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Realität versus Vision Sicherheitsrisiken bremsen IT-Innovationen

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Ist ein Smart-TV noch „smart“, wenn er nicht wie vorgesehen mit einem Netzzugang versehen wird? Wegen Sicherheitsbedenken werden technische Möglichkeiten häufig nicht genutzt, legt eine Studie nahe.

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Ein „Smart-TV“ ohne Internet-Anschluss ist im Grunde ein normaler Fernseher.
Ein „Smart-TV“ ohne Internet-Anschluss ist im Grunde ein normaler Fernseher.
(Bild: VBM-Archiv)

Während auf der IFA 2014 viele intelligente Heimgeräte gezeigt werden, darunter Smart-Home-Produkte, Überwachungs- und Automatisierungssysteme oder Küchengeräte, sind viele Nutzer wegen Sicherheitsbedenken skeptisch – sogar jene, die derlei Smart-Home-Produkte gekauft haben.

Die deutschen Nutzer verbinden diese nur selten mit dem Internet. Diese überraschende Erkenntnis hat eine aktuelle repräsentative Studie von TNS Infratest im Auftrag des Sicherheitsanbieters Bitdefender ergeben. Der Hauptgrund dafür ist die Sorge vor einem Betrug durch Diebstahl von privaten Informationen.

Vorsichtige Nutzer

Der jüngste Hack aus dem 4Chan-Umfeld, bei dem eine Vielzahl von Nacktbildern von mehr oder weniger Prominenten auf Image-Boards gelandet sind, gibt den Netz-Skeptikern recht. Die Internetanbindung gilt als Sicherheitsrisiko. Während dieser Zusammenhang bei privaten, nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Bildern, auf der Hand liegt, reicht die Skepsis tiefer: Selbst bei Smart-TVs liegt der Anteil jener, die das Gerät ans Netz anschließen, lediglich bei 41 Prozent.

Daten- und Kontrollverlust

Während bereits die Hälfte der Deutschen ein Smartphone besitzt und etwa jeder Vierte ein Tablet, werden smarte Heimgeräte derzeit erst von 19 Prozent genutzt. Jeder Zehnte hat einen Smart-TV. Generell gilt: Je jünger die Befragten sind, desto eher verwenden sie smarte Geräte.

73 Prozent fürchten jedoch Cyber-Attacken, die private Daten abziehen. Nur vier Prozent fürchten laut Studie den Kontrollverlust über die Systeme. Entsprechend werden lediglich 14 Prozent der Überwachungssysteme, sechs Prozent der Automatisierungssysteme und gar nur ein Prozent der smarten Küchengeräte tatsächlich mit dem Internet verbunden.

Klassische IT

Die Sorgen bei IT-Angriffen auf PC, Laptop oder Smartphone sind ähnlich und betreffen in erster Linie den Zugriff auf private Informationen oder sensible Transaktionen wie Bankgeschäfte. Bei Smartphones kommt die Angst vor einer Fremdsteuerung, etwa der Kamera oder des Mikrofons, hinzu. Generell sind hier die Bedenken bei jüngeren Befragten stärker ausgeprägt, einerseits weil sie die Gefahren vermutlich besser kennen und andererseits weil sie aufgrund ihrer höheren Technikaffinität wohl auch häufiger sensible Transaktionen durchführen.

Bitdefender-Statement

„Viele Menschen haben Angst vor einem Diebstahl auf ihrem Bankkonto, da Kreditkartennummern und andere Angaben heute fast überall digital gespeichert sind“, sagt Catalin Cosoi, Chief Security Strategist bei Bitdefender. „Mit den neuen Mobilgeräten wird auch das Abhören privater Gespräche oder der Diebstahl persönlicher Bilder immer einfacher. Durch neue sicherheitszentrierte Technologie und entsprechende Richtlinien lassen sich diese Gefahren jedoch weitgehend vermeiden.“, so Consoi.

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