Chat, Foren, Cloud und mehr PGP-gesichert für die Teamarbeit nutzen Sicherer, anonymer und kostenloser Datenaustausch mit RetroShare

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

Bei RetroShare handelt es sich um eine Opensource-Lösung, mit der Anwender untereinander sicher kommunizieren und Daten austauschen können. Die gesamte Chat- und VoIP-Kommunikation und das Filesharing erfolgt über SSL-Verschlüsselung und PGP.

RetroShare bietet sicheren und Client-gestützten Datenaustausch, Chatkanäle und –Lobbys, Foren, VoIP-Kommunikation und das alles PGP-gesichert über das Internet.
RetroShare bietet sicheren und Client-gestützten Datenaustausch, Chatkanäle und –Lobbys, Foren, VoIP-Kommunikation und das alles PGP-gesichert über das Internet.
(© mikkolem - Fotolia.com)

Kleinere Teams in Unternehmen sollten sich RetroShare ansehen, wenn es um den sicheren und stabilen Datenaustausch im Internet gehen soll oder um die sichere Kommunikation mit Teammitgliedern. Die Entwickler stellen Clients für Windows, Linux und MacOS zur Verfügung.

RetroShare bietet sicheren und Client-gestützten Datenaustausch, Chatkanäle und –Lobbys, Foren, VoIP-Kommunikation und das alles PGP-gesichert über das Internet. Die Teammitglieder können mit der Anwendung Instant Messaging betreiben, Daten im Team austauschen, aber auch Foren und Chat-Lobbys für die Gruppenkommunikation erstellen.

RetroShare verbindet sich nicht mit einem Server, sondern die Kommunikation erfolgt zwischen den Clients untereinander, indem Anwender andere Teammitglieder einladen oder eingeladen werden. In den Einstellungen lassen sich auch die IP-Adressen und andere Daten verschleiern. Allerdings hat die Software oft Probleme mit Firewalls in Unternehmen. Hier besteht in den Optionen die Möglichkeit den Firewall-Modus zu aktivieren. Dieser hilft bei vielen Problemen. Wer den Client nicht installieren will, kann auch mit der portablen Version arbeiten. Diese lässt sich während der Ausführung des Installationsassistenten auswählen.

RetroShare in der Praxis

Nachdem der Client auf dem Rechner entpackt oder installiert wurde, müssen Anwender zunächst eine neue Identität mit Kennwort und Ort der Installation erstellen. Während der Erstellung wird auch ein PGP-Schlüssel erstellt. Dazu muss einfach die Maus im Fenster bewegt werden, bis die Erstellung des Schlüssels abgeschlossen ist (siehe Abbildung 1 in der Bildergalerie).

Wenn die lokale Firewall eine Meldung zeigt, muss der Internetzugriff von RetroShare natürlich erlaubt werden. Um neue Freunde einzuladen wird auf das Icon zum Hinzufügen von Freunden geklickt und danach entweder das Zertifikat des Freundes direkt importiert oder eine Einladungs-E-Mail versendet. Anwender sollten sich nach der Installation auch möglichst den Menüpunkt Erste Schritte anzeigen lassen. Hier werden alle wichtigen Einstellungen für die erste Verwendung von RetroShare besprochen (Abb. 2).

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Für das Versenden der E-Mail, wird nicht der E-Mail-Client auf dem Rechner verwendet, sondern RetoShare selbst. Hier lässt sich auch Text und Betreff bestimmen. Der einfachste Weg für das Einladen ist aber, wenn Anwender das eigene Zertifikat im RetroShare-Client speichern oder exportieren und diese Datei per E-Mail, CD oder USB-Stick zu den anderen Freunden oder Teammitgliedern versenden. Diese importieren das Zertifikat über den entsprechenden Assistenten. Nach einiger Zeit wird eine Verbindung aufgebaut, die Freunde als verbunden angezeigt, und auch der Status aktualisiert. So ist die Anbindung recht schnell abgeschlossen.

Teammitglieder können auch andere Teammitglieder zu externen Anwendern weiterempfehlen, zum Beispiel weitere Teammitglieder. Diese können dann die vorgeschlagenen Kontakte hinzufügen. Jeder Kontakt kann aber für alle anderen Kontakte genau festlegen, welche Rechte diese erhalten sollen und bestimmen, welche Kontakte angenommen werden sollen, und welche nicht. Diese Einladung erfolgt dann aber im eigenen RetoShare-Netzwerk. Beispiel: Kontakt 1 hat Kontakt 2 und Kontakt 3 in der Liste. Kontakt 2 hat aber nur Kontakt 1 in der Liste. Kontakt 1 kann Kontakt 3 jetzt an Kontakt 2 weiterempfehlen, der den Zugriff aber blockieren kann (Abb. 3).

Durch einen Klick auf den Freund und dem Aufrufen der Registerkarte "Vertrauen", lässt sich einstellen, ob dem Freund vertraut wird, also Daten ausgetauscht werden können. Über das Kontextmenü lassen sich jetzt Chats aufrufen oder auch Nachrichten mit Anhang schreiben. In den Einstellungen der Kontakte lassen sich weitreichende Sicherheitseinstellungen und Rechte für die einzelnen Bereiche in RetroShare einstellen, also Instant Messaging (Chat), Chatlobbys- und –Kanäle, Foren und Datenaustausch (Abb. 4).

Dateiaustausch und Teamarbeit mit RetroShare

Über die Option Dateifreigabe lassen sich Informationen zum Datenaustausch und den aktuellen Down- und Uploads anzeigen. Wird über das Kontextmenü zu einem Freund eine neue Nachricht gesendet, können Anwender dieser eine Datei anhängen. In den Nachrichten sind die Dateien im unteren Bereich zu sehen. Über das Kontextmenü lassen sich diese herunterladen. Der Status dazu ist über Dateifreigabe zu sehen. Der Datenaustausch geht auch über Chatlobbys und Foren (Abb. 5).

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Im RetroShare-Client lassen sich aber nicht nur Nachrichten zwischen zwei Teammitgliedern austauschen, sondern auch Gruppenchats und Foren erstellen. Die Einstellungen dazu sind im Bereich Foren zu finden. Hier können Teammitglieder neue Foren erstellen und einzelne oder alle Freunde einladen. In den Foren können Teammitglieder auch diskutieren und Informationen zuverlässig austauschen, wenn andere Mitglieder nicht online sind.

Über das Kontextmenü zu Forenbeiträgen lassen sich Antworten im Forum erstellen, natürlich ebenfalls mit Dateianhang, wenn das gewünscht ist. Über das Kontextmenü lassen sich aber auch Privatnachrichten an den Autor des Beitrags verfassen.

Außerdem lassen sich auch Chatlobbys mit mehreren Anwendern und gleichzeitigen Chats erstellen. In den Foren und Chats lassen sich auch sehr leicht Dateien und Dokumente austauschen. Die Dokumente lassen sich mit dem PGP-Schlüssel auch unterschreiben (Abb. 6).

Bereits in den Standardeinstellungen können auch normale Anwender, ohne großartige IT-Erfahrung, mit dem Client arbeiten. Wer sich etwas tiefer mit dem Produkt auseinandersetzt wird schnell sehen, dass es zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten bezüglich der Sicherheit und der Verbindung zu den Clients gibt.

Es bietet sich daher an, nach der Installation und Einrichtung des Clients die Einstellungen nach und nach durchzugehen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Im Internet ist dazu eine umfangreiche deutsche inoffizielle Anleitung zu finden. Bei der ersten Einrichtung hilft auch der Link "Den Startassistenten aufrufen" über Optionen\Allgemein (Abb. 7).

Fazit

Teams, die regelmäßig kommunizieren müssen und bei denen die Anwender global verteilt oder mobil unterwegs sind, sollten sich RetroShare ansehen. Das Programm ist leicht bedienbar, sicher und bietet enorme Möglichkeiten, ohne gleichzeitig zu viel Ressourcen zu verbrauchen oder zu verwirren. Lediglich die initiale Anbindung der Teammitglieder kann zeitweise etwas dauern. Es müssen auch nicht alle Funktionen genutzt werden, aber vor allem die Bereiche Chat, Datenaustausch und Foren können die Produktivität von Teams deutlich erhöhen.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist