Smartphone-Sicherheit ungefähr so weit wie PC-Sicherheit 1998

Smartphones und Tablets nächstes Ziel für Malware und Kriminelle

16.09.2011 | Redakteur: Peter Schmitz

Spätestens mit der Verbreitung von Bezahlfunktionen sind mobile Endgeräte wie Smartphones das nächste Ziel für Cyberkriminelle, glaubt der eco Verband.
Spätestens mit der Verbreitung von Bezahlfunktionen sind mobile Endgeräte wie Smartphones das nächste Ziel für Cyberkriminelle, glaubt der eco Verband.

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco warnt vor neuen Angriffswellen auf mobile Geräte wie Smartphones und Tablets. Nach Einschätzung von Prof. Rotert, Vorsitzender des eco Verbandes, befindet sich die Smartphone-Sicherheit derzeit ungefähr an dem Punkt, an dem die PC-Sicherheit 1998 stand. Der mobile Angriff ist für Kriminelle besonders attraktiv, weil moderne Smartphones längst auch für Mobile Banking und andere Bezahldienste genutzt werden.

Der Angriff auf mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones ist für Cyberkriminelle besonders interessant, weil Smartphones heute nicht mehr nur für Telefon, E-Mail- und Websurfen genutzt werden, sondern von immer mehr Verbrauchern auch für Mobile Banking und andere Bezahldienste genutzt werden.

Schätzungen zufolge betreiben heute schon rund ein Drittel der europäischen Smartphone-Nutzer regelmäßig Online-Banking über ihre mobilen Geräte. Vier von fünf Experten für mobiles Internet sind sich sicher, dass Smartphones bereits in wenigen Jahren die Geldbörse ersetzen können, hat eine Umfrage von eco im Rahmen mehrerer Fachtagungen der Kompetenzgruppe Mobile zutage gefördert.

„In dem Moment, in dem Smartphones in größerem Stil als digitale Geldbörsen zum Einsatz gelangen, wird es zu einer neuen Kriminalitäts-Welle kommen“, sagt der eco-Vorsitzende Prof. Michael Rotert voraus. Er fordert daher alle Marktteilnehmer von mobilen Bezahlsystemen zu einer intensiven Zusammenarbeit beim Thema Sicherheit auf – von den Geräteherstellern über die Internet Service Provider und Mobilfunkgesellschaften bis hin zu den beteiligten Banken und Kreditkartenunternehmen.

Mobile Endgeräte sind zunehmend gefährdet

Nach Einschätzung von Prof. Rotert befindet sich die Smartphone-Sicherheit derzeit ungefähr an dem Punkt, an dem die PC-Sicherheit 1998 stand. Zwar gibt es zur Zeit Schätzungen zufolge nur etwa 150 verschiedene sog. Schädlingsfamilien für Smartphones, aber das entspricht immerhin in etwa einer Verdoppelung in den letzten zwölf Monaten - Tendenz steigend.

Für Unternehmen ist das Bedrohungspotenzial durch mobile Malware besonders hoch, weil die Schadsoftware über die Smartphones, Pads oder Tablets Zugang zum Firmennetzwerk finden kann. Umfragen zufolge stellt dies die drittgrößte Sorge von IT-Verantwortlichen in Bezug auf mobile Geräte dar (nach dem Diebstahl und dem Verlust der Geräte). Bei der eco-Umfrage „Internet-Sicherheit 2011“ (pdf) haben die Firmen im Vergleich aller Bedrohungspotenziale der Smartphone-Sicherheit den dritten Platz zugewiesen, nach Schadsoftware und Email-Sicherheit und noch vor dem aktuellen Thema Cloud-Sicherheit.

App Stores stelllen einen wichtigen Schutzwall dar

Allerdings profitiert die heutige Smartphone-Sicherheit von der Entwicklung seit den frühen PC-Tagen in 1998. Vor allem die Applikationsmarktplätze stellen einen wichtigen Schutzwall dar, wie der jüngste AppStore-Report der European Network and Information Security Agency (ENISA) ausweist.

Dazu erklärt der ENISA-Sicherheitsexperte Dr. Giles Hogben: „Die Marktplatzbetreiber wie Apple, Google, Microsoft oder Nokia haben die Möglichkeit, mithilfe einer Eingangskontrolle sicher zu stellen, dass über ihre Stores keine Schädlingssoftware zum Verbraucher gelangt. Um die Appstore-Sicherheit weiter zu optimieren, hat ENISA fünf Verteidigungslinien identifiziert und erläutert, wie sie am besten verwendet werden.“

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