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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 104

Unified Communications & Collaboration – Kommunikation High-end

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Konsequenzen

Nach einer Phase der initialen Bestandsaufnahme müssen wir letztlich dazu kommen, Pläne für das weitere Vorgehen hinsichtlich der Entwicklung eines sinnvollen Plans für den nutzbringenden Einsatz moderner Kollaborationstechnologie zu entwickeln. Am Anfang stehen viele Fragen, vor allem viele falsche Fragen. Viele Verantwortliche konzentrieren sich nämlich zu sehr und zu schnell auf einen von ihnen überschaubaren Bereich und übersehen dabei die globalen Zusammenhänge. Falsche Fragen wären an dieser Stelle bspw. wie viele Router und Server gebraucht werden.

Diese Fragen treten zwar irgendwann auf, können aber in dem Moment zügig beantwortet werden, am besten von Leuten, die wirklich etwas davon verstehen. Die einzige wirklich wichtige und richtige Frage ist:

  • Was ist die fundamentale Auswirkung der Globalisierung auf die Art und Weise, wie ich mein Geschäft ausübe und wie kann ich die globalen Geschäftsprozesse am besten mit Kollaborationstechnologie unterstützen?

Diese Frage sollte im Mittelpunkt stehen. Um sie herum kann man beginnen, eine Strategie aufzubauen. Braucht man dann irgendwann Technologie, muss man sie eben einkaufen.

Man kann neun Schritte in drei Gruppen identifizieren, die bei der Suche nach einer ordentlichen Lösung durchlaufen werden müssen:

Strategie

  • 1. Planung des Geschäftsprozesses mit Zielen und Kundensegmentierung
  • 2. Erstellung eines konzeptionellen Storyboards mit Anwendungsmodellen und Strategien zur Zielfindung
  • 3. Projektplanung mit Sichtbereich und Zeitplanung sowie Vorausberechnung des zu erwartendenen Return of Investment

Implementierung

  • 4. Entwicklung von Inhalten, Kreativ Design, Workflow
  • 5. Anwendungsentwicklung, Codierung, Testen
  • 6. Systemintegration in Hardware und bestehende Systeme

Betrieb

  • 7. Durchführung des operativen Geschäfts
  • 8. Technischer Betrieb, Hosting, Reporting
  • 9. Business Evaluation, ROI Analyse, Change Management

Der Schritt 9 kann auf eine Parametrierung der Schritte 5 und 6 zurückweisen. 5, 6, 7, 8 und 9 bilden eine Schleife.

Gleichgültig, wo man selbst in diesem Prozess steht, ist es von besonderer Wichtigkeit, sich immer des Gesamt Prozesses bewusst zu sein, denn nur ein vollständig und professionell ausgeführter Gesamtprozess kann letztlich zu der gewünschten Lösungsqualität führen.

Wie der geneigte Leser schon sieht, ist der Bereich „Kollaborationstechnologie“ keine wirklich simple Angelegenheit, die man an ein paar Eckpunkten festmachen kann, sondern eher eine Art permanent laufender Prozess, der die Geschäftsprozesse im Unternehmen immer mehr mit Daten- und kommunikationstechnischer Unterstützung unterlegt. Nur wenn dieser Prozess schon gut fortgeschritten und Stück für Stück wirklich integriert ist, hat ein Unternehmen eine echte Chance bei der Globalisierung, denn letztlich kommt es ja darauf an, Netze und Systeme in möglichst optimaler Weise für die Unterstützung globalisierender Geschäftsprozesse einzusetzen. Und genau das setzt eine sinnfällige Vision voraus, eine Vision, die schon wie im ersten Kapitel angesprochen, sehr genau festlegt, was man letztlich erzielen möchte.

Nur unter der Regie einer tragfähigen Vision können die vielfältigen zur Verfügung stehenden technischen Elemente auch so zusammengesetzt werden, dass sie ein sinnfälliges Ganzes ergeben. Ich bin mir darüber bewusst, dass dieser Prozess in den meisten Unternehmen, die ich kenne, sehr schwierig sein wird, weil über die letzten Jahrzehnte jeder gewohnt war, mehr oder minder losgelöst vor sich hin zu planen und zu implementieren, was im einfacheren Falle zu gewissen Unzufriedenheiten, im schlimmsten Falle zur Feststellung der Geschäftsleitung, man habe doch jetzt schon wieder völlig sinnlos riesige Summen in DV versenkt, führt.

Wesentlich ist hier vor allem, dass die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Ebenen der Entscheidungsfindung in Unternehmen deutlich verbessert wird. Es gibt eine Reihe von Beispielen, die zeigen, dass das durchaus gut funktionieren kann.

Fassen wir zusammen

Technik für UC und Kollaboration gibt es genug. Standards wie SIP erlauben den Aufbau herstellerneutraler, zukünftig tragfähiger Lösungen. Diskussionen über Spezialitäten bei Servern usw. können den Spezialisten überlassen werden, führen aber substanziell nicht wesentlich weiter. Wichtig ist vor allem eine klare Vision für den nutzbringenden Einsatz der neuen Möglichkeiten. Bei ihrer Entwicklung helfen vor allem Erkenntnisse, die man in früheren Stufen wie Workgroup Computing und Intranets gewonnen hat.