Eine etwas andere Fallstudie zum Fachkräftemangel

Verzweifelt gesucht – Frauen in der IT

| Autor / Redakteur: Catalin Cosoi* / Stephan Augsten

Komplexe Aufgaben mit weiblichen Stärken meistern

Gemessen an Größe und Einwohnerzahl des Landes verfügt Rumänien mit 65.000 IT-Fachkräften über Potenzial, aus dem sich schöpfen lässt. Die hohe Affinität für MINT-Studiengänge bei rumänischen Schulabgängern rührt von einer frühkindlichen Förderung naturwissenschaftlichen und technischen Talents. Oftmals findet bereits im Kindergarten schon eine Heranführung an Computerwissenschaften statt, die sich bis zum Studium fortsetzt. Auf diese Weise wird schon früh der Weg in eine Laufbahn in diesem Bereich geebnet.

„Wir glauben daran, dass für die Programmierung solch komplexer Software wie wir sie entwickeln, gerade weibliche Eigenschaften unabdingbar sind“, erklärt Mihaela Dan, Personalleiterin bei Bitdefender. „Wir beobachten regelmäßig, wie unsere Programmiererinnen immer wieder kreative Ansätze zur Problemlösung entwickeln und neuen Wegen gegenüber besonders aufgeschlossen sind.“

Damit sie diese Stärken zur vollen Entfaltung bringen können, legt Bitdefender bereits seit seinen Anfängen hohen Wert auf eine Unternehmenskultur, die Diversität als Grundlage des Erfolgs begreift – und nicht als zu erreichendes Ziel definiert. „Sexismus und Brogrammer-Gehabe dulden wir nicht.“ Dass sie mit ihrem Ansatz goldrichtig liegen, hat ein Versuch des MIT belegt.

Für die Lösung verschiedener Aufgaben wurden Gruppen zusammengestellt, sowohl reine Frauen- und Männerteams als auch gemischte. Dabei stellte sich heraus, dass gemischte Teams stets schneller und zu besseren Ergebnissen kamen, als reine Frauen- und Männerteams. Besonders bemerkenswert war jedoch, dass die Qualität weiter stieg, je höher die Frauenquote in einer Gruppe war. Dabei spielte der IQ der einzelnen Teammitglieder keine Rolle.

Erfolgsrezepte aus Rumänien

Selbstverständlich liegt auch Bitdefender im Wettbewerb um die besten Köpfe. Eines der Erfolgsrezepte ist der Umgang mit Praktikanten: „Wie jedes Unternehmen heuern auch wir Studenten für Praktika an. Der Unterschied bei uns ist jedoch, dass wir sie nicht wahllos als billige Arbeitskräfte, sondern die besten Köpfe mit dem erklärten Ziel anwerben, nach dem Uni-Abschluss einen Vertrag bei uns zu unterschreiben und sie auf dem Weg in die Leitungsebenen zu unterstützen“, so Dan.

Die Mädels machen den Unterschied: Der Kampf gegen Cyberkriminalität ist und bleibt ein Igel-und-Hase-Rennen. Um die täglich anschwellende Flut an Malware halbwegs in den Griff zu bekommen, sind Schnelligkeit, Kreativität und Hartnäckigkeit zwingende Voraussetzungen. Und genau diese Fertigkeiten bringen die weiblichen Teammitglieder von Carmen Mitrica mit, ihres Zeichens Leiterin des Anti-Spam-Labors bei Bitdefender.

Selbstverständlich besteht ihr Team nicht nur aus Frauen. Um ihre Rolle zu behaupten, hilft ihr eine Eigenschaft, die als vorwiegend weiblich gilt: emotionale Intelligenz. „Entwickler beiden Geschlechts sind manchmal nicht ganz leicht zu nehmende Charaktere. Die kommunikative Stärke und ein besonderes Gespür für Menschen verleihen unseren weiblichen Führungskräften die Gabe, ein Team zu Höchstleistungen zu motivieren“, kommentiert Personalchefin Dan.

Themen wie Mutterschaft und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen für die Karrierewege der IT-Frauen bei Bitdefender keine Stolpersteine dar. Durch flexible Arbeitszeiten und kontinuierliche Weiterbildungen können die Mitarbeiterinnen beide Anforderungen leicht unter einen Hut bringen.

„Unternehmen, die Frauen benachteiligen, spielen nur dem Wettbewerb in die Hände“, ist Dan überzeugt. „Bei unserem Auswahlverfahren spielen Aspekte wie Geschlecht, Rassen- oder Religionszugehörigkeit keine Rolle. Entscheidend sind fachliche und persönliche Qualifikationen.“ Eine kleine Einschränkung gibt es jedoch: „Wir behandeln Frauen nicht wirklich gleich – vielmehr bestärken wir sie und unterstützen sie besonders dabei, in männlich dominierten Aufgabenbereichen und Rollen zu brillieren.“

* Catalin Cosoi ist Chief Security Strategist bei Bitdefender.

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