Fraunhofer SIT über Privatsphäre und Vertraulichkeit im Internet

Strategie- und Lagebericht zur Massenüberwachung

| Redakteur: Stephan Augsten

Das Fraunhofer SIT liefert Ansätze für mehr Privatsphäre im Internet.
Das Fraunhofer SIT liefert Ansätze für mehr Privatsphäre im Internet. (Bild: © Julien Eichinger - Fotolia)

Mit der Sicherheit im Internet nicht weit her, wie die Enthüllungen von Edward Snowden deutlich gemacht haben. In einem Trend- und Strategiebericht beantwortet das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) deshalb ein Dutzend Forschungsfragen zu Privatsphärenschutz und Vertraulichkeit im Internet.

Spätestens seit Anfang September wissen wir, dass Geheimdienste und insbesondere die NSA über verschiedene Methoden verfügen, Verschlüsselungssysteme im Internet zu knacken. Ein fundamentales Problem bilden dabei beispielsweise Hintertüren und Schwachstellen in Soft- und Hardware.

Die theoretische Möglichkeit einer massenhaften Internet-Überwachung wurde in der Fachwelt schon lange diskutiert. Doch letztlich wurden alle „Erwartungen“ noch übertroffen, wie Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer SIT, einräumen muss: „Erst die Enthüllungen von Edward Snowden haben uns vor Augen geführt, dass es sich hier um eine sehr reale, uns alle betreffende Gefahr handelt.“

Erst eine Kombination aus rechtlichen und technischen Maßnahmen könne Bürger, Wirtschaft und Verwaltung effektiv vor Massenüberwachung schützen, meint das Fraunhofer SIT. „Neben der Politik sind auch die Forschung und Industrie gefragt, das IT-Sicherheits- und Datenschutzniveau im Internet zu erhöhen“, meint Waidner.

Doch bereits auf organisatorischer und technologischer Ebene gibt es Nachholbedarf, wie das Institut unterstreicht. So fehle es noch an Verfahren, mit denen Internetnutzer kryptografische Schlüssel unkompliziert austauschen können. Auch gebe es noch keine Möglichkeit, die Sicherheitseigenschaften von Cloud-Diensten zu prüfen bzw. nachzuweisen. Viele Fragen sind bislang also noch nicht zufriedenstellend beantwortet.

Ein Trend- und Strategiebericht des Fraunhofer SIT greift deshalb zwölf wichtige Forschungsfragen zum Schutz von Privatsphäre und Vertraulichkeit im Internet auf. Neben der Verschlüsselung kommen dabei auch Bewegungsprofile im Internet und in Mobilfunknetzen sowie Cloud- und Service-Aspekte zur Sprache.

Die Forschungsfragen zu „Privatsphärenschutz und Vertraulichkeit im Internet“ finden sich auf der Webseite des Fraunhofer SIT. Das Dokument entstand mit Unterstützung des Forschungszentrums CASED und des Cybersecurity-Kompetenzzentrums EC SPRIDE.

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