Suchen

Anti-Spam SMTP Proxy-Server Spamschutz für E-Mail-Server mit Open Source

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Mit dem kostenlosen Open-Source-Tool Anti-Spam SMTP Proxy-Server können Unternehmen Spamschutz im Unternehmen für unterschiedliche E-Mail-Server, auch für Exchange integrieren. Die Installation kann zum Beispiel über Container auf Basis von Docker erfolgen.

Firma zum Thema

Spam ist lästig und kann auch gefährliche Phishing-Mails enthalten. Mit dem kostenlosen Anti-Spam SMTP Proxy-Server können Unternehmen Spam-Mails effizient abwehren.
Spam ist lästig und kann auch gefährliche Phishing-Mails enthalten. Mit dem kostenlosen Anti-Spam SMTP Proxy-Server können Unternehmen Spam-Mails effizient abwehren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das Anti-Spam SMTP Proxy-Server (ASSP)-Projekt bietet seit Jahren zuverlässigen Schutz vor Spam-Nachrichten und kann unabhängig zum eingesetzten E-Mail-Server genutzt werden. Auch Exchange kann an ASSP angebunden werden. Zusätzlich können Unternehmen die E-Mails noch kostenlos mit ClamAV nach Viren scannen lassen. Die Anti-Spam-Lösung baut auf Perl auf. ASSP nimmt die E-Mails entgegen und scannt sie auf Spam und Viren, bevor eine Weiterleitung per SMTP zu den internen E-Mail-Servern erfolgt. Daher spielt es keine Rolle, welcher E-Mail-Server eingesetzt wird, da ASSP nur als Proxy funktioniert und mit allen bekannten E-Mail-Servern zusammenarbeitet.

Die Installation von ASSP kann auf Windows-Servern und auf Linux erfolgen. Am einfachsten ist die Installation von ASSP als Container-Lösung mit Docker. Wir zeigen in diesem Beitrag, wie das geht. ASSP bietet verschiedene Sicherheitstechnologien für E-Mail-Server im internen Netzwerk. In größeren Netzwerken können auch mehrere ASSP-Server betrieben werden, die sich die Konfiguration teilen. Die entsprechenden Optionen sind in der Weboberfläche zu finden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Funktionen von Anti-Spam SMTP Proxy-Server

Zu den Funktionen von ASSP gehört zunächst die Verwaltung über eine Weboberfläche. Bezüglich des Spam- und Virenschutzes bietet ASSP Auto-Whitelists, Self Learning Hidden-Markov-Model, Bayesian, Greylisting, DNSBL, DNSWL, URIBL, SPF, SRS, Backscatter, Virus-Scanning, Attachment-Blocking, Senderbase und viele weitere Methoden.

ASSP als Container installieren

Der einfachste und schnellste Weg, um ASSP im eigenen Netzwerk zu integrieren besteht darin auf die Container-Images zu setzen, die angeboten werden. Diese können zum Beispiel auf einem Linux-Container-Host heruntergeladen und gestartet werden. In diesem Beispiel haben wir ASSP auf einem Ubuntu-Server mit Version 20.04 LTS installiert. Alternativ kann die Installation auf einem herkömmlichen Linux-Server oder auch auf einem Windows-Server erfolgen. Die entsprechenden Anleitungen dazu sind auf der Webseite des Projektes zu finden.

Für den Betrieb werden zwei Container benötigt. Auf einem Container wird die MariaDB-Datenbank benötigt, in der ASSP seine Konfiguration und Daten speichert. Die Datenbank steht, wie ASSP selbst, kostenlos zur Verfügung. Der Container wird mit „docker run“ heruntergeladen und gestartet. Natürlich kann vor dem Start mit „docker pull mariadb“ die neuste Version von MariaDB als Image auf den Linux-Server heruntergeladen werden. Abhängig von der Konfiguration des Servers sind für die Installation Root-Rechte notwendig. Daher muss meistens den Docker-Befehlen noch „sudo“ vorangestellt werden. Um den MariaDB-Container herunterzuladen und zu installieren, kann der folgende Befehl verwendet werden:

docker run -d --rm --name mariadb -e MYSQL_DATABASE=assp -e MYSQL_USER=assp -e MYSQL_PASSWORD=4aae4012 -e MYSQL_RANDOM_ROOT_PASSWORD=1 -p 3306:3306 docker.io/mariadb

Anschließend wird der ASSP-Container heruntergeladen und ebenfalls gestartet:

docker run -d --rm --name assp -p 25:25 -p 587:587 -p 465:465 -p 2525:2525 -p 55555:55555 --link mariadb:mariadb fametec/assp

Die jeweiligen Optionen können auch an die eigenen Anforderungen des Unternehmens angepasst werden. In diesem Beispiel wird der Port zur Verwaltung auf 55555 gesetzt. Greifen Administratoren auf die IP-Adresse des Container-Hosts zu und geben den Port 55555 an, wird der Zugriff automatisch auf den ASSP-Container weitergeleitet.

Sobald der Container für ASSP gestartet ist, kann über das Netzwerk mit einem Browser zugegriffen werden. Die URL dazu ist http://<IP-Adresse des Container-Hosts>:55555 die Standardanmeldedaten sind „root“ mit Kennwort „nospam4me“. Danach öffnet sich die Weboberfläche und ASSP kann konfiguriert werden.

ASSP konfigurieren

Die meisten Einstellungen in ASSP können auf den Standardeinstellungen belassen werden, mit Ausnahme der IP-Adresse, Mail-Verkehr und den Namen. Im Webinterface sollten nach der Installation alle Optionen durchgegangen und an die eigenen Anforderungen angepasst werden. Hier sollten sich Administratoren etwas Zeit lassen. Die Optionen von ASSP sind vielfältig und es lohnt sich alle Optionen zu optimieren. Auch eine LDAP-Integration ist möglich, zum Beispiel im ASSP, zusammen mit Exchange in Active Directory zu integrieren. Dazu kann ASSP auch mit den Spamfunktionen in Exchange zusammenarbeiten.

Nach der Einrichtung sollte der E-Mail-Fluss noch getestet werden. Eingehende E-Mails im Unternehmen werden zum ASSP-Server geschickt. Dieser prüft die Nachrichten auf SPAM und auf Wunsch auch nach Viren. Danach werden die E-Mails zum E-Mail-Server weitergeleitet.

(ID:46894616)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist