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E-Mail-Security-Report Juni 2010 von Eleven Spam-Autoren reanimieren Pharma-Mails und verbreiten Stellenangebote

Redakteur: Stephan Augsten

Beim Spam-Versand steht Deutschland weltweit auf dem zweiten Rang, nur aus den USA kommen noch mehr unerwünschte E-Mails. Dies folgert der Mail-Security-Anbieter Eleven aus den Statistiken seiner Managed E-Mail Security Services. Dabei greifen die Spammer wieder gerne Pharma-Themen auf, in Deutschland kurisieren zweifelhafte Job-Angebote.

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Bittere Pille: Pharmazie-Spam liegt beim weltweiten Mail-Versand ganz vorne.
Bittere Pille: Pharmazie-Spam liegt beim weltweiten Mail-Versand ganz vorne.
( Archiv: Vogel Business Media )

Gut 96 Prozent aller Nachrichten, die an deutsche E-Mail-Adressen versendet werden, sind Spam. Zu diesem Ergebnis kommt Eleven im E-Mail-Security-Report Juni 2010. In Deutschland versenden die Spammer gerne fingierte Job-Angebote, die scheinbar von der Bundesanstalt für Arbeit stammen.

Die Spam-Versender geben darin vor, dass Stellen als Kuriere oder Testeinkäufer verfügbar sind. Meist verbergen sich hinter diesen Spam-Mails tatsächlich Kurierjobs, allerdings illegaler Natur: Das Ziel ist es, sogenannte Money Mules zu rekrutieren, deren Bankkonten für Geldwäsche-Aktivitäten genutzt werden.

Weltweit nehmen Pharma-Themen mit einem Anteil von 87 Prozent am Spam-Aufkommen eine Vormachtsstellung ein. Dagegen fiel der Anteil von Casino-Spam, der unter mehreren Botnet-Abschaltungen im 1. Quartal 2010 leidet, auf drei Prozent ab. Das zeitlose Thema „Gefälschte Luxusuhren“ belegt nunmehr Platz zwei mit sechs Prozent.

Erstmals entdeckte Eleven im Mai 2010 Spam-E-Mails, in denen sowohl für Pharma-Produkte als auch für Uhren geworben wurde. Phishing-Mails zielten im Mai 2010 vornehmlich auf Google-AdWord-Accounts und DHL-Packstationen ab.

Malware findet sich derzeit in 0,1 Prozent der versendeten Spam-Nachrichten, im Januar lag dieser Anteil noch bei 0,01 Prozent. Ein Großteil (70 Prozent) dieser Mails hatte einen Trojaner als Anhang. Vor allem Varianten des Sasfis-Trojaners erlebten ein Comeback und belegten alle drei Spitzenplätze unter den per E-Mail versandten Schädlingen.

Allen drei Sasfis-Varianten war gemeinsam, dass sie vor allem über scheinbare Nachrichten von Post- und Paketdiensten verbreitet wurden. Mit einem Anteil von 40,77 Prozent an allen Malware-E-Mails belegt TR/Crypt.ULPM.Gen den Spitzenplatz, gefolgt von HIDDENEXT/CryptedHIDDENEXT/Worm.Gen und HIDDENEXT/Worm.Gen;HIDDENEXT/Crypted.

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