AOL, Apple, Facebook, Google, Linkedin, Microsoft, Twitter und Yahoo

US-Konzerne begehren gegen Überwachungswahn auf

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Riedl / Peter Schmitz

Einige US-Konzerne positionieren sich demonstrativ gegen die Überwachung durch die „Dienste“.
Einige US-Konzerne positionieren sich demonstrativ gegen die Überwachung durch die „Dienste“. (Bild: alphaspirit - Fotolia.com)

Sie fordern Transparenz und wollen nicht mehr dazu beitragen, dass Nutzer-Daten von Geheimdiensten abgegriffen und ausgewertet werden: AOL, Apple, Facebook, Google, Linkedin, Microsoft, Twitter und Yahoo haben eine gemeinsame Website für ihre Forderungen eingerichtet.

Die Spionage-Affäre sorgt für ein Negativ-Image von dem besonders US-Firmen betroffen sind. Schließlich wird offen darüber diskutiert, welche Mechanismen US-Unternehmen zur Kooperation mit den „Diensten“ zwingen können (Patriot Act, Geheimgerichtsbeschlüsse). Kein Wunder, dass US-amerikanischen IT-Firmen inzwischen vielerorts so etwas wie ein Generalverdacht entgegenschlägt. Denn Vertrauen ist eine binäre Größe. Entweder man vertraut jemandem – sei es eine Person, ein Produkt oder eine Firma – oder es überwiegen die Zweifel.

Hier geht es nicht nur um rein rationale Überlegungen, sondern in hohem Maße um Bauchentscheidungen.

Gemeinsames Statement

Jetzt gibt es unter der URL http://reformgovernmentsurveillance.com eine gemeinsame Website von AOL, Apple, Facebook, Google, Linkedin, Microsoft, Twitter und Yahoo.

Die betroffenen US-Internetkonzerne sprechen hier direkt den US-Präsidenten Obama und die Mitglieder des Kongresses an. Sie fordern eine Neuausrichtung der Digitalüberwachung seitens der „Dienste“, also vor allem der NSA und des britischen GCHQ. Überwachung soll sich nicht auf die breite Masse, sondern auf konkrete Zielpersonen beschränken. Die Behörden müssten viel strenger überwacht werden. Sie wollen veröffentlichen dürfen, wie oft und warum an Behörden Nutzerinformationen weitergereicht werden müssen. Zudem fordern sie einen „freien Fluss von Informationen“ und einen internationalen Rechtsrahmen für Anfragen nach Nutzerdaten.

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