Fast jeder Zweite will 2017 den Job wechseln

Viele IT-Profis haben die Nase voll

| Autor: Katrin Hofmann

Unzufriedenheit senkt die Arbeitsleistung.
Unzufriedenheit senkt die Arbeitsleistung. (Bild: Pixabay / CC0)

Achtung Arbeitgeber: Haken Sie doch einmal in Ihrer IT-Abteilung nach, wie zufrieden die Angestellten dort mit ihren Beschäftigungsverhältnissen sind. Denn vielfach besteht offensichtlich Handlungsbedarf.

IT-Experten haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Gehälter steigen weiter, Fachkräfte, die spezielles Know-how mitbringen, sind rar und begehrt. Und der IT-Markt ist in steter Bewegung, sodass sich immer wieder neue Einsatzgebiete und mögliche Marktlücken, in die hineingesprungen werden kann, auftun.

Dennoch scheint es keineswegs eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass Arbeitgeber ihren IT-Angestellten Arbeitsbedingungen bieten, die diese zu Treue zu ihrer Firma bewegen. Mag sein, dass nicht in jedem Fall der alteingesessene IT-Experte alle nötigen Skills für die Trends wie Digitalisierung oder Industrie 4.0 mitbringt und Cloud-Anwendungen manches ursprüngliche Knowhow verzichtbar machen. Mag sein, dass sich deshalb der Fokus der Vorgesetzten durchaus manchmal ein wenig weg von den IT- und stärker in Richtung Fachabteilungen bewegt.

Diskrepanzen

Letztlich jedoch ersetzt die IT in immer mehr Betrieben Arbeitsabläufe oder unterstützt diese, sei es durch Roboter oder Software, die Kontrollfunktionen übernimmt. IT-Profis halten diese komplexen Systeme lauffähig und stellen die funktionierende Vernetzung zwischen ihnen sicher. Allerdings zeigt die Studie auch: Die Weiterbildung der eigenen IT-Angestellten lässt zu wünschen übrig. Die IT-Verantwortlichen beanstanden vielfach zu geringe Projektbudgets und nicht zuletzt zu geringe Gehälter. All das mögen durchaus übliche Diskrepanzen zwischen dem Management und den IT-Experten sein, die jedoch vor dem Hintergrund des auch selbst verursachten IT-Fachkräftemangels gerade heutzutage zu schmerzhaften Einbußen für die Unternehmen führen können.

Ergebnisse im Detail

Dass 45 Prozent der IT-Profis 2017 den Job wechseln wollen, ist jedenfalls das Ergebnis der in EMEA und Nordamerika vom IT-Profi-Netzwerk Spiceworks durchgeführten Studie „2017 Tech Career Outlook" – unter anderem weil sie einen Arbeitgeber suchen, in dem IT einen hohen Stellenwert hat. Zwar wollen 69 Prozent vor allem ihre IT-Skills ausbauen, und 64 Prozent erhoffen sich ein höheres Gehalt. Aber immerhin 40 Prozent wollen für ein Unternehmen arbeiten, in dem die Arbeit der IT-Spezialisten grundsätzlich ein höheres Ansehen genießt.

„Angesichts der anhaltend guten Berufsaussichten vertrauen sie darauf, Arbeitgeber zu finden, für die die IT-Abteilung eine hohe Priorität hat, die mehr als andere in technische Talente investieren und die den IT-Verantwortlichen die Ressourcen zur Verfügung stellen, die sie für ihre Arbeit benötigen", erklärt Peter Tsai, IT-Analyst bei Spiceworks. 70 Prozent der IT-Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt 2017 für sie günstig bleiben werden und dass es im kommenden Jahr besser bezahlte Jobs mit mehr Perspektiven geben wird.

Wichtigste Skills und Erfolgsrezepte

Was die IT-Skills betrifft, auf die es 2017 ankommt, nannten 95 Prozent der Befragten Know-how in Cyber-Sicherheit, gefolgt von den so genannten Soft-Skills und Netzwerkkompetenz. Allerdings haben nur 29 Prozent der Befragten vor, ihre Soft-Skills – etwa Team-Management- und Kommunikationsfähigkeiten – zu verbessern. Die meisten (62 Prozent) wollen sich auf den Ausbau ihrer Cybersecurity-Kenntnisse durch Zertifikationen oder Trainings konzentrieren.

Hinzu kommt, dass 55 Prozent der Unternehmen bislang keine eigenen Experten für das Thema Cyber-Sicherheit haben. Die Mehrheit der Firmen will ihre IT-Angestellten auch nicht in Security-Trainings weiterbilden. Arbeitgeber, die bereit sind, in Weiterbildung diesbezüglich zu investieren, haben laut Spiceworks dann die Nase vorn.

Große Herausforderung: Der IT hohe Priorität einräumen

Die Firmenleitung von der Bedeutung der IT und der Finanzierung wichtiger IT-Projekte zu überzeugen, gilt für die Mehrheit der Befragten als eine der größten Herausforderungen im kommenden Jahr. Das spiegelt sich auch in der kürzlich veröffentlichten Spiceworks-Studie „2017 State of IT Report“: Demnach werden die IT-Budgets nächstes Jahr stagnieren, obwohl 60 Prozent der Unternehmen für 2017 mit einem Umsatzplus rechnen.

Als weitere Herausforderungen bezeichneten die Befragten die Sicherung der Unternehmensdaten, eine IT-Infrastruktur, die immer up to date ist, sowie das rechtzeitige Upgraden von End-of-Life-Software und Betriebssystemen. Für all diese Aufgaben stellen viele Unternehmen aus Sicht ihrer IT-Verantwortlichen nicht genug Geld bereit.

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