Cyberkriminelle und mobile Malware

Smartphones in Gefahr

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Viele haben Interesse an Smartphone-Daten

Die Smartphones sind heutzutage nicht nur Telefon oder Minicomputer, sie sind mit allerlei Sensoren ausgestattet. Kamera, Lagesensor und GPS-Chip sorgen dafür, dass die Handys stets wissen, wo sie sind, in welche Richtung sie sich bewegen und wie sie unterwegs sind. Das Handy kann anhand von Bewegungsprofilen feststellen, ob und wie lange der Nutzer am Arbeitsplatz ist oder welche Urlaubsziele er gerne bereist. Für die Marktforschung sind diese Daten eine wahre Goldgrube.

Die Nutzung der Daten ist unbegrenzt vorstellbar und geht weit über personalisierte Werbung hinaus. Anhand der Bewegungsprofile könnten vom Shoppingcenter bis hin zum Supermarkt, Messe oder Flughafen ganze Gebäude und Orte neu geplant und entworfen werden. Im Übrigen kann der Cyberkriminelle anhand des Trackings zum Wohnungseinbrecher werden, da er feststellen kann, ob Wohnungseigentümer zu Hause sind oder nicht.

Die Datenmenge wird zudem immer weiter zunehmen, der Trend zum „Quantified Self“, also zur Selbstvermessung kommt aus den USA und wird immer weiter zunehmen. Der neueste Trend sind Gesundheits-Apps und Zubehör, die vom Blutdruck über Blutzucker bis hin zur Sauerstoffsättigung allerlei Daten rund um den Körper erfassen können.

Problematisch können diese Daten in vielerlei Hinsicht sein. So sollen jüngst Demonstranten in Kiew eine Massen-SMS bekommen haben, dass sie von der Regierung als Teilnehmer einer Massenkundgebung registriert wurden. Die Gesundheitsdaten könnten von den Krankenkassen genutzt werden, die die Beiträge solcher Versicherter erhöhen könnten, die nicht den Gesundheitsstandards entsprechen. Der Wunsch alles auf Daten und Zahlen zu reduzieren führt dazu, dass der Mensch zum komplett gläsernen Wesen wird.

Am Ende müssen sich Handy- und Smartphone-Nutzer bewusst sein, welche Gefahren von ihrem Endgerät ausgehen können und wie sie sich bestenfalls dagegen zu schützen wissen. Endverbraucher sollten sich klar machen, welche App, welche Daten „tracked“ und speichert. Europäische Hersteller von Apps sind hier im Zweifel die bessere Wahl gegenüber der Konkurrenz aus Übersee.

Der jüngste NSA-Datenskandal hat gezeigt, dass wir in Sachen Datenschutz eher europäische Software, Provider und Anbieter bevorzugen sollten. Überhaupt heißt der sinnvollste Tipp, sensibel mit seinen eigenen Daten umzugehen. Android Nutzer sollten sich zudem, falls noch nicht geschehen, unbedingt eine Sicherheitssoftware auf ihrem Endgerät installieren. Die Verschlüsselung privater Daten sollte für die meisten Nutzer ebenfalls eine ergänzende Schutzfunktion darstellen.

Über den Autor

Timm Hendrich lebt seit 2003 in Berlin und konnte bereits redaktionelle Erfahrungen in der Musikredaktion von MTV/VIVA und der Redaktion von "The Voice of Germany" sammeln. Seit 2013 hat er sich der Online-Redaktion von Netzsieger angeschlossen und betreut den Content und redaktionellen Inhalt der Vergleichsplattform Netzsieger.de.

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