Sicherheitsprophylaxe

Tipps gegen Cyber-Angriffe im Gesundheitswesen

| Redakteur: Stephan Augsten

Versicherer und andere Unternehmen im Healthcare-Bereich sollten sich zunehmend einen Kopf um Cyber-Bedrohungen machen.
Versicherer und andere Unternehmen im Healthcare-Bereich sollten sich zunehmend einen Kopf um Cyber-Bedrohungen machen. (Bild: Archiv)

Versicherungen werden zunehmend von Cyber-Kriminellen attackiert, denn sie beherbergen interessante Datensätze: Im Healthcare-Bereich kursieren Sozialversicherungsdaten ebenso wie Adressen, Geburtsdaten und diverse Konto- und Einkommensinformationen der Versicherungsnehmer.

Sicherheitsverletzungen können im Healthcare-Bereich zu großen Datenverlusten führen. Insbesondere in den USA ist das Risiko groß, da dort die Sozialversicherungsnummer zur Identifikation dient. Aber auch hierzulande horten Krankenversicherungen und Ärzte sensible Daten. Das Ponemon Institute beziffert den Anstieg der Cyberangriffe auf das Healthcare-Umfeld auf 125 Prozent seit 2010.

Zu den sensiblen Informationen zählen unter anderem Bankverbindungen, Kreditkartendaten sowie Beschäftigungs- und Einkommensinformationen. Schützenswert sind aber natürlich auch Adresse, Geburtsdatum, medizinische Aufzeichnungen und mehr. Letztlich lässt sich fast jede Information auf dem Schwarzmarkt verkaufen – und je umfassender der Datensatz ist, desto wertvoller ist er.

Es gibt aber Möglichkeiten, wie sich potenziell betroffene Unternehmen besser schützen können. Im Folgenden hält Palo Alto Networks sechs Sicherheitstipps bereit:

1.) Überblick gewinnen, Risiken verstehen und die Sicherheitslage beurteilen

Dieser auf den ersten Blick aufwändige Prozess scheint schwer umsetzbar zu sein angesichts ohnehin knapper Ressourcen und Budgets. Moderne Sicherheitslösungen vereinfachen diese Aufgabe aber ohne Unterbrechung des täglichen Betriebs. So gewinnt das Sicherheitsteam ohne großen Aufwand innerhalb weniger Tage einen wertvollen Überblick zu Anwendungen und vorhandener Malware im gesamten Netzwerk. Wird dabei speziell die Server-Kommunikation betrachtet, die sensible Daten der Versicherten betrifft, wird schnell ersichtlich, wo es in der IT-Umgebung an Sicherheit mangelt.

2.) Strengere Segmentierung mit Kontrolle auf Applikationsebene

Die heutige Realität ist, dass viele Unternehmen immer noch ein Netzwerk betreiben, das viel zu flach organisiert ist, um sensible Daten vor fortschrittlichen Angriffsszenarien zu schützen. Dies gilt insbesondere für Angriffe, die sich, sobald sie im Netzwerk stattfinden, seitlich bewegen können. Der Schutz sensibler und regulierter Daten erfordert eine strengere Segmentierung, die auf Anwendungs-Whitelisting und Benutzerzugriffskontrolle basiert, und eine systematische Überprüfung aller Nutzlasten, einschließlich der von zugelassenen Anwendungen.

3.) Quantifizierung der Risiken und Kosten einer Datenpanne für das eigene Unternehmen

Sicherheitsverantwortliche sollten für die Argumentation in der Führungsetage anschauliche Daten bereithalten, die aufzeigen, warum das Unternehmen mehr in Sicherheit investieren sollte. Allein zu den Sicherheitsvorfällen im vergangen Jahr gibt es jede Menge Studien.

4.) Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter schärfen

Das Sicherheitsbewusstsein und die entsprechende Weiterbildung müssen im Rahmen einer alltäglichen Interaktion trainiert werden, bis sie verinnerlicht werden. Das Ziel ist hier nicht, einen Zustand der Paranoia zu schaffen. Für jeden Mitarbeiter sollte jedoch klar sein, dass die Sicherheit von entscheidender Bedeutung für die Stabilität des Unternehmens ist. Dazu gehört auch, dass jeder Mitarbeiter – und nicht nur der IT-Administrator – in der Lage ist, möglichst schnell Anzeichen zu erkennen, wenn etwas nicht in Ordnung ist im Netz.

5.) Vernetzung mit Interessengruppen in der Gesundheits- und Versicherungsbranche

Hacker und Cyberkriminelle sind immer mehr und besser organisiert. Ebenso müssen einzelne Unternehmen nicht allein auf weiter Flur gegen die organisierte Cyberkriminalität kämpfen. Durch den Austausch innerhalb von Interessengruppen können Sicherheitsverantwortliche mehr erfahren über erfolgreiche Praktiken, etwa welche Abwehrmaßnahmen bei bestimmten Angriffen wirksam sind. Wer an Foren dieser Art teilnimmt, wird feststellen, dass das Volumen an wertvollen Informationen, die unternehmensübergreifend geteilt werden, erstaunlich groß ist.

6.) Führungskräfte für die Sicherheitsagenda engagieren

Cyber-Sicherheit ist nicht mehr nur ein IT-Problem, sondern ein Businessthema. Viele führende Unternehmen haben dies bereits vor vielen Jahren beherzigt und entsprechend in Ressourcen und Tools investiert, um sich zu schützen. Wenn in einem Unternehmen jedoch einiges darauf hindeutet, dass Handlungsbedarf besteht, ist es umso wichtiger, die Führungsetage zu erreichen und den Status quo in Sachen Sicherheit zur Sprache zu bringen.

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