Suchen

Internet-fähige Fernseher als Einfallstor für Cyber-Kriminelle Smart TVs – genauso anfällig wie Smartphone und PC?

| Redakteur: Stephan Augsten

Mit dem Smart TV gelangen Internet und Apps direkt ins Wohnzimmer – doch damit eröffnen sich auch den Cyber-Kriminellen neue Wege. Im Vorfeld der IFA 2012 geht der Sicherheitsexperte Ralf Benzmüller von G Data deshalb auf die Gefahren von Smart TVs ein.

Firmen zum Thema

Smart TVs eröffnen neue Angriffsvektoren für Malware- und Hacking-Attacken.
Smart TVs eröffnen neue Angriffsvektoren für Malware- und Hacking-Attacken.

Internet-fähige Fernseher, die als Smart TVs angepriesen werden, sind auf der IFA 2012 in Berlin eines der Leitthemen. Für die Anbieter von Online-Diensten ist diese Entwicklung besonders interessant, denn Smart TVs erschließen eine vollkommen neue Nutzergruppe.

Plötzlich können auch Menschen online gehen, die sich dem Internet aus Desinteresse oder Unkenntnis bislang verweigert haben. Doch dies wird nach Einschätzung von Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs, unweigerlich auch Cyber-Kriminelle auf den Plan rufen.

Smart TVs sind mit leistungsstarken Prozessoren ausgestattet und begründen eine neue Ära der Heimcomputer. Würde es Angreifern gelingen, die Internet-fähigen Geräte über infizierte Apps oder Drive-by-Downloads mit Schadcode zu infizieren, ließe sich die Rechenleistung beispielsweise für DDoS-Angriffe auf Unternehmen missbrauchen.

Die Folgen sind nach Einschätzung von Ralf Benzmüller kaum abzusehen. Prinzipiell sei alles möglich: Vom Datendiebstahl über das Ausspähen des Wohnzimmers per Smart-TV-Kamera bis hin zur Einbindung in Botnetze oder die Nutzung der geballten Rechenpower zum Knacken von Zugangsdaten.

Cyber-Kriminelle machen vermutlich erste Gehversuche

„Nach unserer Einschätzung nutzen Cyber-Kriminelle bereits die frei zugänglichen Software-Entwicklungs-Kits der TV Hersteller, um Angriffsmöglichkeiten auszuloten“, befürchtet Benzmüller. „Wir rechnen damit, dass in Kürze die ersten Proof-of-Concepts veröffentlicht werden“, prognostiziert der Security- und Antivirus-Experte.

Noch bleibt abzuwarten, wann der erste Schädling für Smart-TVs die Wohnzimmer erreichen wird. Die IT-Security-Industrie könne aber schnell auf die neuen Bedrohungen reagieren, glaubt Ralf Benzmüller. „Vielen Nutzern von Smart TVs muss allerdings noch bewusst werden, dass sie den gleichen Bedrohungen ausgesetzt sind, wie andere Rechner im Internet“, mahnt der Forschungsleiter von G Data.

(ID:35297280)