AVG Insight zu infizierten Webseiten von MSN und NBC

Trojaner und Ransomware per Redirect verteilt

| Redakteur: Stephan Augsten

Der aktuelle „AVG Insight“-Report warnt vor Malware-Infektionen über renommierte Webseiten.
Der aktuelle „AVG Insight“-Report warnt vor Malware-Infektionen über renommierte Webseiten. (Bild: AVG Technologies)

„Reputation hat online keine Bedeutung“, so lautet der Titel des jüngsten Insight-Reports von AVG. Darin beleuchtet der Antivirus-Spezialist zwei Cybercrime-Kampagnen, bei denen das italienische MSN und das US-amerikanische Nachrichtenportal NBC.com zur Verbreitung von Schadcode dienten.

Selbst wenn eine Webseite einen guten Ruf genießt, kann sie doch auf bösartige Internetseiten verweisen oder gar selbst mit Malware infiziert sein. Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu – manchmal muss man sie anhand aktueller Beispiele wieder in Erinnerung rufen, wie es AVG im aktuellen Insight-Report macht.

Ende 2012 war den Sicherheitsforschern von AVG ein Ausschlag in den Statistiken des Antivirus-Moduls LinkScanner aufgefallen, der auf das italienische Microsoft Network (MSN) zurückzuführen war. Das Team entdeckte auf einen Link, der einen verschleierten Verweis („obfuscated redirect“) auf eine kriminelle Webseite enthielt.

Bei einem Klick auf den Link wurde das Cool Exploit Kit aktiv, dass verschiedene Schwachstellen-Exploits verwendet, um Computer mit Malware zu infizieren. In diesem Fall wurde im Hintergrund eine Java-Datei aktiv, die sogenannte Ransomware auf dem Rechner installierte, so dass fortan Zugriff auf Dateien verweigert wurde.

Der Anwender sah eine fingierte Meldung, dass eine Behörde – beispielsweise das US-Justizministerium – den PC aufgrund illegaler gespeicherter Dateien gesperrt habe. Wie bei den in Deutschland kursierenden GVU- und BKA-Trojanern wurde dem User vorgegaukelt, er könne den Rechner gegen Gebühr freischalten, was selbst nach Zahlung selbstredend nicht geschah.

Auch im Falle der aktuelleren Attacke über das US-Nachrichtenportal NBC.com kamen „obfuscated redirect“ zum Einsatz. Mithilfe der Verweise wurden die Nutzer auf hunderte Webseiten weitergeleitet, die durch das Redkit Exploit Kit kompromittiert waren.

Das Malware-Toolkit wurde dazu genutzt, den Citadel-Trojaner zu installieren. Mit diesem konnten die Cyberkriminellen sensible Daten ausspähen, darunter auch die Zugangsdaten zu Online-Banking-Webseiten. Weitere Informationen über die beiden Malware-Attacken finden sich im englischsprachigen AVG Insight „Reputation Means Nothing Online“.

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