Lässt sich ein vernetztes Land komplett lahmlegen?

Strategisches Angriffsziel SAP

| Autor / Redakteur: Joachim Jakobs / Stephan Augsten

Das Sicherheitsbewusstsein der Angegriffenen

Soweit zum Niveau der Angreifer. Zum Vergleich dazu das Sicherheitsbewusstsein der Angegriffen: In der Studie „12 Years of SAP Security in Figures: A Global Survey“ (PDF) schreibt ERPScan: „Unter vielen Leute, die mit SAP arbeiten, ist der Mythos weit verbreitet, dass SAP nicht übers Internet zu erreichen sei; deshalb seien alle Schwächen nur mit Hilfe eines Insiders auszunutzbar.“

Sebastian Schinzel, Professor an der Fachhochschule Münster ergänzt: „Die Entscheider in den Unternehmen verstehen das Problem mit der Sicherheit nicht. Sie kennen ja auch nicht den Unterschied zwischen Safety und Security und meinen stattdessen, nur weil ein System funktioniert, sei es auch sicher.“

Was tut SAP zur Sensibilisierung seiner Kunden?

Auf die Frage, was der Konzern unternehme, um die Kunden für das Thema Sicherheit zu sensibilisieren, schreibt die Pressestelle in Walldorf: „Wir weisen unsere Kunden grundsätzlich immer darauf hin, dass neben einer sicheren Software und auch die richtige Integration der Systeme gewährleistet sein muss.“ Die SAP sei regelmäßig in Kontakt mit ihren Kunden und könne dadurch gezielt über sicherheitsrelevante Sachverhalte informieren.

„Zudem hat die SAP hat bei ihren Kunden dedizierte Sicherheitskontakte identifiziert, über die allgemeine Informationen zur Produktsicherheit ausgerollt werden“, so die Pressestelle weiter. „Diese Sicherheitskontakte dienen auch als direkte Ansprechpartner in dem Fall, dass eine identifizierte Sicherheitsschwachstelle durch das umgehende Einspielen einer Korrektur geschlossen werden muss.“

Wieviel Luft den Walldorfern bei der Information der Kunden über sicherheitsrelevante Sachverhalte noch bleibt, lässt sich an einer einzigen Zahl erkennen: 85 Prozent aller SAP-Router seien noch ein halbes Jahr löchrig gewesen, nachdem ein virtueller Flicken zum Stopfen angeboten worden sei, so ERPScan. Dadurch sei es möglich gewesen, in das interne Netz von etwa 4600 verschiedenen Firmen weltweit einzudringen.

Sachar Paulus, ehemaliger Leiter der Produktsicherheit bei SAP und heute Professor für Wirtschaftsinformatik der FH Brandenburg, gab bereits vor Jahren zu bedenken: "SAP arbeitet sehr hart an der Sicherheit und sie sind gut dabei, aber die Kunden müssen in der Lage sein, da hinterher zu kommen".

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