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Risiko durch private Mobiltelefone mit erweitertem Funktionsumfang Smartphones bringen Unwägbarkeiten ins Firmen-LAN

| Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Smartphones stellen für ein Unternehmensnetzwerk eine ernstzunehmende Gefahr dar. Sie können aufgrund der unzähligen, verschiedenen Betriebssysteme meist nur unzureichend abgesichert werden. Im Gegensatz zu Laptops sind die meisten Smartphones Privateigentum der Mitarbeiter. Trotzdem werden Produktivdaten darauf gespeichert. Ein unverantwortliches Risiko?

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Smartphones im Unternehmensnetz sind vor allem eines: gefährlich.
Smartphones im Unternehmensnetz sind vor allem eines: gefährlich.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Anbieter von Verschlüsselungslösungen Credant hat kürzlich mit einer Umfrage herausgefunden, dass nicht jedes Mal ein Passwort eingegeben wird, wenn sich ein Smartphone ins Firmennetz einbucht. Die Umfragedaten wurden unter 300 Sicherheitsverantwortlichen erhoben. Nach Aussage des Encryption-Anbieters unverantwortlich: Große Summen werden in die Absicherung des WAN und Netzwerks gegen äußere Angriffe investiert, aber das möglicherweise kontaminierte Smartphone bucht sich automatisch ein, wenn das Firmengebäude betreten wird.

Credants Studie offenbart, dass 91 Prozent der Befragten Smartphones im Firmennetzwerk dulden, ohne auf Sicherungsmaßnahmen zu bestehen. Einschränkungen der Zugriffsrechte sind immerhin bei 19 Prozent der Befragten gegeben. Kommt nun ein solches Gerät durch Diebstahl oder Vergesslichkeit in die falschen Hände, kann ein Datendieb problemlos auf Firmendaten zugreifen.

Viele Unternehmen sind verpflichtet, mit Sicherheits-Policies als Teil ihrer Compliance zu arbeiten. Dennoch schließen diese Regelungen bei annähernd zwei Dritteln der Befragten Handys und Smartphones nicht mit ein. Konträr dazu sehen 88 Prozent in mobilen Datengeräten – sei es nun der MP3-Player oder ein Smartphone – ein erhebliches Risiko für die Unternehmensdaten.

Smartphones gleich doppelt verwundbar

Das Smartphone kann aber nicht nur wie ein klassischer Schlüssel fürs Netzwerk-Hintertürchen verloren und missbraucht werden. Auch das mobile Endgerät an sich und die darauf gespeicherten Daten werden immer öfter zum Ziel von Attacken. Dagegen will Symantec mit einer Komplettlösung vorgehen.

Die Norton-Produktreihe richtet sich bekanntermaßen eher an Privatanwender, so auch die Smartphone Security. Es handelt sich dabei um eine Lösung, die sowohl Windows-Mobile- als auch Symbian-OS-Geräte absichern kann. Ein Virenscanner, ein SMS-Spamfilter und eine Firewall sollen für Rundumschutz sorgen. Die Schnittstellen Bluetooth, WLAN oder Infrarot sollen durch letztere auch dann geschützt werden, wenn sie versehentlich geöffnet sind.

Dass diese Lösung für Privatleute angeboten wird, ändert nichts an ihrem Nutzwert für Firmen. Es hat sogar Vorteile: Die Softwarelösung ist bereits für 30 Euro erhältlich und soll leicht zu bedienen sein. Wenn keine Regeln für den sicheren Zugang ins Firmennetzwerk existieren, bringt die Absicherung des privaten Zugangsgeräts wenigstens eine potenzielle Schwachstelle weniger. So lässt sich verhindern, dass man unbewusst einen ferngesteuerten Bot per Westentasche ins Firmennetz schmuggelt.

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