EU fördert Projekt zur Absicherung biometrischer Systeme

TABULA RASA räumt mit Biometrie-Schwachstellen auf

| Redakteur: Stephan Augsten

Mit 4,4 Millionen Euro hat die EU-Kommision ein Forschungsprojekt zur Absicherung biometrischer Lösungen gefördert.
Mit 4,4 Millionen Euro hat die EU-Kommision ein Forschungsprojekt zur Absicherung biometrischer Lösungen gefördert. (Bild: Christian Lambiotte / ec.europa.eu)

Die Biometrie begegnet uns zunehmend im Alltag, ob im Ausweis, auf mobilen Geräten oder bei der Videoüberwachung. Die Gesichtserkennung von Android und der Fingerprint-Sensor im iPhone 5S haben aber gezeigt, dass biometrische Systeme längst nicht ausgereift sind. Das „TABULA RASA“-Konsortium will die Schwachstellen eliminieren.

Seit drei Jahren erforscht und bewertet das „TABULA RASA“-Konsortium, dem zwölf Partner aus sieben Ländern angehören, Schwachstellen in biometrischen Sicherheitssystemen. Die EU hat das Projekt mit 4,4 Millionen Euro unterstützt, das Konsortium selbst investierte weitere 1,6 Millionen Euro.

Im Rahmen der Forschungsarbeit richtete TABULA RASA einen Spoofing-Wettbewerb aus, an dem Sicherheitsexperten aus der ganzen Welt teilnehmen durften. Zielsetzung war es, biometrische Systeme auf unterschiedliche Art und Weise zu täuschen.

Manche Forscher setzten dabei auf bekannte Angriffsmittel wie Gummifinger, Masken oder Fotografien, andere waren etwas kreativer. So gelang es beispielsweise unter Zuhilfenahme von Make-Up, einer 2D-Gesichtserkennung eine fremde Identität vorzugaukeln. Solche Spoofing-Attacken wurden in einer Liste zusammengefasst und nach ihrem Risikofaktor gewichtet.

Im Anschluss daran erörterte TABULA RASA potenzielle Gegenmaßnahmen, beispielsweise die Erkennung von Lebenszeichen wie Augenblinzeln oder Transpiration. „Die Vorteile der verbesserten Software sind nicht nur sicherere Geräte und Informationen, sondern auch kürzere Anmeldezeiten für IT-Geräte sowie schnellere und präzisere Grenz- und Reisepasskontrollen“, meint Projektkoordinator Dr. Sébastien Marcel.

Von der Forschungsarbeit könnten insbesondere Technologieunternehmen, Postämter, Banken, Hersteller von Mobilgeräten oder Anbieter von Onlinediensten profitieren, glaubt Marcel. Die EU-Kommission ist nach Aussage ihres Sprechers Ryan Heath zufrieden mit der Arbeit des Konsortiums.

Ergänzendes zum Thema
 
Über das „TABULA RASA“-Konsortium

Weitere Informationen zu TABULA RASA und möglichen Spoofing-Attacken auf biometrische Systeme finden sich auf der Webseite des Konsortiums.

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