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Allianz gegen Lauschattacken ausländischer Geheimdienste Telekom arbeitet am „deutschen“ Internet

| Redakteur: Sarah Gandorfer

Die Telekom versucht nach der NSA-Spionageaffäre, ein innerdeutsches Internet auf die Beine zu stellen. Die Idee stößt sowohl auf Zuspruch wie auch auf Ablehnung.

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Die Deutsche Telekom möchte das Internet hierzulande sicher gegen Spionage machen.
Die Deutsche Telekom möchte das Internet hierzulande sicher gegen Spionage machen.
(Bild: phecsone - Fotolia.com_2567023_XL)

Die Deutsche Telekom will es ausländischen Geheimdiensten künftig schwerer machen, systematisch Daten aus des dem deutschen Internet auszuspähen. Dazu will der Provider ein nnerdeutsches Internet auf die Beine zu stellen, wie die Nachrichtenagentur dpa verlauten lässt. Die Idee dabei ist, dass der Datenverkehr zwischen Punkten in Deutschland oder Europa nicht die regionalen Grenzen verlassen soll. „Es laufen Gespräche mit diversen möglichen Partnern“, so ein Telekom-Sprecher gegenüber der dpa. Dabei handle es sich beispielsweise um andere Netzbetreiber, deren Hilfe bei der Umsetzung eines solchen Projekts notwendig wäre.

Eine Idee, die der noch amtierende Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und der Bitkom befürworten. Friedrich hatte vorschlagen, in einem IT-Sicherheitsgesetz zu verankern, dass deutscher Datenverkehr nur in innerdeutschen Leitungen transportiert werden solle. Der Bitkom hat eine Art nationales oder auf den Schengen-Raum begrenztes Routing ins Gespräch gebracht. Wobei der Branchenverband gleichzeitig vor möglichen technischen Problemen warnt. Zudem sieht er die aktuelle Netzkapazität als nicht ausreichend an.

Das deutsche Chapter der Internet Society (ISOC.DE) warnt gleichzeitig vor einer „Balkanisierung des Internets“. Aus der Sicht des Vereins würden solche Maßnahmen die Freiheit der Bürger nicht schützen, sondern die Offenheit des Internets gefährden. Ein solcher Vorschlag sei „lediglich symbolische Politik“.

„Clean Pipe“

Gemeinsam mit dem Würseler Netzwerkausrüster Lancom hat die Deutsche Telekom außerdem eine so genannte „Clean Pipe“ entwickelt. Hierbei handlt es sich um einen Sicherheitsfilter für Geschäftskunden, der als Schutzschild gegen alle elementaren Bedrohungen aus dem Internet dienen soll. Sensible Komponenten vom Internet-Router bis zum Cloud Computing stammen dabei von deutschen Anbietern. Derzeit werden diese noch als Pilotprojekt getestet. Der Marktstart sei für die CeBIT 2014 geplant. □

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