Suchen

Transparent Interconnection of Lots of Links | TRILL

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Transparent Interconnection of Lots of Links (TRILL) ist der Ansatz der Internet Engineering Task Force (IETF), um Multipathing in Rechenzentrumsnetzen zu ermöglichen. TRILL wendet

Firmen zum Thema

Transparent Interconnection of Lots of Links (TRILL) ist der Ansatz der Internet Engineering Task Force (IETF), um Multipathing in Rechenzentrumsnetzen zu ermöglichen. TRILL wendet Routing-Protokolle des Netzwerk-Layers im Link-Layer des OSI-Modells an und unterstützt so – und durch Kenntnis der gesamten Netzwerkstruktur – Layer-2-Multipathing. Dies ermöglicht Multi-Hop Fibre Channel over Ethernet (FCoE), reduziert die Latenz und verbessert die Auslastung der verfügbaren Netzwerkbandbreite insgesamt.

TRILL soll das Spanning Tree Protocol (STP) ablösen, das ursprünglich dazu verwendet wurde, um Schleifen und Loops in Netzwerken zu vermeiden und jeweils nur einen einzigen Pfad zwischen Netzwerk-Switches oder Ports zuzulassen. Fällt bei dieser Konstruktion ein Netzwerkzweig aus, sucht STP einen alternativen Weg – jedoch kann dieser Prozess inakzeptable Aussetzer und Verzögerungen in einem Rechenzentrumsnetz erzeugen. TRILL soll diese Probleme lösen, indem es das Intermediate-System-to-Intermediate-System Layer-3-Routing-Protokoll (IS-IS) auf Layer-2-Geräten zum Einsatz bringt. Im Wesentlichen erlaubt dies ein Routing von Ethernet-Frames durch Layer-2-Geräte. Befürworter von TRILL sind überzeugt, dass Unternehmen durch die Beseitigung des Spanning-Tree-Protokolls (STP) und die Freigabe mehrerer Layer-2-Pfade wesentlich besser in der Lage sein werden, virtuelle Maschinen (VMs) innerhalb des Rechenzentrumsnetzwerks zu verschieben. Zudem soll so mehr Bandbreite für anspruchsvolle Anwendungen wie Real Time Communication (RTC) und für den Transport von Speichertraffic mittels Fibre Channel over Ethernet (FCoE) oder iSCSI über das IP-Netz zur Verfügung stehen. Zudem soll TRILL den Einsatz von Switches wesentlich kosteneffizienter machen, denn es soll Unternehmen erlauben, wesentlich mehr Links in ihren Rechenzentrums-Netzdesigns zu verwenden. Außerdem sollen Switches damit ein Load Balancing über mehrere Layer-2-Links realisieren können.

Dennoch sind einige Experten skeptisch, ob TRILL die Probleme von STP lösen kann – oder ob ein Ersatzprotokoll überhaupt nötig ist. So Mancher befürchtet sogar, dass TRILL zu sehr dürftigen Netzwerk-Design-Techniken im Rechenzentrum führen könnte und dass sich andere Ansätze wie Shortest Path Bridging (SPB) oder Multichassis Link Aggregation (MLAG) wesentlich besser zur Erreichung der mit TRILL angestrebten Ziele eignen.

(ID:2053201)