Hacker-Angriffe 2015

Staatliche Institutionen stehlen immer mehr Daten

| Redakteur: Stephan Augsten

Die Zahl der gestohlenen Datensätze ist im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen.
Die Zahl der gestohlenen Datensätze ist im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. (Bild: Gemalto)

Im ersten Halbjahr sind durch 888 Hacker-Angriffe rund 246 Millionen Datensätze kompromittiert worden, meldet der Sicherheitsanbieter Gemalto. Die Zahl der Hacks hat gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent zugenommen, während die Menge der gestohlenen Datensätze abgenommen hat.

Im ersten Halbjahr 2015 hat es seltener große Datendiebstähle im Einzelhandel gegeben. Dies ist laut Gemalto der Grund dafür, dass insgesamt weniger Datensätze abhandengekommen sind. Im Rahmen der zehn größten Attacken wurden insgesamt 81,4 Prozent aller betroffenen Datensätze entwendet.

50 Millionen Datensätze sind dem General Directorate of Population and Citizenship Affairs in der Türkei zum Opfer gefallen. Der größte Angriff traf die Versicherung Anthem Insurance, insgesamt wurden knapp 79 Millionen Datensätze erbeutet. Das ist fast ein Drittel aller gestohlenen Datensätze. Das U.S. Office of Personnel Management wurde derweil um 21 Millionen Datensätze erleichtert.

Eben diese beiden Hacks sind laut Gemalto auf staatliche Aktivitäten zurückzuführen. Damit wurden im Auftrag von Regierungen gleichzeitig 41 Prozent aller gestohlenen Informationen entwenden. Insgesamt gingen nur zwei Prozent aller Cyber-Hacks im ersten Halbjahr 2015 direkt von staatlichen Institutionen aus.

Zusammen genommen stammten fast zwei Drittel der kompromittierten Datensätze stammen aus dem staatlichen Bereich (31 Prozent) oder dem Gesundheitssektor (34 Prozent). Während die Zahl der erbeuteten Datensätze weiter hoch ist, sank die Zahl der Angriffe im Gesundheitsbereich: 2015 hatten 21 Prozent aller Cyberangriffe den Gesundheitsbereich zum Ziel, während es im gleichen Zeitraum des Vorjahres 29 Prozent gewesen sind. Im Einzelhandel ging die Zahl der gestohlenen Daten signifikant zurück, von 38 Prozent im ersten Halbjahr 2014 auf vier Prozent in diesem Jahr.

Weitere Informationen zur Art der entwendeten Datensätze sowie zu den verschiedenen Motiven der Angreifer finden sich direkt im Breach Level Index von Gemalto.

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