps" lassen sich die Web Apps für Bibliotheken in dieser Website aktivieren (Abildung 6).

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Klicken Anwender auf Dokumente in den Bibliotheken, stehen die Optionen "Im Browser anzeigen" und "Im Browser bearbeiten" zur Verfügung. Hierüber können Anwender mit Office Web Apps das Dokument bearbeiten oder anzeigen (Abbildung 7).

Über das Office Web Apps-Forum erhalten Anwender Hilfe bei Problemen und den Funktionen von Office Web Apps. Weitere Anleitungen und Hinweise sind auch über die Microsoft-Seite verfügbar.

Office Web Apps im Internet zur Verfügung stellen

Wollen Unternehmen nicht Office 365 und auch nicht die kostenlosen Office Web Apps in Windows Live verwenden, ist der beste Weg die Veröffentlichung von SharePoint im Internet. Am einfachsten geht das über das Forefront Threat Management Gateway (TMG) 2010, welches als Testversion kostenlos zur Verfügung steht. Die Installation und erste Einrichtung ist über Assistenten schnell abgeschlossen. Die grundlegende Konfiguration entspricht der Veröffentlichung von Outlook Web App in Exchange Server 2010. Dazu bietet Microsoft ein eigenes Whitepaper zum Download an. Nach den Vorbereitungen lässt sich neben Exchange auch SharePoint mit Office Web Apps veröffentlichen.

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Anwender greifen normalerweise per SSL über das Internet auf das TMG zu. URLs für den Zugriff in SharePoint tragen die Bezeichnung "Alternative Zugriffsordnungen" (Alternative Access Mappings, AAM). Einfach ausgedrückt müssen Administratoren in der Zentraladministration die URLs angeben, mit denen Anwender über das Internet auf SharePoint zugreifen. Um SharePoint zu veröffentlichen, klicken Admins im Aktionsbereich der TMG-Verwaltungskonsole auf die Registerkarte "Aufgaben" und wählen den Menüpunkt "SharePoint-Sites veröffentlichen" aus (Abbildung 8).

Die Konfiguration erfolgt über einen Assistenten. Die Eingaben ähneln der Veröffentlichung von Exchange, da Outlook Web Apps auch nichts anderes wie eine Webseite ist. Über den Assistenten legen Admins auch die Alternative Zugriffsordnung (Alternative Access Mappings, AAM) fest. Welche URLs SharePoint dabei unterstützt, ist in der Zentraladministration von SharePoint über "Anwendungsverwaltung\Alternative Zugriffszuordnungen konfigurieren" festgelegt Hier müssen Administratoren die URLs hinterlegen die Anwender für den internen Zugriff und den externen Zugriff auf SharePoint 2010 verwenden (Abbildung 9).

Authentifizieren am TMG für den Zugriff auf eigene Clouddienste

Ist der Assistent richtig durchgeführt, können Anwender über das Internet auf das TMG zugreifen und werden auf den SharePoint-Server weitergeleitet. Dieser zeigt die gespeicherten Dokumente an, die Anwender wiederum mit Office Web Apps öffnen können. Über das TMG können Unternehmen aber nicht nur Exchange und SharePoint veröffentlichen, sondern alle webbasierten Anwendungen im Unternehmen. Zur Authentifizierung der Anwender, zeigt das TMG ein Anmeldefenster an (Abbildung 10).

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Sollen auch normale Anwendungen im Internet zur Verfügung gestellt werden, bietet sich der Betrieb eines Remotedesktop-Servers (ehemals Terminalserver) an. In Windows Server 2008 R2 lässt sich ein solcher Server auch über HTTPS und das TMG 2010 im Internet zur Verfügung stellen. Über diesen Weg lassen sich auch vollwertige Anwendungen über das Internet zur Verfügung stellen (Abbildung 11).

Haben Administratoren den Server installiert und die Anwendungen über Assistenten veröffentlicht, stehen diese über eine Webseite zur Verfügung (Abbildung 12).

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