Governance, Risk Management und Compliance auf dem Endgerät Von der lokalen DLP- zur GRC-Lösung

Autor / Redakteur: Margreet Fortuné, Absolute Software / Stephan Augsten

Die Datensicherheit und der unerwünschte Datenabfluss sind heute zentrale IT-Herausforderungen. DLP-Tools (Data Loss Prevention) bieten einen wirksamen Schutz, sind aber nicht immer ausreichend. Die ideale Ergänzung sind Strategien rund um Governance, Risk Management und Compliance.

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DLP-Lösungen sollten durch GRC-Tools auf dem Endgerät unterstützt werden.
DLP-Lösungen sollten durch GRC-Tools auf dem Endgerät unterstützt werden.
(Bild: © alphaspirit - Fotolia)

Margreet Fortuné: „Endpunkt-GRC ist ein komplexer Prozess, der permanenten Änderungen unterworfen ist.“
Margreet Fortuné: „Endpunkt-GRC ist ein komplexer Prozess, der permanenten Änderungen unterworfen ist.“
(Bild: Absolute Software)

DLP-Lösungen können den Datenfluss vom Unternehmensnetz hin zum Internet zuverlässig überwachen und untersuchen. Idealerweise kontrollieren sie dabei die Daten in ihren unterschiedlichen „Stadien“, nämlich:

  • Data at Rest: inaktive, ruhende Daten
  • Data in Motion: Daten, die gerade übertragen werden
  • Data in Use: aktive Daten, die gerade bearbeitet werden

DLP-Tools sind unabdingbar, um die unerlaubte – aber auch versehentliche – Übertragung von Unternehmensdaten nach außen zu erkennen und zu unterbinden. Allerdings müssen DLP-Schutzmaßnahmen immer auch durch eine Lösung im Bereich GRC (Governance, Risk Management und Compliance) ergänzt werden.

Eine solche Möglichkeit bietet beispielsweise Absolute Software mit Computrace an. Auf Basis der sogenannten Persistenztechnologie stellen die Computrace-Produkte eine dauerhafte Verbindung zu jedem einzelnen verwalteten Endgerät sicher. Dadurch wird es möglich, den Status der Geräte permanent zu überwachen und proaktive beziehungsweise reaktive Maßnahmen unabhängig vom Standort des Gerätes zu ergreifen.

Vor allem vier Gründe sprechen in der heutigen Zeit für eine Umsetzung einer umfassenden GRC-Strategie für Endpunkt-Geräte:

  • 1. Der zunehmende Trend hin zum mobilen Arbeiten.
  • 2. Die große Bandbreite an unterschiedlichen Endpunkt-Geräten.
  • 3. Die gleichzeitige Nutzung von Computern, Tablets oder Smartphones für berufliche und private Zwecke.
  • 4. Verschärfte gesetzliche und aufsichtsrechtliche Bestimmungen.

Im Hinblick auf diese vier Trends wird eine Lösung benötigt, die Unternehmen Möglichkeiten an die Hand gibt, ihre Endpunkt-GRC optimal zu überwachen: mit Features in den Bereichen Geräte- und Bestandsverwaltung, Sicherheit und Datenschutz, Bestimmung des Gerätestandortes und Computerforensik.

Geräte- und Bestandsverwaltung

Die IT benötigt auf jeden Fall eine Lösung zur Verwaltung sämtlicher Endgeräte. Am Markt gibt es bereits zahlreiche Anwendungen für die Software-Bestandsaufnahme, zur Problembehebung, zur Konfiguration und zur Aktualisierung von Desktop-PCs und Notebooks.

Das Erfassen der geschäftlich genutzten Software ist aber auch erforderlich, wenn Tablets und Smartphones hinzukommen. Eine Lösung, die unterschiedlichste Geräte unterstützt, ist vor allem auch deshalb wichtig, da immer mehr Unternehmen auf den „Bring your own Device“ (BYOD)-Zug aufspringen.

Sicherheit und Datenschutz

Die Fälle gestohlener Notebooks haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Eine große Anzahl von Kunden war dabei einem potenziellen Identitätsdiebstahl ausgesetzt. Da immer mehr Daten auf Tablets und Smartphones gespeichert werden, entstehen in diesem Bereich ähnliche Risiken.

Geht ein Gerät verloren oder wird es gestohlen, müssen Unternehmen gewährleisten, dass alle Daten sicher sind, die unter gesetzliche Datenschutz-Bestimmungen oder Regelungen zum Schutz der Privatsphäre fallen. Unternehmen, die in stärker reglementierten Bereichen und Branchen wie der Finanzdienstleistungsindustrie oder dem Gesundheitswesen arbeiten, müssen hierbei noch strengere Anforderungen erfüllen.

Um diese Herausforderungen erfüllen zu können, sollte eine Endpunkt-GRC-Lösung Daten von einem verlorenen Gerät löschen können. Außerdem muss ein Unternehmen mit ihr nachweisen können, dass nach dem Diebstahl nicht mehr auf Dateien des Geräts zugegriffen wurde.

Wird ein Endpunkt-Gerät beschädigt, geht es verloren oder wird es gestohlen, müssen Unternehmen zudem die Möglichkeit haben, auf gespeicherte Daten zuzugreifen, um regulatorische und gesetzliche Vorschriften zu erfüllen. Es wird deshalb eine Endpunkt-GRC-Lösung benötigt, mit der Sicherungskopien der Endpunkt-Daten erstellt werden können.

Bestimmung des Gerätestandortes

Der physische Standort eines Geräts kann häufig Auskunft darüber geben, ob es sicher oder gefährdet ist. Nützliche Funktionen einer Endpunkt-GRC-Lösung sind deshalb zum Beispiel die Möglichkeit zur Nachverfolgung von Geräten mit der Anzeige von aktuellen und ehemaligen Standorten sowie zur Festlegung von geografischen Grenzen, bei deren Überschreitung eine Warnmeldung ausgegeben wird.

Computerforensik

Ein geeignetes Endpunkt-GRC-Tool muss die Daten eines gestohlenen Computers unabhängig vom Standort auswerten können. Nützliche Funktionen sind zum Beispiel die Erfassung von Tastatur-Eingaben, das Durchsuchen von Dateien oder die Ortung des geografischen Standorts. Mit diesen Verfahren lässt sich auch nachvollziehen, ob ein Gerät bestimmungsgemäß genutzt wurde.

Insgesamt betrachtet reicht heute eine Endpunkt-DLP-Anwendung, die grundlegende Sicherheitsmaßnahmen bietet, nicht mehr aus. Als komplementärer Bestandteil muss auf jeden Fall auch eine GRC-Lösung zum Einsatz kommen.

Endpunkt-GRC ist ein komplexer Prozess, der zudem permanenten Änderungen unterworfen ist. Deshalb muss eine zukunftsweisende Applikation nicht nur aktuellen Herausforderungen gewachsen sein, sondern auch eine hohe Flexibilität für die problemlose Umsetzung neuer Anforderungen bieten. Nur so kann künftig sichergestellt und vor allem auch nachgewiesen werden, dass IT-Compliance-Prozesse für Endpunkte ordnungsgemäß implementiert sind.

Über den Autor

Margreet Fortuné ist bei Absolute Software als Regional Manager für die Bereiche DACH, Benelux und Osteuropa tätig.

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