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Virtueller und physikalischer Datendiebstahl hoch im Kurs Skimming und Internet-Betrug nehmen laut Kriminalstatistik zu

| Redakteur: Stephan Augsten

In der Sonderkennung „Tatmittel Internet“ hat die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2008 bundesweit über 167.000 Straftaten erfasst. Wie schon im Vorjahr stehen dabei Betrugsdelikte an erster Stelle. Einen starken Anstieg von 105 Prozent verzeichnet auch der Betrug mit rechtswidrig erlangten Daten von Zahlungskarten, auch bekannt als Skimming.

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Betrüger werfen zunehmend ein Auge auf Offline- und Online-Banking-Daten.
Betrüger werfen zunehmend ein Auge auf Offline- und Online-Banking-Daten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Beim Skimming spähen Kriminelle die Daten und PINs von Debitkarten direkt beim Abhebevorgang an manipulierten Geldautomaten aus. Die Kartendaten werden anschließend auf sogenannte Dublettenkarten übertragen, mit denen die Täter letztlich Geld vom Konto des Betrogenen abheben können.

In der polizeilichen Kriminalstatistik für 2008 wurden insgesamt 10.124 solcher Skimming-Betrugsfälle registriert, dieser Wert hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Bei der Computer-Kriminalität ging der Betrug mittels Debitkarten und PIN hingegen um 6,5 Prozentpunkte zurück, allerdings ist die Zahl der insgesamt 23.689 registrierten Fälle vergleichsweise hoch.

Bei den Cyber-Kriminellen erfreut sich dafür das Ausspähen sensibler Informationen wachsender Beliebtheit. Das Abfangen von Daten einschließlich der dafür benötigten Vorbereitungshandlungen ist von 2007 bis 2008 um 60 Prozent auf 7.727 Fälle gestiegen. Grund hierfür ist laut der Kriminalstatistik die zunehmende Internet-Nutzung für Online-Banking und -Shopping.

Insgesamt wurden in der Sonderkategorie „Tatmittel Internet“ mit 167.451 Strafttaten 6,5 Prozent weniger Fälle registriert als noch 2007. Die Zahl der Betrugsdelikte über das Internet steht dabei mit über 128.000 Fällen an erster Stelle. Während die Verbreitung pornographischer Schriften leicht zugenommen hat, ist der Anteil des reinen Computerbetrugs etwa gleich geblieben. Derweil sind Softwarepiraterie-Delikte um 37,8 Prozent auf 1.854 Fälle gesunken.

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