Herausforderungen und Lösungen So gelingt Datenschutz in jeder Branche

Autor / Redakteur: Fabian Henzler / Peter Schmitz

Bei deutschen Unternehmen stehen alle Zeichen auf digitaler Transformation. Doch gesetzliche Vorgaben zum Datenschutz bremsen häufig den Elan der Firmen. Aufgrund der schwer umsetzbaren Datenschutzverordnung (DSGVO) verzichtet laut einer Bitkom-Studie jedes zweite Unternehmen auf Innovationen. Mit einer sicheren IT-Infrastruktur – von externen Speichermedien bis hin zur Cloud – werden diese wieder möglich.

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Datenschutz-Verordnungen stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Doch mit der richtigen IT-Infrastruktur gelingt Datenschutz einfach und sicher.
Datenschutz-Verordnungen stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Doch mit der richtigen IT-Infrastruktur gelingt Datenschutz einfach und sicher.
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Das Ergebnis einer aktuellen Bitkom-Studie ist ernüchternd: Unternehmen üben aufgrund der DSGVO lieber Zurückhaltung, anstatt auf Digitalisierung und neue Technologien zu setzen. Das Risiko ist einfach sehr hoch, denn es lauern Geldstrafen und Reputationsschäden. Im Jahr 2020 zahlten deutsche Unternehmen über 48 Millionen Euro Strafe aufgrund von Datenschutz-Verstößen. Kein Wunder, denn laut Bitkom-Studie haben nur rund 20 % der deutschen Unternehmen die DSGVO umgesetzt. Doch woran liegt das? Umfassender Datenschutz über die gesamte IT-Infrastruktur hinweg ist eine ressourcenfressende Aufgabe mit komplexen Anforderungen. Datenschutz kann dennoch gelingen und die Digitalisierung voranschreiten. Voraussetzung dafür ist ein Bewusstsein für die individuelle Branche des Unternehmens und deren Anforderungen: Ein kleines Beratungsunternehmen steht vor anderen Herausforderungen als ein Krankenhaus.

Automatisierung statt hoher Aufwand: Datensicherheit in Unternehmen

Die Angriffe auf Unternehmen durch Schadsoftware, Trojaner oder Ransomware werden immer raffinierter und es ist oft unvermeidbar, dass Malware immer mal wieder erfolgreich in Unternehmensnetzwerke eindringt. Für Industrie-Unternehmen steht viel auf dem Spiel: Bei einem Angriff geht es nicht nur um den Verlust von Mitarbeiter- oder Kundendaten, sondern auch um Betriebsgeheimnisse und Forschungsdaten. Viele Unternehmen verfügen nur über kleine IT-Teams, die eine große Menge an Geräten verwalten und gleichzeitig vor Angriffen schützen müssen. Ohne eine zentrale Lösung ist das kaum zu stemmen. Doch auch mit einer zentralen Geräte-Management Lösung sind Unternehmensdaten nicht vor Angriffen geschützt. Dafür wird zusätzlich eine Security Software benötigt, die im Idealfall über die zentrale IT-Management Konsole zu verwalten ist. Doch was muss eine Security Software leisten, um Bedrohungen erfolgreich zu bekämpfen und Unternehmensdaten zu schützen?

Eine Security Software kann das Eindringen von Schadsoftware oft nicht verhindern, doch das muss sie auch nicht. Ihre Hauptaufgabe ist es, Schaden abzuwenden oder zu minimieren. Tritt eine Schadsoftware in die IT-Infrastruktur ein, kapselt die Security Software den Prozess automatisch ab. Die IT kann nun sorgfältig eine forensische Analyse des Eindringlings durchführen, während der Geschäftsbetrieb normal weiterläuft. Für solche automatisierten Prozesse sind Echtzeit-Analysen unerlässlich. Die Security-Lösung definiert den Normalfall und beobachtet konstant mögliche Einfallstore – die Endpoints. Abweichungen und auffällige Prozesse blockt die Software dann automatisch. Zudem sind alle Vorgänge revisionssicher und im System dokumentiert. Für die Administratoren bedeutet all das mehr Übersicht und eine Entlastung der IT-Kapazitäten. Denn auch Updates werden durch die Software automatisch installiert. Eine Security Software ermöglicht auch die Dokumentation und Verwaltung aller externen Speichermedien und Geräte vor Ort. Diese sollten verschlüsselt und registriert sein, denn auch hier lauert die Gefahr, dass Schadsoftware beispielsweise über ein an eine Produktionsmaschine angeschlossenes USB-Gerät in die Unternehmens-IT eindringt.

Endpoint Security im öffentlichen Sektor

Der öffentliche Sektor nimmt in Deutschland einen großen Stellenwert ein: Seine Verwaltung hängt maßgeblich von Datensicherheit und einer stets verfügbaren IT-Infrastruktur ab. Im Jahr 2021 arbeiten rund 5 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst. Die Menge von Endpoints, an denen Schadsoftware eindringen kann, ist kaum vorstellbar. Dabei gibt es sowohl mobile als auch stationäre Arbeitsplätze. Prävention und proaktiver Schutz sollte deshalb auch hier an der Tagesordnung stehen, denn es stehen Bundesdaten, aber auch die Daten aller Bürger auf dem Spiel. Wie wichtig das ist, zeigt das Beispiel des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Aufgrund eines Server-Angriffs musste der Landkreis den Katastrophenfall ausrufen, da ein Datenabfluss nicht ausgeschlossen war. Wie kann der öffentliche Sektor sich und somit auch die Bürger gegen solche Bedrohungen schützen?

Unabhängig vom spezifischen Bereich – von der Bundeswehr bis hin zu einem Stadtangestellten – ist die Verschlüsselung aller Endgeräte vonnöten. Eine Security Software hilft durch Access- und Application-Control dabei, externe Speichermedien zu sichern. Dabei muss sie zwei Dinge leisten: Die Software sollte Daten auf den Speichermedien durch automatische Verschlüsselung schützen und zusätzlich dafür sorgen, dass kein Anschluss von Fremdgeräten an USB-Ports erfolgt. Zudem ist durch eine entsprechende Software die Beobachtung der Datenströme möglich und somit auch erfolgreiche Data Anomaly Detection – ein wichtiger Prozess, um auffällige Datennutzung zu erkennen. Wie in jedem Unternehmen ist eine zentrale Verwaltung der gesamten IT-Infrastruktur essenziell, um Sicherheitsstandard einzuhalten und persönliche Daten zu schützen. Oberstes Ziel muss dabei sein, eine möglichst große Bandbreite an Bedrohungen abzudecken. Transparenz und eine hohe Verfügbarkeit – auch wenn die Cloud nicht funktioniert – sind dabei ebenso wichtig, wie die Erkennung von Bedrohungen und eine anschließende Isolation der Malware und eine forensische Analyse.

Spezialfall Gesundheitswesen: Patientendatenschutz durch Transparenz und Standardisierung

Im öffentlichen Sektor spielt der Bereich Healthcare noch einmal eine Sonderrolle, denn hier gehen die Akteure mit besonders sensiblen Daten um. Im Gesundheitswesen greift daher zusätzlich zur DSGVO noch das Patientendaten-Schutz-Gesetz. Dieses gewährt den Patienten mehr Kontrolle über ihre eigenen Daten und soll helfen, Prozesse zu vereinfachen. Die IT-Infrastruktur, die beispielsweise für die elektronische Patientenakte benötigt wird, ist allerdings komplex: Die Daten liegen auf verschiedenen Systemen und in verschiedenen Formaten vor – eine ganzheitliche Verwaltung gestaltet sich so schwierig. Das Risiko Compliance-Richtlinien nicht zu befolgen, steigt dadurch enorm an, denn eine Standardisierung von Richtlinien ist nur schwer umsetzbar. Ein weiteres Resultat ist eine undurchsichtige Angriffsfläche und intransparenter Datenverkehr. Hinzu kommt häufig unzureichende Datenverschlüsselung, denn es wird oft angenommen, dass zugangsbeschränkte Systeme ausreichend Datenschutz gewährleisten. Wie ist so geeigneter Datenschutz dieser hochsensiblen Daten möglich?

Aufgrund der oft kleinen IT-Teams im Gesundheitswesen bieten eine zentrale Verwaltung und automatisierte Prozesse die nötige Sicherheit, um die hochsensiblen Patientendaten genauso wie Mitarbeiter- und Forschungsdaten zu schützen. Voraussetzung dafür: Alle Daten zu überblicken, Transparenz schaffen und eine zentrale Verwaltung inklusive einer leistungsstarken Security Software zu implementieren. Eine Auditing-Infrastruktur für eine Risiko- und Schwachstellenanalyse stellt sicher, dass potenzielle Gefahren erkannt werden und der Datenbestand stets aktuell ist. Gepaart mit Zugriffskontrollen und Datenverschlüsselung verfügen Gesundheitseinrichtungen auch bei einem erfolgreichen Angriff über ausreichend Schutz. Denn auch hier greift automatisch die Security Software ein, wenn eine Schadsoftware den Weg in die IT-Infrastruktur gefunden hat. Der Weg bis zu den hochsensiblen Daten ist so versperrt.

Über den Autor: Als VP Products ist Fabian Henzler für die Strategie und Vermarktung aller Matrix42 Produkte verantwortlich. Er ist mit seinem Team außerdem zuständig für Analyst Relations, Go-to-Market-Strategie und Mergers & Acquisitions. Er greift auf viele Jahre Erfahrung in Software-Entwicklung, Produkt-Management, Marketing und Vertrieb zurück. Er kam 2014 zu Matrix42 und war dort bis 2016 Senior Product Manager für den Bereich Workspace Management und für den Matrix42 Marketplace verantwortlich. Bevor er bei Matrix42 startete war er Head of Product Management bei Consulting4IT, davor bei EgoSecure tätig.

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