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Nach harscher Kritik von Herstellern Stiftung Warentest verteidigt Virensoftware-Test

| Autor / Redakteur: Katrin Hofmann / Katrin Hofmann

Nach massiver Kritik namhafter IT-Security-Hersteller an den Testmethoden der Stiftung Warentest hat sich diese genötigt gefühlt, sich zu verteidigen: beziehungsweise die Art und Weise, Antiviren-Programme zu prüfen.

In Ausgabe 4/12 wurde der umstrittene Test veröffentlicht. (Stiftung Warentest)
In Ausgabe 4/12 wurde der umstrittene Test veröffentlicht. (Stiftung Warentest)

Wie tragfähig sind die Ergebnisse der Tests der als unabhängig geltenden Stiftung Warentest tatsächlich? Nachdem in einer Überprüfung von 18 Antiviren- und Internetsicherheits-Programmen lediglich vier die Testnote „gut“ erhalten hatten, waren Security-Anbieter Sturm gegen das Berliner Unternehmen Sturm gelaufen. Unter anderem hatten namhafte Hersteller in einem offenen Brief die Test-Methoden in Frage gestellt.

Die Stiftung Warentest hat mittlerweile auf die Vorwürfe reagiert. Die Überprüfung, so das Institut, entspreche den aktuellen Erkenntnissen. Sie sei sowohl online als auch offline erfolgt. Wenn einige Programme die Signaturlisten auf Cloud-Servern lagerten, so dass sie ohne Webzugang weniger Schädlinge ausfindig machen, sei dies kritisch zu bewerten. „Ein gutes Virenprogramm muss sowohl online als auch offline zuverlässig funktionieren“, so die Tester. Auch spiele die Anzahl der Schädlinge, mit denen die Überprüfung stattfand – 1.800 – keine entscheidende Rolle. Es seien möglichst unterschiedliche Programme verwendet worden: „und nicht nur Varianten derselben bekannten Schädlinge“.

Außerdem hätten die Anbieter das Prüfprogramm sehr wohl gekannt. Vertreter von Herstellern, Verbraucherschützern und unabhängigen Sachverständigen hätten dieses besprochen. Fehlalarme seien nicht bewertet worden, weil die Einbeziehung solcher in der Vergangenheit kaum Unterschiede aufgezeigt hätte. Reparaturmechanismen bei Infektionen seien unberücksichtigt geblieben, weil ein befallenes System nicht mehr uneingeschränkt sicher sei. Die Verwendung virtueller Maschinen habe den Vorteil, dass sich diese schnell in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen lassen. Stichproben auf „realen“ Maschinen hätten die Ergebnisse bestätigt. Auch zu den Quellen der Schädlinge haben sich die Tester geäußert und dementierten, dass der Fokus „einseitig“ auf Signaturen lag.

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