Blog | Hürden bei der Einführung mobiler Technologien überwinden

28.04.2016

Eine neue Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen sich bei der Einführung mobiler Lösungen wegen Sicherheitsbedenken noch zurückhalten.

Wenn es darum geht, geschäftliche Aktivitäten zu sichern, müssen Unternehmen oft konkurrierende Anforderungen abwägen. Einerseits ist starker Schutz für Daten und Kommunikation wichtig, andererseits wollen sie ihren Mitarbeitern den Datenzugriff auch so einfach und bequem wie möglich machen, unabhängig davon, wo diese sich befinden.

Hier ein ausgewogenes Verhältnis zu finden bleibt ein Kampf für Unternehmens- und IT-Leiter, was direkten Einfluss auf die Lancierung mobiler Initiativen hat. Viele Führungskräfte zögern damit, mobile Lösungen anzubieten, bis alle Sicherheitsfragen beantwortet werden können.

Hürden für die Einführung

Eine neue Untersuchung von Dell zeigt, wie verbreitet die Bedenken sind. Die Studie ermittelte, dass Unternehmen zwar die Mobilisierung des Geschäfts vorantreiben, die Angst vor Datenschutzverletzungen das Fortschreiten aber behindert.

So sagen zwei Drittel aller Mittelstandsunternehmen (67 Prozent), dass sie aus Sicherheitsbedenken mit der Einführung einer BYOD-Initiative (Bring Your Own Device) zögern. Sogar 82 Prozent haben aus Gründen des Datenschutzes versucht, einzuschränken, von wo aus auf Daten zugegriffen werden kann.

Fast sechs von zehn Befragten (57 Prozent) haben Bedenken über die Qualität der in ihrer Firma genutzten Verschlüsselung geäussert. Und 69 Prozent sagten, sie würden auf bestimmte Endgeräte verzichten, um ihr Unternehmen vor einer Datenschutzverletzung zu bewahren.

Probleme, die sich daraus ergeben 

Allerdings führt ein sehr restriktiver Ansatz in Bezug auf die Nutzung mobiler Geräte oft zu mehr Problemen, als dadurch gelöst werden. Die meisten Mitarbeiter bestehen darauf, dass sie wann immer und von wo immer sie wollen, auf geschäftliche Daten zugreifen können – und wenn es keine vom Unternehmen genehmigte Methode gibt finden sie ihre eigenen Lösungen dafür.

Das ist nicht im Sinne der IT-Abteilung, denn dadurch wird mit nicht von der IT zugelassenen Verbraucherlösungen auf Geschäftsdaten zugegriffen, was die Gefahr von Datenschutzvergehen erhöht. Und da nur einer von zehn Angestellten sich überhaupt Gedanken über die Sicherheit von Geschäftsdaten auf privaten Geräten macht, sollten Unternehmen nicht auf ein verantwortungsvolles Verhalten der Mitarbeiter vertrauen.

Brett Hansen, Executive Director Data Security Solutions bei Dell, kommentiert: „Wenn Unternehmen keine genehmigten, sicheren Mobilitätsprogramme anbieten, setzen sie sich anderen Risiken aus.“

Die mobile Umgebung absichern

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen IT-Abteilungen eine führende Rolle bei der Entwicklung sicherer mobiler Lösungen einnehmen. Wem die Umsetzung einer komplett offenen BYOD-Richtlinie zu weit geht, der kann trotzdem Schritte ergreifen, die Mitarbeitern Wahlmöglichkeiten bieten, ohne dabei Kompromisse in Sachen Sicherheit einzugehen.

So ist die Nutzungsbeschränkung auf Mobilgeräte, die native Verschlüsselungskapazitäten haben, eine hervorragende Methode, um Komfort und Sicherheit ins Gleichgewicht zu bringen. Ein grosser Vorteil dabei ist, dass für die Verschlüsselung keine Tools von Drittanbietern zum Einsatz kommt, so dass das Mehr an Sicherheit keine Beeinträchtigung der Arbeitsabläufe der Nutzer nach sich zieht.

Weiterhin ist wichtig, dass die Unternehmen selbst die Hoheit über die Daten behalten, die auf Mobilgeräten konsumiert und gespeichert werden. Dazu gehört das Recht, die Daten im Fall von Verlust oder Diebstahl per Fernzugriff zu löschen. Verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf die Eigentümerschaft an den Mobilgeräten, wie BYOD, aber auch COPE (Corporate Owned, Personally Enabled) spielen ebenfalls eine wichtige Rolle und sollten bedacht werden.


von Marcel Mock, CTO