Umfrage unter Führungskräften

Unternehmen setzen auf KI, Automatisierung und Hacker

| Redakteur: Peter Schmitz

Neben automatisierten Lösungen uns KI-Systemen würden vor allen europäische Unternehmen zur Verbesserung der Systemsicherheit auf die spezielle Expertise von Ex-Hackern setzen.
Neben automatisierten Lösungen uns KI-Systemen würden vor allen europäische Unternehmen zur Verbesserung der Systemsicherheit auf die spezielle Expertise von Ex-Hackern setzen. (Bild: Pixabay / CC0)

Etwa ein Drittel der für eine Radware-Studie befragten Führungskräfte hat schon heute mehr Vertrauen in automatisierte Sicherheitslösungen als in ausschließlich menschliche Expertise. Vor allen europäische Unternehmen würden daneben auf die Expertise von Ex-Hackern setzen, um ihre Sicherheitsarchitektur und Systeme zu testen und zu verbessern.

Bei der Abwehr von Cyberangriffen setzen mittlere und große Unternehmen zunehmend auf automatisierte Sicherheitslösungen, um der Agilität der Angreifer entgegen zu treten. 81 Prozent der von Radware für die 2017 Executive Application & Network Security Survey befragten 200 Führungskräfte aus europäischen und US-amerikanischen Unternehmen gaben an, bereits heute verstärkt solche Systeme einzusetzen. 38 Prozent gehen davon aus, dass automatisierte und selbstlernende Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb von zwei Jahren der wesentliche Stützpfeiler ihrer Sicherheitsstrategie sein werden.

Etwa ein Drittel der Befragten hat schon heute mehr Vertrauen in automatisierte Lösungen als in ausschließlich menschliche Expertise, nur noch ein Viertel sieht das andersherum. Der Glaube an die Automatisierung und KI ist dabei in Europa deutlich stärker ausgeprägt als in den USA; in der alten Welt gehen 46 Prozent der Befragten davon aus, dass solche Systeme in zwei Jahren für die Sicherheit von Netzwerken unabdingbar sein werden, in der neuen nur 30 Prozent.

"Cyberattacken werden immer komplexer, ob es sich nun um einen reinen Denial-of-Service-Angriff handelt oder um den Versuch, Daten zu stehlen oder zu manipulieren", kommentiert Georgeta Toth, Regional Director DACH bei Radware. "Vor allem verändern sich die Angriffsmuster rasch, da auch die Angreifer auf Automatisierung setzen. Mit rein manuellen Abwehrmaßnahmen können Unternehmen diesen dynamischen Angriffen nur wenig entgegensetzen. Sie müssen Feuer mit Feuer bekämpfen, um die Sicherheit von Netzwerken und Anwendungen zu gewährleisten."

Neben automatisierten Lösungen setzen vor allen europäische Unternehmen auf sehr spezielle Expertise. 58 Prozent der Befragten gaben an, sie würden sicher oder höchstwahrscheinlich Ex-Hacker beschäftigen, um ihre Sicherheitsarchitektur und die entsprechenden Systeme zu testen und zu verbessern. In den USA plant dies nicht einmal jedes dritte Unternehmen (27 Prozent). Zudem tendieren europäische Unternehmen eher als amerikanische dazu, sich bei der Sicherheit ihrer Netzwerke auf ihren ISP zu verlassen (39 vs. 26 Prozent), während amerikanische eher einen spezialisierten Security Service Provider beauftragen als europäische (19 bzw. 10 Prozent).

Über die Studie: Für die 2017 Executive Application & Network Security Survey befragte Merrill Research im April 2017 und im Auftrag von Radware 200 Top-Manager von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 250 Millionen Dollar und durchschnittlich 4.600 Beschäftigten – davon 100 in den USA, 35 in UK, 33 in Frankreich und 32 in Deutschland. Über die Hälfte der Befragten sind Vorstandsmitglieder. Ungefähr die Hälfte der befragten Unternehmen haben zwischen 1.000 und 9.999 Mitarbeiter bei einem Durchschnitt von 4.600. Der Anteil der Unternehmen unter 1.000 Mitarbeiter lag in den USA geringfügig höher, ohne dass es sonst signifikante Unterschiede bei der Mitarbeiterzahl gegeben hätte.

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