Social Web gewinnt an Bedeutung Social Analytics sind immer stärker mit Unternehmens-Applikationen verknüpft

Autor / Redakteur: Jennifer Waldeck / Katrin Hofmann

Die zunehmende Nutzung sozialer Netzwerke im Geschäftsumfeld verlangt nach geeigneten Monitoring-Applikationen. Mittlerweile haben auch große Anbieter das Marktpotenzial erkannt.

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Jennifer Waldeck, Research Analystin bei IDC in Frankfurt
Jennifer Waldeck, Research Analystin bei IDC in Frankfurt

Die Möglichkeit, umfangreiche und valide Daten aus den Aktivitäten eines Unternehmens ziehen zu können, gehört auch und besonders im Social-Media-Umfeld zu den Grundvoraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz. Die rasante Entwicklung von sozialen Netzwerken hin zu einem echten Kommunikationsinstrument – auch für Business-to-Business-Kundenpflege – zeigt, wie heterogen sich der Markt entwickelt hat.

War das Wissen um die Aktivitäten und Präferenzen der Mitglieder von Facebook, LinkedIn, MySpace oder anderen Netzwerken anfangs noch fast ausschließlich interessant für die Auswahl des Werbebanners auf den Portalen, haben wir zwischenzeitlich eine ganz andere Ebene erreicht. Heute sehen wir einen ganz anderen Informationsbedarf, der wesentlich spezieller und detaillierter ist und vor allem im Geschäftskunden-Umfeld zur Unterstützung des Customer Relationship Managements eingesetzt wird. Um diesem Zweck zu genügen, ist nicht nur eine umfassende Analyse und Aufbereitung der Social-Media-Daten wichtig, sondern auch die Integration in bestehende CRM-Systeme sowie der regelmäßige Austausch mit Kunden und die Pflege der entsprechenden Unternehmensprofile im sozialen Netz.

Der Markt für Social Platforms in Deutschland

Das hohe Entwicklungspotenzial zeigt auch die im August veröffentlichte IDC-Studie „European Social Platforms Forecast 2009-2015“. IDC versteht dabei unter dem Begriff Social Platforms neben den bereits genannten sozialen Netzwerken weitere Web 2.0 Anwendungen, wie beispielsweise Bookmarking, Blogs, Microblogging, RSS und Wikis. Charakteristisch für diese Plattformen ist die einfache Kommunikation im Internet, die von der gemeinsamen Gestaltung durch viele unterschiedliche Menschen lebt und dabei transparent und unstrukturiert ist.

Verglichen mit dem gesamten Software-Markt in Europa, wird der Markt für Social Platforms in den nächsten Jahren das stärkste Wachstum aufweisen. Mit einem durchschnittlichen, jährlichen Wachstum von rund 47,3 Prozent in den Jahren 2010 – 2015 liegt Deutschland dabei leicht über dem europäischen Durchschnitt von 46,5 Prozent. Wie wichtig bei dieser Entwicklung auch die richtige Aufbereitung der bestehender Daten ist, zeigt das wachsende Interesse der Unternehmen an Social-Analytics-Applikationen.

Mehr über die Entwicklung der Social-Analytic-Applikationen erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Social-Analytic-Applikationen

Bereits seit Jahren werden verschiedene Möglichkeiten zur Auswertung der Daten aus dem Social Web entwickelt, allerdings in kleinem Rahmen und kaum für große Business-to-Business-Unternehmensanwendungen geeignet. Die ersten Applikationen, die ausschließlich für das Konsumentengeschäft verwertbar waren, bestanden aus aufwändigen Tabellenkalkulationen und waren noch wenig automatisiert. Im nächsten Schritt entwickelten vorwiegend kleine Startup-Unternehmen neue Software- oder SaaS-basierte Standalone-Lösungen, die großen Zuspruch ernteten. Mittlerweile haben aber auch große Software-Hersteller, wie etwa Adobe, SAS oder IBM, das Marktpotenzial erkannt und entwickeln eigene Social-Analytics-Anwendungen, die deren Funktionen mit denen bereits bestehender Software verknüpft. Dies macht die Nutzung auch für Social-Business-Anwendungen, also vor allem ERM und CRM, kompatibel und verdeutlicht damit einmal mehr das enorme Potenzial, das vom Social Web ausgeht.

Fazit

Die Integration gewonnener Daten aus dem Social Web in einen umfassenden unternehmensweiten Kontext sieht IDC als wichtige Maßnahme, auf das wachsende Informationsbedürfnis in Unternehmen geeignet zu reagieren und gleichzeitig schneller und flexibler auf aktuelle Gegebenheiten reagieren zu können. Stets im Fokus bleibt dabei aber weiterhin der richtige Umgang mit sozialen Netzwerken. Während Unternehmen immer stärker auf die Kundenbedürfnisse einzugehen lernen und dadurch zunehmend faktenbasiertes Marketing betreiben können, müssen sie lernen, das gewünschte Unternehmens- oder Markenimage zu transportieren. Nutzer von Social-Analytics-Anwendungen sollten zur Erreichung dessen auf den integrierten Einsatz mit weiteren Anwendungen setzen. Sonst besteht die Gefahr, viel neues Wissen anzuhäufen, das am Ende kaum genutzt wird und damit überflüssig ist.

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