BSH Consumer Data Trust Report

Sicherheit vernetzter Hausgeräte

| Redakteur: Peter Schmitz

Eine Verbraucherstudie zur Datennutzung und Datensicherheit beim Internet der Dinge zeigt: Der verantwortungsvolle Umgang mit Daten wird nach Meinung der Konsumenten ein wichtiger Faktor für den Erfolg von vernetzten Hausgeräten.
Eine Verbraucherstudie zur Datennutzung und Datensicherheit beim Internet der Dinge zeigt: Der verantwortungsvolle Umgang mit Daten wird nach Meinung der Konsumenten ein wichtiger Faktor für den Erfolg von vernetzten Hausgeräten. (Bild: BSH)

Konsumenten hinterfragen digitale Services hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit sehr genau, sind jedoch bereit, für individuellen Mehrwert persönliche Daten anzugeben. Das geht aus dem Consumer Data Trust Report hervor, den die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid erstellt hat.

Das Internet der Dinge ist auf dem Vormarsch: Die Digitalisierung vernetzt Branchen und Produkte. Auch im Hausgerätesektor entsteht eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, um den Alltag angenehmer zu gestalten. Doch die Basis aller Ideen für das vernetzte Haus und deren Mehrwert sind Daten. Und hier entsteht ein Spannungsfeld: Einerseits begreifen Konsumenten diese digitalen Möglichkeiten als Bereicherung, auf die sie nicht mehr verzichten möchten. Andererseits ist die Sorge groß, durch die Nutzung der Angebote zum gläsernen Konsumenten zu werden.

Grundsätzlich zeigt die in Deutschland und Österreich durchgeführte Studie aber, dass die Bevölkerung technischen Neuerungen aufgeschlossen gegenüber steht. Mehr als die Hälfte der Befragten bezeichnet sich als technikaffin und über ein Drittel der Befragten kann sich bereits heute vorstellen, vernetzte Hausgeräte zu nutzen.

Die Steuerung vernetzter Hausgeräte erfolgt in der Regel per App über das Smartphone oder Tablet. Und spätestens hier beginnen die Bedenken deutscher Verbraucher im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit. Etwa die Hälfte der Befragten in Deutschland (48 Prozent) hat sich aus Datenschutzgründen schon einmal gegen die Installation einer App entschieden – in Österreich waren es mit 58 Prozent sogar über die Hälfte. Dieses Misstrauen überträgt sich auch auf die Nutzung von vernetzten Hausgeräten. So befürchten 53 Prozent der Befragten in Deutschland und 57 Prozent der Befragten in Österreich, dass mehr Daten gesammelt werden, als für die Steuerung der Geräte benötigt werden. Nicht zuletzt deshalb unterziehen Konsumenten Apps und Programme einer genauen Prüfung und installieren sie nur dann, wenn ersichtlich ist, welchem Zweck die Freigabe bestimmter Daten dient.

„Wir nehmen die Wünsche und Bedenken der Konsumenten hinsichtlich des Umgangs mit Daten aus vernetzten Hausgeräte sehr ernst, denn nur mit dem Vertrauen der Konsumenten können wir die Potenziale der neuen Technologien effektiv nutzen“, erklärt Dr. Karsten Ottenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der BSH. „Wir müssen dazu unsere Vernetzungstechnologien nicht nur durch unabhängige Instanzen kontinuierlich auf ihre Sicherheit prüfen lassen, sondern im Dialog mit den Konsumenten auch daran arbeiten, Transparenz zu schaffen und Misstrauen auszuräumen. Das Vertrauen in unsere Marken wird dabei ein wichtiger Baustein sein.“

Konsumenten wünschen individuelle Lösungen

Der Consumer Data Trust Report zeigt, dass Konsumenten bereit sind, persönliche Daten bei digitalen Zusatzfunktionen anzugeben, wenn der individuelle Mehrwert eindeutig erkennbar ist. Sehr persönliche Daten zur eigenen Person, wie Allergien oder Krankheiten, möchte ein Großteil der Befragten (über 60 Prozent in beiden Ländern) nicht angeben – es sei denn, es geht um individuelle Rezeptempfehlungen, dann verweigern nur noch rund 34 Prozent der Befragten in Deutschland und 37 Prozent der Befragten in Österreich eine Datenabgabe.

Software-Updates, die an die aktuelle Lebenssituation angepasst sind, wie beispielsweise spezielle Fleckenprogramme für die Waschmaschine, finden 35 Prozent der Befragten in Deutschland so interessant, dass sie hierfür ebenfalls mehr Daten freigeben würden. Und auch praktische Tipps, die zum persönlichen Nutzungsverhalten passen, wie die Senkung des Energieverbrauchs, finden bei mehr als der Hälfte der Befragten in beiden Ländern Zuspruch. Geht es darum, dass das Hausgerät bei Problemen direkt mit dem Kundendienst kommuniziert – um Ersatzteile zu bestellen oder eine Fernwartung zu veranlassen – wird die Abgabe von Adressdaten weniger kritisch eingestuft, als bei Funktionen, die vom Wohnort unabhängig sind.

Die digitale Transformation der Gesellschaft ist in vollem Gange, die Abfrage privater Daten wird dabei zunehmend kritisch hinterfragt. Konsumenten erwarten von den Herstellern vernetzter Hausgeräte große Anstrengungen und eine transparente Kommunikation. Für die BSH heißt das, dass Datability – der verantwortungsvolle Umgang mit Daten – in Zukunft neben konsumentenzentrierten Innovationen ein wichtiger Faktor für den Erfolg ihrer Produkte und Lösungen sein wird.

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