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Underground Economy ein Jahr lang beobachtet Symantec beziffert den illegalen Datenmarkt auf 276 Millionen US-Dollar

| Autor / Redakteur: Peter Hempel / Stephan Augsten

Der Markt für gestohlene Kreditkartendaten, mit denen fremde aufs eigene Konto zugreifen können, hat die Marke von 276 Millonen US-Dollar erreicht. Das geht aus einem Jahresbericht von Symantec hervor.

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Millionen US-Dollar werden in Untergrund-Foren umgesetzt.
Millionen US-Dollar werden in Untergrund-Foren umgesetzt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Symantec gibt an, dass der Umfang des Handels mit gestohlenen Daten in den vergangenen Jahren rapide angestiegen ist. Der Grund liegt nahe: sie sind ein einfaches, flexibles Handelsgut. Sie können beim Online Shopping eingesetzt werden oder bei der Registrierung von kostenpflichtigen Webseiten und haben ein durchschnittliches Limit von 4.000 US-Dollar.

Die Daten kosten im Durchschnitt zwischen zehn Cent und 25 US-Dollar – Mengenrabatte für umfangreichere Pakete nicht mit eingerechnet. Vertrieben werden die ergaunerten Daten vorwiegend in Foren oder Bulletin Boards – ungesichert, unverschlüsselt und öffentlich zugänglich.

Symantecs Security Technology and Response Organisation (STAR) hat die Daten für einen Report gesammelt. Die Organisation hat die Schattenwirtschaft, die so genannte „Underground Economy“, zwischen dem ersten Juli 2007 und dem 30. Juni 2008 beobachtet.

Gestohlene Kreditkartendaten machten rund 31 Prozent der Handelsgüter der Schattenwirtschaft aus. Symantec schätzt das gesamte Handelsvolumen innerhalb der beobachteten Periode auf 5,3 Milliarden US-Dollar.

Erschlichene Kontenzugänge haben einen Anteil von 20 Prozent der im Untergrund gehandelten Waren. Während die Kontoinformationen für zehn bis 1.000 US-Dollar zu haben sind, weisen die geknackten Konten eine durchschnittliche Deckungssumme von 40.000 US-Dollar auf. Symantec kommt also auf ein Handelsvolumen während der Beobachtungsperiode von 1,7 Milliarden US-Dollar.

Das Symantec-Team beobachtete fast 70.000 aktive Verkäufer in den Untergrundforen. Nordamerika hostet die meisten Untergrund-Server, zu finden sind sie aber weltweit. Viele wechseln ihren Standort öfters, um das Aufspüren zu erschweren. „Cyberkriminalität ist global“, schließt Symantec seinen Bericht. „Protagonisten sind sowohl lose Gruppierungen von Individuen als auch straff geführte, hochprofessionelle Organisationen.“

(ID:2018063)