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Cyber-Risiken Viele Internet-Nutzer sind apathisch gegenüber Gefahren aus dem Netz

| Redakteur: Franz Graser

Trotz zahlreicher Ängste ist die selbstständige Absicherung gegen solche Risiken in Deutschland noch gering: Nur jeder zweite Internetnutzer (55 Prozent) schützt sich etwa durch Softwarelösungen oder andere Sicherheits- und Privatsphäre-Funktionen.

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Nur jeder zweite Web-Nutzer schützt sich mit Softwarelösungen oder anderen Vorkehrungen gegen Bedrohungen aus dem Netz.
Nur jeder zweite Web-Nutzer schützt sich mit Softwarelösungen oder anderen Vorkehrungen gegen Bedrohungen aus dem Netz.
(Bild: Vladislav Kochelaevs - Fotolia.com)

Ein Grund für die niedrige technische Absicherung ist die Gleichgültigkeit der Nutzer: Fast die Hälfte (46 Prozent) hält eine Absicherung gegen Gefahren im Internet für überflüssig, da Hacker immer eine Sicherheitslücke finden würden. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „CyberRisiken im Privatbereich“ des Marktforschungsinstituts YouGov, für die 1.005 Internet-Nutzer befragt wurden.

Trotzdem gibt die Mehrheit (67 Prozent) der befragten User aufgrund der wahrgenommenen Risiken im Internet an, sich besonders vorsichtig im Netz zu bewegen. Dabei haben die meisten Befragten in Bezug auf finanzielle Schäden Angst vor Phishing (44 Prozent). Hierbei werden in der Regel persönliche Bankdaten abgefangen.

Aber auch das Hacking eines Online-Shopping- (43 Prozent) oder Banking-Accounts (41 Prozent) fürchten die Nutzer. Bei dem technischen Gefährdungspotenzial befürchten neben der Gefährdung durch Spam mehr als 40 Prozent der User auch eine unabsichtliche Infizierung durch eigene Aktivitäten im Internet, sei es beim Besuch einer Website, beim Download oder durch das Öffnen von Mails.

Unter den Usern, die sich selbstständig absichern, nutzt die Mehrheit Antivirenprogramme (91 Prozent) und Firewalls (78 Prozent). Nur rund ein Drittel (29 Prozent) verwendet Verschlüsselungsdienste von Mails oder Dateien.

Werden Antivirenprogramme genutzt, steht Avira mit 41 Prozent an erster Stelle. Dann folgen Kaspersky (19 Prozent), Norton (16 Prozent), McAfee und Avast (jeweils 12 Prozent). Nur von wenigen werden Ad-Aware, Bitedefender, F-Secure oder Panda (jeweils 2 Prozent) genutzt.

„Generell unterschätzen vor allem ältere, weniger aktive und weniger kompetente Internet-User das Gefahrenpotenzial. Hier können durch Aufklärungsarbeit die Risikowahrnehmung und die Absicherungsbereitschaft deutlich gesteigert werden“, erläutert Oliver Gaedeke, Vorstand bei YouGov.

Aber auch Versicherungen können zum Schutz gegen Cyber-Risiken abgeschlossen werden. Immerhin liegt die generelle Abschlussbereitschaft für solch eine Versicherung derzeit bei 19 Prozent. „In diesem Geschäft gibt es durchaus Potenzial für einen Vertriebsverbund. So könnten Anbieter von Antivirenprogrammen beispielsweise Luxuspakete inklusive Cyberversicherung anbieten“, so Gaedeke weiter.

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