Hintergrundwissen – Quo Vadis Antivirenschutz (Teil 2)

Über die Sicherheitskonzepte verschiedener Antivirus-Hersteller

11.11.2008 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Stephan Augsten

Angesichts der stetig wachsenden Malware-Gefahr entwickeln die Antivirus-Hersteller neue Schutzkonzepte.
Angesichts der stetig wachsenden Malware-Gefahr entwickeln die Antivirus-Hersteller neue Schutzkonzepte.

Versprechen der Anbieter genauer unter die Lupe nehmen

Alexander Peters von Messagelabs bilanziert: „Selbstverständlich kann eine Einzellösung nicht denselben Schutz liefern, den ein globales, mehrstufiges System aus Best-of-Breed-Virenscannern und eigen entwickelter Heuristik bieten kann, basierend auf der langjährigen Erfahrung einer Vielzahl von Security-Spezialisten.“

Schaut man sich die Lösungsstrategien der führenden IT-Sicherheitanbieter also genauer an, so lassen sich durchaus kleine, aber oftmals gravierende Unterschiede im Produktportfolio ausmachen. Denn mit Services á la „In the Cloud“ werben auch andere Hersteller, so etwa Trend Micro. Etwas anders variiert McAfee das Thema und spricht bei den ins Internet ausgelagerten Diensten von „Security as a Service“.

Raimund Genes, CTO Anti-Malware, bei Trend Micro, ordnet den Trend wie folgt in das eigene unternehmerische Koordinatensystem ein. „In the Cloud Services oder Security as a Service“ weise alle Vorteile von ausgelagerten Rechenzentren auf. Der Service Anbieter kümmere sich um die Updates und Upgrades sowie die Hardware. Zudem sorge ein Service Level Agreement dafür, dass das System zuverlässig zur Verfügung stehe, argumentiert Genes.

So offeriert Trend Micro bereits seit rund drei Jahren mit „Real Time Blacklisting“ einen Service, der Spam bereits am MTA (Mail Transfer Agent) abweist. Dazu ist laut Raimund Genes nur eine Konfigurationsänderung am MTA notwendig. Danach stehe der MTA mit Trend Micro in Verbindung und überprüfe bei jeder E-Mail, ob diese von einem Spam Server oder einem Spam Bot aus versandt worden sei.

„Mit diesem Verfahren lassen sich zuverlässig achtzig Prozent aller Spam-Mails bereits am MTA abweisen“, bilanziert der Experte. Die Kostenersparnis innerhalb des Unternehmens durch weniger Last auf den Mail Servern sowie geringere Archivierungskosten sei enorm. Zudem bietet Trend Micro auch Hosted E-Mail Services an. Die Mails werden auf Spam, Malware und schädliche URL’s überprüft, noch bevor eine Zustellung an das Unternehmen erfolgt.

Für wen sich Security-Services wirklich lohnen

„Security as a Service“-Lösungen sind laut Genes gerade für kleinere Unternehmen eine Möglichkeit, die Administration der Sicherheitslösung über eine Konsole im Web einem externen Dienstleister zu überlassen. Trotzdem ist es wichtig, jederzeit einen Einblick in die aktuellen Ereignisse zu haben und selbst Richtlinien verändern zu können, betont demgegenüber Toralv Dirro, Security Strategist der McAfee Avert Labs.

Aktuell zeichnet der Experte die Entwicklung wie folgt: Größere Unternehmen übernähmen die komplette Administration und Konfiguration lieber intern. „Kleinere Unternehmen setzen zwar die gleichen Produkte ein, deren Administration kann jedoch über das Web durch einen Partner erfolgen“, sagt Dirro.

Bezogen auf die sensible Nahstelle zwischen Produkten für den Endverbraucher und jenen für die Unternehmen sieht McAfee zwar keine direkte Koexistenz zwischen AV-Industrie und In the Cloud Services heraufziehen, sondern vielmehr eine Ergänzung des Schutzes auf dem Client durch weitere Lösungen im Netzwerk, sowohl am Gateway als auch beim Internet Service Provider (ISP).

„Diesem Umstand muss eine Managementlösung zur zentralen Verwaltung Rechnung tragen und die gemeinsame Administration aller Komponenten ermöglichen“, betont Dirro. Für kleinere Unternehmen biete dabei „Security as a Service“ die Möglichkeit, die Lösungen auch ohne eigenes speziell geschultes Personal umzusetzen.

Seite 4: Mehrschichtiges Konzept statt Rundum-Sorglos-Paket

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